Mittwoch, 30. Juli 2014

Die Verschollene Flotte (The Lost Fleet) #1-#6 von Jack Campbell

Die Verschollene Flotte (The Lost Fleet) #1-#6 von Jack Campbell





Info:

Verlag: Penguin(Englisch) Lübbe(Deutsche)
Sprache: Englisch/Deutsch
Seiten: ca. 350 pro Buch
Amazon: Amazon.de









Eine atemberaubend spannende Hard SciFi Serie, die Weltraumschlachten mal von einer anderen Seite 
angeht. Sehr Unterhaltsam!

Rating: 7/10

Inhalt:

Seit hundert Jahren kämpft die Allianz gegen die Syndics - und verliert auf ganzer Linie. Die zusammengeschossene Flotte ist im Feindesgebiet gestrandet. Ihre einzige Hoffnung ist ein Mann, der seit fast einem Jahrhundert für tot gilt. Jedes Schulkind kennt Captain John "Black Jack" Gearys legendäre Taten. Nach seinem heldenhaften "letzten Gefecht" zu Anfang des Krieges ist er vermisst und gilt als gefallen, doch hat Geary wie durch ein Wunder im Überlebenskälteschlaf überlebt und übernimmt widerstrebend den Befehl über die Flotte der Allianz, die sich der Vernichtung durch die Syndics gegenübersieht. Die einzige Chance, den Krieg noch zu gewinnen, besteht darin, den erbeuteten Hypernet-Schlüssel der Syndics zur Heimatwelt zu schaffen. Dazu aber muss Geary allen Erwartungen entsprechen, die aufgrund der heldenhaften Legenden um "Black Jack" in ihn gesetzt werden ...

Review:

Ich habe mich entschieden alle 6 Bücher in ein Review zu packen und einen kleinen Überblick über die Serie zu geben ohne dabei zu viel von der Handlung zu verraten.
Alle Bücher sind sehr kurz gehalten und mit viel Spannung und Action versehen, eignen sich somit perfekt für das schnelle Lesen zwischendurch.
Die Handlung rund um den seit einhundert Jahren in künstlichen Schlaf versetzen John Geary wird ausschließlich aus seiner Sicht erzählt und beginnt sehr rasant mit einer weiteren Eskalation des Jahrhundert andauernden Krieges zwischen Menschen. Was folgt ist eine Odyssee der Allianceflotte hinter feindlichen Linien auf dem Weg zurück zur Heimat.
Das ein Jahrhundert Krieg einen großen Einfluss auf die Menschheit hatte bekommt Geary schnell zu spüren und er dient im Verlauf der Serie als moralischer Pol für den Rest der Flotte.
Insgesamt ist die Geschichte sehr klever konstruiert mit einem glaubhaften Haupterzählstrang, der ein wenig das Gefühl von Battlestar Galactica hat, und einem sehr interessanten Nebenstrang, der jedoch leider zu langsam entwickelt wird.
Ein besonderes Highlight für mich waren die Weltraumschlachten, das Herz einer jeden Spaceopera. Jack Campbell versucht dabei einen möglichst realistisches Kampfgefühl zu vermitteln. Kämpfe finden in riesigen Sonnensystemen statt und es wird sich mit relativ geringen Geschwindigkeiten bewegt, dass heist es dauert viele Stunden bis Flotten überhaupt aufeinander treffen, alle Signale sind auf Lichtgeschwindigkeit begrenzt, also keine zauberhafte schneller als Licht Kommunikation. So wird auch die Kommunikation in der eigenen Formation die sich über mehrere Lichtminuten erstreckt kompliziert und auf Bewegungen der Gegner kann nur verzögert reagiert werden.
Für mich machte das alle Kämpfe sehr realistisch und forderte auch dazu auf etwas mit nachzudenken. Zwar laufen sie teilweise etwas schematisch ab, haben aber doch immer noch ein paar neue Elemente zu bieten.
Das bringt mich dann aber auch zu einem großen Kritikpunkt den ich an diesen Büchern habe und zwar die häufigen Wiederholungen. Oft werden Dinge in jedem Buch immer wieder angesprochen, zum Beispiel wie ungewohnt doch die neue Meetingsoftware ist. Eine Zusammenlegung der Bücher hätte dem sicherlich Abhilfe geschaffen, so währe auch der Durchhänger den Buch drei und vier haben vermieden werden können.
Kurz und knapp kann ich jedem SciFi-Fan dieses Serie ans Herz legen, wirklich sehr unterhaltsam, mit gut ausgearbeiteten Charakteren (besonders die Antagonisten sind richtig gut hassbar geschrieben) und einer rasanten Handlung.

