Samstag, 8. Februar 2014

I Am Not A Serial Killer (Ich bin kein Serienkiller) von Dan Wells

Ich bin kein Serienkiller von Dan Wells


Info:
Genre: YA-Fantasy
Verlag: Piper (2009)
Seiten: 384 Seiten
Sprache: Deutsch (gelesen auf Englisch)

Amazon: Amazon.de





Debüt Roman von Dan Wells, der durch einen außergewöhnlichen Hauptcharakter glänzt.
Rating: 6.5/10

Inhalt:Der 15-jährige John will ein ganz normaler Teenager sein, die Schule besuchen und Mädchen kennenlernen. Doch er weiß, dass in ihm ein düsteres Geheimnis schlummert. Es ist nicht nur das Interesse an Serienkillern, das sein ganzes Leben bestimmt, nicht nur seine Faszination vom Tod. Es ist die Furcht, dass er eines Tages selbst zum Killer wird. Denn John trägt ein Monster in sich. Und als unerklärliche Morde in der Stadt geschehen, muss er sich nicht nur einem dämonischen Gegner stellen, sondern auch sich selbst …

Rezension:
Dan Wells ist mir schon lange Bekannt durch den Podcast "Writing Excuses", den er und andere Autoren, wie z.B. Brandon Sanderson wöchentlich veröffentlichen. Ich kam allerdings bisher nie dazu, einen seiner Romane zu lesen und mache nun mit seiner John Cleaver Serie, über die ich schon einiges gutes gehört habe, einen Anfang.

Der Hauptcharakter wirkt auf den ersten Blick wie der jugendliche Dexter aus der gleichnamigen TV-Serie und tatsächlich finden sich einige Parallelen zum Seriencharakter, jedoch gibt es genug Abweichungen die ihn Verschieden machen. Vergessen sollte man vor allem nicht, dass es sich hier um das Fantasy-Genre handelt. Mir ging es da, wie einigen andern Leuten auch, die wohl einen kleinen "What the fuck?" Moment hatten, denn der Anfang des Romans ließt sich wie der Auftakt zu einem guten Psycho-Thriller.

Wie so oft bei YA-Büchern wird auch hier in der ersten Person geschrieben und der Erfolg hängt stark davon ab wie gut der Hauptcharakter geschrieben ist. Oftmals lese ich eine Serie gar nicht erst weiter, weil ich den Charakter einfach nicht gut finde. Das ist hier zum Glück nicht der Fall. John Cleaver ist ein wahrlich einzigartiger und interessanter Charakter. Die Geschichte aus der Sicht eines Soziopathen erzählt zu bekommen hat schon etwas faszinierendes.

John ist allerdings der einzig komplexe Person, die anderen Charaktere wirken sehr flach und eindimensional, was allerdings auch an der Länge des Buches liegt. Der Fokus ist hier klar auf John gerichtet und die anderen Nebenrollen bekommen nur wenig Zeit sich zu entwickeln.

Die Handlung an sich war recht spannend und wurde in einem gutem Tempo vorangetrieben und bildet einen guten Einstieg in die Serie. Ich werde definitiv die anderen Bücher der Serie lesen hoffe in Dan Wells feilt dort noch etwas an den Nebencharakteren.

The Violent Century von Lavie Tidhar

                                             The Violent Century

 

Oft übersehener Titel von 2013, der für mich eines der Highlights des letzten Jahres war. Lavie Tidhar überzeugte mit großartigem Schreibstil und grandiosen Charakteren.

Rating: 8/10 


Inhalt:
They'd never meant to be heroes.

For seventy years they'd guarded the British Empire. Oblivion and Fogg, inseparable at first, bound together by a shared fate. Until a night in Berlin, in the aftermath of the Second World War, and a secret that tore them apart.

But there must always be an account... and the past has a habit of catching up to the present.

Recalled to the Retirement Bureau from which no one can retire, Fogg and Oblivion must face up to a past of terrible war and unacknowledged heroism, a life of dusty corridors and secret rooms; of furtive meetings and blood-stained fields, to answer one last, impossible question:

What makes a hero?
Rezension:

Für mich war The Violent Century sicherlich einer der Überraschungstitel letztes Jahr, auf den ich durch Zufall über einen io9-Artikel gestoßen bin, der es als "Watchmen on Crack" bezeichneten. Als Fan der Watchmen Graphic-Novel von Alan Moore war also schnell mein Interesse geweckt.

Ungewöhnlich war gleich zu Beginn die Erzählform, an die man sich erst einmal gewöhnen. Eine deskriptive Erzählperspektive, bei der man sich wie in einem Film oder Comic fühlt. Zu Beginn einer Szene wird meist die Umgebung beschrieben "Wir sehen eine alte Bar in London.." etc. Persönlich hab ich kein Buch dieser Art gelesen und diese Einzigartigkeit gibt dem ganzen ein besonderes Flair. Definitiv einer der Highlights dieses Romans.

