Dienstag, 30. Dezember 2014

Herr aller Dinge von Andreas Eschbach

Herr aller Dinge von Andreas Eschbach


Gebundene Ausgabe: 688 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); 
Auflage: Aufl. 2011 (16. September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785724292
Amazon: Amazon.de












Ein durchaus unterhaltsamer Roman von Andreas Eschbach, der für Fans von Daniel Suarez und Neal Stephenson sehr zu empfehlen ist.

Rating: 7/10


Inhalt:

Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses und des schrecklichsten aller Verbrechen ...


Review:

Ich muss zugeben, ich war von Andreas Eschbachs "Das Jesus Video", seinem ersten Buch, dass ich gelesen habe, nicht überzeugt, aber habe ihm mit "Herr aller Dinge"noch einmal eine Chance gegeben, weil das Buch im Allgemeinen sehr gute Kritiken bekommen hat und sich auf den ersten Blick auch recht interessant anhörte.

Und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut. Was vermutlich auch mit dem anderen Thema zusammen liegen könnte.
Hierbei handelt es sich um einen Science-Fiction Thriller gekoppelt mit einer übergreifenden Romanze, die sich über mehrere Jahrzehnte streckt. Von der Kindheit der Hauptcharaktere Hiroshi und Charlotte, bis hin zu ihren späten Erwachsenen Jahren.
Die ganze Handlung weist Ähnlichkeiten zu Büchern von Daniel Suarez und Neal Stephenson auf, die mit interessanten technischen Ideen das Grundgerüst für ihre Geschichte legen  und anschließend einen actionreichen Handlungsbogen drumherum weben. Bei „Herr aller Dinge“ liegt der Fokus allerdings auf der Beziehung zwischen Hiroshi und Charlotte, was an einigen Stellen  zu Längen führt und die Spannung etwas einsackt. Überhaupt hat das Buch teilweise einige Durststrecken, durch die man sich durchkämpfen muss, Was allerdings im späteren Verlauf mit einer immer abstruser werdenden Handlung belohnt wird.
Einen rund um gelungener Scifi Thriller, den ich Fans dieses Genre durchaus empfehlen kann, die auch damit zurecht kommen können, wenn hier eher eine Liebesgeschichte im Fokus steht.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Die Begabte (Thief's Magic, Millenium’s Rule, #1)


 Die Begabte (Thief's Magic, Millenium’s Rule, #1)


Infos:

Seiten: Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (10. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764531053
Amazon: Amazon.de






Grausiger Auftakt zur neuen Fantasyreihe von Trudi Canavan, die mit teilweise einfallsloser Handlung und langweiligen Charakteren enttäuscht.


Rating: 2/10


Inhalt:

Der junge Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Vella war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Vella, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht. Allerdings kann sie Tyen nur helfen, wenn es ihm gelingt, den Fluch des Buches zu brechen. Und tatsächlich hat Tyen keinen dringlicheren Wunsch, als Vella zu befreien – der längst seine Liebe gehört.




Review:

Nach der etwas enttäuschenden zweiten Trilogie im Universum der Gilde der schwarzen Magier hatte ich viel Hoffnung in die komplett neue Buchreihe von Trudi Canavan gesetzt, schließlich ist Canavan eine sehr gute Autorin, wie sie in ihren früheren Bücher schon öfters bewiesen hat. Doch leider wurde ich bitter enttäuscht, obwohl der Anfang der Geschichte überaus gelungen war.
So gefiel mir das Magiesystem, das Ähnlichkeiten zu ihren vorherigen aufweist,  hier  jedoch mit einigen mehr Feinheiten ausgebaut wurde.
Die Einführung in eine Magie-/Steampunk-Welt aus Sicht eines der zwei Hauptprotagonisten, Tyven, war ebenfalls sehr ansprechend und gut geschrieben. Dann wird allerdings der zweite Hauptcharaker Rielle vorgestellt und von da an geht es von der Qualität steil bergab.
Der Handlungsstrang rund um Rielle ist eine vollkommen fantasielose und schnulzige YA-Liebesgeschichte. Die größte Schwachstelle an dem Charakter ist, dass sie in der ganzen Geschichte vollkommen passiv agiert. Sie strebt nach keinem Ziel und sie folgt dem Handlungsstrom wo immer er sie hinträgt, ohne aktiv Einfluss zu nehmen. Das macht diese Hälfte des Buches sehr frustrierend zu lesen.
Auch sind Rielle und Tyven beide derartig naiv in ihren Handlungen, dass es teilweise schmerzt über ihr Vorgehen zu lesen. ( "Oh, sie haben versucht mich umzubringen, sicherlich kann ich ihnen aber jetzt vertrauen, sie haben ja das übergeordnete Wohl im Sinn").
Kommen wir jetzt aber zu meinem größten Negativpunkt dieses Buches, der mich am Ende wirklich aufgeregt hat und das Rating noch einmal nach unten drückte. Der Gesamtaufbau.
Die Handlung wird in zwei vollkommen anderen Welten erzählt. Keine hat mit der anderen irgend etwas gemein. Die Hauptcharaktere treffen sich nie. Es gibt NULL Überschneidungen. Was soll das?
Man hätte die Bücher so auch einzeln veröffentlichen können, Zudem wurden die Enden der beiden Handlungsstränge nur sehr unzufriedend beendet und fühlten sich eher wie eine Zesur an, weil das Buch zu lang wurde.