Montag, 14. Juli 2014

Metro 2033 / Metro 2034 von Dmitry Glukhovsky

Metro 2033 / Metro 2034 von Dmitry Glukhovsky

Info:

Metro 2033 / Metro 2034
DMITRY GLUKHOVSKY
Zwei Romane in einem Band
Science-Fiction-Jubiläums-Edition
Originaltitel: Metro 2033, Metro 2034
Aus dem Russischen von M. David Drevs
Taschenbuch, Broschur, 1.088 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-31593-8
9,99 | 10,30 | 14,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: 14. April 2014








Düsterer Klassiker aus Rußland, der mit einer einzigartig gruseligen Dystopie den Leser in seinen Ban zieht.

Rating: 7/10


Inhalt:

Was von der Welt übrigblieb ...
Es ist das Jahr 2033. Ein verheerender Krieg hat weite Teile der Erde vernichtet und jegliches Leben unmöglich gemacht. Die Oberfläche wird beherrscht von unheimlichen Mutanten, die Jagd auf alles machen, was sich bewegt. Doch es gibt Überlebende: In den U-Bahn-Schächten der Moskauer Metro haben die Menschen eine bizarre Zivilisation entwickelt. Eine Zivilisation, die in großer Gefahr schwebt ...

Review:

Ich habe großzügigerweise ein Rezensionsexemplar von Heyne zu einem ihrer, in diesem Jahr erschienen, Jubiläums-Editionen erhalten. Die Bücher der Metro-Reihe waren schon lange Zeit auf meiner to-read Liste und nun kam ich endlich einmal dazu, mich mit den Werken von Dmitry Glukhovsky auseinander zu setzen.
Bevor ich auf den Inhalt eingehe, erstmal ein großes Lob an das Design Team, das für die Gestaltung der Jubiläumsausgaben zuständig war. Die schlichten Cover gefallen mir sehr gut und der Umschlag ist aus speziellen Papier, das sich wie Aquarellpapier anfühlt, hergestellt.

Jetzt zu den Geschichten selbst. Mit Metro 2033 werden wir zunächst in die dystopische Welt der Moskauer Metro eingeführt, in die sich die letzen überlebenden Menschen eines verheerenden Krieges, der das Leben auf der Oberfläche unmöglich gemacht hat, retten konnten. Wir erfahren über das Leben der Überlebenden und deren Nachkommen aus der Sicht von Artjom, einem jener, der in der Metro aufgewachsenen ist und nichts anderes als die dunkelen U-Bahnschächte kennt.
Auf Artjoms kleiner Odysse durch die Metro, erfahren wir in kleinsten Details alles über die neue Gesellschaft, die sich im Untergrund aufgebaut hat. Von Kommunisten, über Nazis, zu einer Hanse im Kleinformat findet sich dort alles.
Leider fällt die Handlung dieser riesigen Welt gegenüber etwas flach, vorallem da an vielen Stellen die deskriptive Beschreibung Überhand nimmt und die eigentlich tolle Geschichte in den Hintergrund gedrängt wird.
Artjoms Aufgabe ,eine dringende Warnung die Metroführung über eine neue Gefahr die von schwarzen Mutanten ausgeht zu berichten, ist teilweise etwas in die Länge gezogen, nimmt jedoch zum Ende hin wieder mehr Fahrt auf. Das starke schwanken des Tempos ist leider ein Merkmal, dass sich durch beide Bücher zieht. Die Handlung an sich und die ikonische Welt, in die sie eingebettet ist, machen dieses Buch trotzdem zu einem meiner Dystopie-Lieblinge.
Die Handlung wird fortgesetzt in Metro 2034, das ebenfalls die gleichen Stärken und Schwächen wie sein Vorgänger aufweißt. Wir folgen hier nicht mehr Artjom sondern die Geschehnisse werden aus der Sicht mehrerer unterschiedlicher Charaktere erzählt, die versuchen die Metro vor einer erneuten Bedrohung zu bewahren.
Das Ende bietet ein der Serie würdiges Ende, das einem noch lange danach beschäftigt. Wirklich tolle Unterhaltung!

Donnerstag, 3. Juli 2014

Republic of Thiefs ( Die Republik der Diebe) von Scott Lynch


Republic of Thiefs ( Die Republik der Diebe) von Scott Lynch


Aus dem Englischen von Ingrid Herrmann-Nytko


Info:

Genre: Fantasy
Paperback, Broschur, 944 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-53194-9
16,00 | 16,50 | 23,50* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: 14. April 2014


Enttäuschende Fortsetzung der Locke Lamora Reihe.