Die gesamte Stimmung wirkt auch, ähnlich wie bei Watchmen, melancholisch. Die "Super-Helden" haben alle ihre Schattenseiten und es dreht sich alles um die Frage was macht einen Helden zum Helden.

Mit großartigen, tiefen Charakteren auf beiden Seiten des Krieges wird dieser Frage nachgegangen. In vielen Zeitsprüngen wird die alternative Geschichte seit 1930 erzählt, hauptsächlich aus der Sicht von Fogg. Das schnelle Hin- und Herspringen mag für einige Leute jedoch unübersichtlich wirken, hat mich allerdings nicht sonderlich gestört.

Ich kann dieses Buch nur wärmstens an alle Watchmen-fans empfehlen, eine fantastische Atmosphäre und eine "graue" und interessante Geschichte.


Samstag, 1. Februar 2014

Hollow World(Zeitfuge) von Michael J. Sullivan

 Hollow World von Michael J. Sullivan



Info:
Genre: Science Fiction
Länge: 384
Veröffentlichung: April 15th 2014
Verlag:Tachyon Publications
Sprache: Englisch






Der erster Versuch eines Science-Fiction Romans von Michael J. Sullivan enttäuscht leider, und kann nicht an die Qualität seiner Fantasy Bücher anschließen.

Rating: 5/10

Inhalt:
The future is coming...for some, sooner than others.

Ellis Rogers is an ordinary man who is about to embark on an extraordinary journey. All his life he has played it safe and done the right thing, but when faced with a terminal illness, he’s willing to take an insane gamble. He’s built a time machine in his garage, and if it works, he’ll face a world that challenges his understanding of what it means to be human, what it takes to love, and the cost of paradise. He could find more than a cure for his illness; he might find what everyone has been searching for since time began…but only if he can survive Hollow World.

Welcome to the future and a new sci-fantasy thriller from the bestselling author of The Riyria Revelations.

 Hollow World(Zeitfuge) ist der erste Science-Fiction Roman von Michael J. Sullivan der dieses Jahr erscheinen wird. Dank NetGalley war ich in der Lage bereits eine Vorabversion des heiß erwarteten Buches zu lesen. Ich bin ein echter Fan seiner The Riyria Revelations  und war gespannt darauf, wie er sich in einem anderen Genre schlägt.

Insgesamt fand ich sein Werk eher mittelmäßig. Der Hauptcharakter hat für mich überhaupt nicht funktioniert, so wie er geschrieben wurde, hatte ich keinerlei Verbindung zu ihm und konnte nicht wirklich mit ihm auf seinem Weg mitfühlen, oder mit ihm mitfiebern. Ich denke ein Grund dafür war, seine durchscheinende religiöse Überzeugung,die mir gerade bei Charakteren mit wissenschaftlichem Hintergrund suspekt vorkommen. Vor allen Dingen wenn ihre Überzeugung so schlecht begründet wird. Als Beispiel dafür zitiere ich einfach mal seine Begründung warum er an Gott glaubt, ohne unbedingt ein "Biblethumper" zu sein: "He hadn't visited France or read Les Miserables, either, but he was pretty certain Paris was out there."(Anmerkung: Diese Textstelle kann sich bis zur Veröffentlichung natürlich noch verändern). Das mag wohl an meinem wissenschaftlichen Hintergrund liegen, aber für mich persönlich funktioniert diese Art von Person einfach nicht.

Auch mit dem Haupthandlungsstrang hatte ich so meine Probleme. Dieser leidet unter den gleichen Schwierigkeiten, die ich schon bei vielen Science-Fiction Büchern bemerkt habe, dass zwar eine großartige Welt mit einer guten Grundidee vorhanden ist, diese aber nur schlecht in eine wirkliche Handlung eingebaut wird, die Welt steht im Vordergrund.  So wird größtenteils seine Umgebung mit dem Charakter erkundet und dem Leser auf diese Weise die Fülle an Ideen dargestellt. Ein fesselnder Erzählung Strang fehlt aber, bzw. er läuft im Hintergrund ab und ist nicht so gut aus arbeitet, wie der Rest der Welt. Ich fand die Handlung an vielen Stellen sehr vorhersehbar und simpel.

Wo Michael J. Sullivan  glänzt, ist sein World building. Er er hat es wirklich geschafft eine gedankenanregende  Zukunftsvision zur Entwicklung der menschlichen Rasse zu schaffen, ausgehend von durchaus realistischen Problemen der heutigen Zeit.
 Dabei scheint auf jeden Fall der Einfluss von H.G. Wells  und sein Roman Timemachine  durch.

Alles in allem eine kleine Enttäuschung, nicht unbedingt der atemberaubenste Roman, den ich im Science-Fiction Genre bisher gelesen habe.Aber Respekt an MJS, der sich mit dieser Geschichte außerhalb seiner Komfortzone getraut hat.