Die Prämisse der Millenium's Rule ist ja sehr interessant, aber den Auftakt hat Trudi Canvan meiner Meinung nach kräfter in den Sand gesetzt. Es wird sich zeigen ob sie im nächsten Buch noch etwas retten kann.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Die Verschollene Flotte (The Lost Fleet) #1-#6 von Jack Campbell

Die Verschollene Flotte (The Lost Fleet) #1-#6 von Jack Campbell





Info:

Verlag: Penguin(Englisch) Lübbe(Deutsche)
Sprache: Englisch/Deutsch
Seiten: ca. 350 pro Buch
Amazon: Amazon.de









Eine atemberaubend spannende Hard SciFi Serie, die Weltraumschlachten mal von einer anderen Seite 
angeht. Sehr Unterhaltsam!

Rating: 7/10

Inhalt:

Seit hundert Jahren kämpft die Allianz gegen die Syndics - und verliert auf ganzer Linie. Die zusammengeschossene Flotte ist im Feindesgebiet gestrandet. Ihre einzige Hoffnung ist ein Mann, der seit fast einem Jahrhundert für tot gilt. Jedes Schulkind kennt Captain John "Black Jack" Gearys legendäre Taten. Nach seinem heldenhaften "letzten Gefecht" zu Anfang des Krieges ist er vermisst und gilt als gefallen, doch hat Geary wie durch ein Wunder im Überlebenskälteschlaf überlebt und übernimmt widerstrebend den Befehl über die Flotte der Allianz, die sich der Vernichtung durch die Syndics gegenübersieht. Die einzige Chance, den Krieg noch zu gewinnen, besteht darin, den erbeuteten Hypernet-Schlüssel der Syndics zur Heimatwelt zu schaffen. Dazu aber muss Geary allen Erwartungen entsprechen, die aufgrund der heldenhaften Legenden um "Black Jack" in ihn gesetzt werden ...

Review:

Ich habe mich entschieden alle 6 Bücher in ein Review zu packen und einen kleinen Überblick über die Serie zu geben ohne dabei zu viel von der Handlung zu verraten.
Alle Bücher sind sehr kurz gehalten und mit viel Spannung und Action versehen, eignen sich somit perfekt für das schnelle Lesen zwischendurch.
Die Handlung rund um den seit einhundert Jahren in künstlichen Schlaf versetzen John Geary wird ausschließlich aus seiner Sicht erzählt und beginnt sehr rasant mit einer weiteren Eskalation des Jahrhundert andauernden Krieges zwischen Menschen. Was folgt ist eine Odyssee der Allianceflotte hinter feindlichen Linien auf dem Weg zurück zur Heimat.
Das ein Jahrhundert Krieg einen großen Einfluss auf die Menschheit hatte bekommt Geary schnell zu spüren und er dient im Verlauf der Serie als moralischer Pol für den Rest der Flotte.
Insgesamt ist die Geschichte sehr klever konstruiert mit einem glaubhaften Haupterzählstrang, der ein wenig das Gefühl von Battlestar Galactica hat, und einem sehr interessanten Nebenstrang, der jedoch leider zu langsam entwickelt wird.
Ein besonderes Highlight für mich waren die Weltraumschlachten, das Herz einer jeden Spaceopera. Jack Campbell versucht dabei einen möglichst realistisches Kampfgefühl zu vermitteln. Kämpfe finden in riesigen Sonnensystemen statt und es wird sich mit relativ geringen Geschwindigkeiten bewegt, dass heist es dauert viele Stunden bis Flotten überhaupt aufeinander treffen, alle Signale sind auf Lichtgeschwindigkeit begrenzt, also keine zauberhafte schneller als Licht Kommunikation. So wird auch die Kommunikation in der eigenen Formation die sich über mehrere Lichtminuten erstreckt kompliziert und auf Bewegungen der Gegner kann nur verzögert reagiert werden.
Für mich machte das alle Kämpfe sehr realistisch und forderte auch dazu auf etwas mit nachzudenken. Zwar laufen sie teilweise etwas schematisch ab, haben aber doch immer noch ein paar neue Elemente zu bieten.
Das bringt mich dann aber auch zu einem großen Kritikpunkt den ich an diesen Büchern habe und zwar die häufigen Wiederholungen. Oft werden Dinge in jedem Buch immer wieder angesprochen, zum Beispiel wie ungewohnt doch die neue Meetingsoftware ist. Eine Zusammenlegung der Bücher hätte dem sicherlich Abhilfe geschaffen, so währe auch der Durchhänger den Buch drei und vier haben vermieden werden können.
Kurz und knapp kann ich jedem SciFi-Fan dieses Serie ans Herz legen, wirklich sehr unterhaltsam, mit gut ausgearbeiteten Charakteren (besonders die Antagonisten sind richtig gut hassbar geschrieben) und einer rasanten Handlung.