Rating: 3/10






Inhalt:

Fantasy im Breitwand-Format – Locke Lamora ist zurück!Locke Lamora, Meisterdieb, Lügner und wahrer Gentleman, ist mit seinem Kumpan Jean nur knapp dem Piratentod entronnen. Nun ist er wieder auf Beutejagd, doch dann begegnet er einer Frau, die er längst tot glaubte: Sabetha, seine wahre Liebe – und die ist entschlossen, Locke ein für alle Mal zu vernichten, im Auftrag der finsteren Soldmagier. Für Locke und Jean geht es nun um alles oder nichts…

Review:

Ich war richtig begeistert, als der Termin für der lang erwartete dritten Band der Locke Lamora Reihe bekannt gegeben wurde, ganze sechs Jahre nach dem Erscheinen von Sturm über roten Wassern. Ich gehörte dann auch noch zu den Glücklichen, die es schafften eine Advanced Reading Copy einige Monate vor offizieller Veröffentlichung zu erhalten. Die Freude legte sich dann aber schnell, als ich mit dem Lesen begann.
Die Republik der Diebe fängt genau da an, wo das letzte Buch aufgehört hatte, mit dem vergifteten Locke dem Tode nahe.
Von da an wird die Geschichte in typischer Scott Lynch Manier weiter erzählt. Mit einer Haupthandlung rund um die Soldmagier und einer Hintergrundgeschichte um die Entstehung der Gentleman Bastards, die mit Hilfe von Rückblenden erzählt wird.
Hierbei lernen wir nun endlich ,die in den vorherigen Büchern so viel erwähnte, Sabetha kennen. Und genau das war die erste große Enttäuschung für mich und für die meisten bestimmt der entscheidende Faktor, ob sie dieses Buch lieben oder hassen, denn die Beziehung und Vergangenheit zwischen Locke und Sabetha ist ganz klar der Fokus dieser Geschichte.
Für mich hat diese "Liebesgeschichte" zwischen Lock und Sabetha einfach nicht funktioniert, die beiden haben  keinerlei Chemie zusammen. Das liegt aber auch hauptsächlich an der Art und Weise wie Sabetha geschrieben wurde, für mich ist sie ein schwach konstruierter Charakter, der größten Teils unüberlegt und irrational handelt. Sie erinnerte mich eher an eine schlecht geschriebene Soap Opera Rolle, mit dem kindischen verhalten eines pubertierenden Teens. So fand ich die Szenen mit Locke und Sabetha zusammen schon nach kurzer Zeit unerträglich zu lesen, vorallem, da sie immer nach dem selben Muster abliefen.
Jean tritt hier leider etwas in den Hintergrund und ist die einzige reife Stimme, die jedoch zu gerne überhört wird. Die Neckerreien zwischen ihm und Locke sind allerdings wieder großartig und das Markenzeichen von Scott Lynce, sehr lustig zu lesen mit was für kreativen Flüchen er aufwarten kann.
Die Handlung kann das Niveau des Buches leider nicht heben. Die Haupthandlung schleppt sich so dahin und lässt die Stärken des Debüt Romans vermissen. Die Premisse, wie sie im Klapptext beschrieben wird "Für Locke und Jean geht es nun um alles oder nichts…" , will einfach nicht rüberkommen.
Die Rückblenden fand ich auch etwas überbeansprucht, sie bilden circa die Hälfte des Buches und erzählen eine ebenso zu lang geratene und langweilige Geschichte wie der Hauptteil. Die Entstehungsgeschichte der Bastards und die Historie zwischen Locke und Sabetha sind zwar interessant, hätten aber durchaus in einem kürzeren Rahmen erzählt werden können.
Einzig das überraschende Ende konnte das Buch in meiner Wertung noch etwas nach oben reißen.
Alles in Allem war Die Republik der Diebe eine große Enttäuschung für mich. Das gesamte Buch wirkte eher wie eine große Vorbereitung auf sein nächstes Buch (The Thorn of Emberlain im Englischen), dass sogar dieses Jahr erscheinen soll. Hoffentlich schafft es Lynch damit endlich an seinen Erfolg von Die Lügen des Locke Lamora anknüpfen zu können, die Grundvorraussetzungen sind mit diesem Ende auf jedenfall gegeben.