Montag, 14. Juli 2014

Metro 2033 / Metro 2034 von Dmitry Glukhovsky

Metro 2033 / Metro 2034 von Dmitry Glukhovsky

Info:

Metro 2033 / Metro 2034
DMITRY GLUKHOVSKY
Zwei Romane in einem Band
Science-Fiction-Jubiläums-Edition
Originaltitel: Metro 2033, Metro 2034
Aus dem Russischen von M. David Drevs
Taschenbuch, Broschur, 1.088 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-31593-8
9,99 | 10,30 | 14,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: 14. April 2014








Düsterer Klassiker aus Rußland, der mit einer einzigartig gruseligen Dystopie den Leser in seinen Ban zieht.

Rating: 7/10


Inhalt:

Was von der Welt übrigblieb ...
Es ist das Jahr 2033. Ein verheerender Krieg hat weite Teile der Erde vernichtet und jegliches Leben unmöglich gemacht. Die Oberfläche wird beherrscht von unheimlichen Mutanten, die Jagd auf alles machen, was sich bewegt. Doch es gibt Überlebende: In den U-Bahn-Schächten der Moskauer Metro haben die Menschen eine bizarre Zivilisation entwickelt. Eine Zivilisation, die in großer Gefahr schwebt ...

Review:

Ich habe großzügigerweise ein Rezensionsexemplar von Heyne zu einem ihrer, in diesem Jahr erschienen, Jubiläums-Editionen erhalten. Die Bücher der Metro-Reihe waren schon lange Zeit auf meiner to-read Liste und nun kam ich endlich einmal dazu, mich mit den Werken von Dmitry Glukhovsky auseinander zu setzen.
Bevor ich auf den Inhalt eingehe, erstmal ein großes Lob an das Design Team, das für die Gestaltung der Jubiläumsausgaben zuständig war. Die schlichten Cover gefallen mir sehr gut und der Umschlag ist aus speziellen Papier, das sich wie Aquarellpapier anfühlt, hergestellt.

Jetzt zu den Geschichten selbst. Mit Metro 2033 werden wir zunächst in die dystopische Welt der Moskauer Metro eingeführt, in die sich die letzen überlebenden Menschen eines verheerenden Krieges, der das Leben auf der Oberfläche unmöglich gemacht hat, retten konnten. Wir erfahren über das Leben der Überlebenden und deren Nachkommen aus der Sicht von Artjom, einem jener, der in der Metro aufgewachsenen ist und nichts anderes als die dunkelen U-Bahnschächte kennt.
Auf Artjoms kleiner Odysse durch die Metro, erfahren wir in kleinsten Details alles über die neue Gesellschaft, die sich im Untergrund aufgebaut hat. Von Kommunisten, über Nazis, zu einer Hanse im Kleinformat findet sich dort alles.
Leider fällt die Handlung dieser riesigen Welt gegenüber etwas flach, vorallem da an vielen Stellen die deskriptive Beschreibung Überhand nimmt und die eigentlich tolle Geschichte in den Hintergrund gedrängt wird.
Artjoms Aufgabe ,eine dringende Warnung die Metroführung über eine neue Gefahr die von schwarzen Mutanten ausgeht zu berichten, ist teilweise etwas in die Länge gezogen, nimmt jedoch zum Ende hin wieder mehr Fahrt auf. Das starke schwanken des Tempos ist leider ein Merkmal, dass sich durch beide Bücher zieht. Die Handlung an sich und die ikonische Welt, in die sie eingebettet ist, machen dieses Buch trotzdem zu einem meiner Dystopie-Lieblinge.
Die Handlung wird fortgesetzt in Metro 2034, das ebenfalls die gleichen Stärken und Schwächen wie sein Vorgänger aufweißt. Wir folgen hier nicht mehr Artjom sondern die Geschehnisse werden aus der Sicht mehrerer unterschiedlicher Charaktere erzählt, die versuchen die Metro vor einer erneuten Bedrohung zu bewahren.
Das Ende bietet ein der Serie würdiges Ende, das einem noch lange danach beschäftigt. Wirklich tolle Unterhaltung!

Donnerstag, 3. Juli 2014

Republic of Thiefs ( Die Republik der Diebe) von Scott Lynch


Republic of Thiefs ( Die Republik der Diebe) von Scott Lynch


Aus dem Englischen von Ingrid Herrmann-Nytko


Info:

Genre: Fantasy
Paperback, Broschur, 944 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-53194-9
16,00 | 16,50 | 23,50* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: 14. April 2014


Enttäuschende Fortsetzung der Locke Lamora Reihe.

Rating: 3/10






Inhalt:

Fantasy im Breitwand-Format – Locke Lamora ist zurück!Locke Lamora, Meisterdieb, Lügner und wahrer Gentleman, ist mit seinem Kumpan Jean nur knapp dem Piratentod entronnen. Nun ist er wieder auf Beutejagd, doch dann begegnet er einer Frau, die er längst tot glaubte: Sabetha, seine wahre Liebe – und die ist entschlossen, Locke ein für alle Mal zu vernichten, im Auftrag der finsteren Soldmagier. Für Locke und Jean geht es nun um alles oder nichts…

Review:

Ich war richtig begeistert, als der Termin für der lang erwartete dritten Band der Locke Lamora Reihe bekannt gegeben wurde, ganze sechs Jahre nach dem Erscheinen von Sturm über roten Wassern. Ich gehörte dann auch noch zu den Glücklichen, die es schafften eine Advanced Reading Copy einige Monate vor offizieller Veröffentlichung zu erhalten. Die Freude legte sich dann aber schnell, als ich mit dem Lesen begann.
Die Republik der Diebe fängt genau da an, wo das letzte Buch aufgehört hatte, mit dem vergifteten Locke dem Tode nahe.
Von da an wird die Geschichte in typischer Scott Lynch Manier weiter erzählt. Mit einer Haupthandlung rund um die Soldmagier und einer Hintergrundgeschichte um die Entstehung der Gentleman Bastards, die mit Hilfe von Rückblenden erzählt wird.
Hierbei lernen wir nun endlich ,die in den vorherigen Büchern so viel erwähnte, Sabetha kennen. Und genau das war die erste große Enttäuschung für mich und für die meisten bestimmt der entscheidende Faktor, ob sie dieses Buch lieben oder hassen, denn die Beziehung und Vergangenheit zwischen Locke und Sabetha ist ganz klar der Fokus dieser Geschichte.
Für mich hat diese "Liebesgeschichte" zwischen Lock und Sabetha einfach nicht funktioniert, die beiden haben  keinerlei Chemie zusammen. Das liegt aber auch hauptsächlich an der Art und Weise wie Sabetha geschrieben wurde, für mich ist sie ein schwach konstruierter Charakter, der größten Teils unüberlegt und irrational handelt. Sie erinnerte mich eher an eine schlecht geschriebene Soap Opera Rolle, mit dem kindischen verhalten eines pubertierenden Teens. So fand ich die Szenen mit Locke und Sabetha zusammen schon nach kurzer Zeit unerträglich zu lesen, vorallem, da sie immer nach dem selben Muster abliefen.
Jean tritt hier leider etwas in den Hintergrund und ist die einzige reife Stimme, die jedoch zu gerne überhört wird. Die Neckerreien zwischen ihm und Locke sind allerdings wieder großartig und das Markenzeichen von Scott Lynce, sehr lustig zu lesen mit was für kreativen Flüchen er aufwarten kann.
Die Handlung kann das Niveau des Buches leider nicht heben. Die Haupthandlung schleppt sich so dahin und lässt die Stärken des Debüt Romans vermissen. Die Premisse, wie sie im Klapptext beschrieben wird "Für Locke und Jean geht es nun um alles oder nichts…" , will einfach nicht rüberkommen.
Die Rückblenden fand ich auch etwas überbeansprucht, sie bilden circa die Hälfte des Buches und erzählen eine ebenso zu lang geratene und langweilige Geschichte wie der Hauptteil. Die Entstehungsgeschichte der Bastards und die Historie zwischen Locke und Sabetha sind zwar interessant, hätten aber durchaus in einem kürzeren Rahmen erzählt werden können.
Einzig das überraschende Ende konnte das Buch in meiner Wertung noch etwas nach oben reißen.
Alles in Allem war Die Republik der Diebe eine große Enttäuschung für mich. Das gesamte Buch wirkte eher wie eine große Vorbereitung auf sein nächstes Buch (The Thorn of Emberlain im Englischen), dass sogar dieses Jahr erscheinen soll. Hoffentlich schafft es Lynch damit endlich an seinen Erfolg von Die Lügen des Locke Lamora anknüpfen zu können, die Grundvorraussetzungen sind mit diesem Ende auf jedenfall gegeben.

Dienstag, 17. Juni 2014

The Crimson Campaign von Brian McClellan

The Crimson Campaign von Brian McClellan



Info:

Genre: Flintlock Fantasy
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Orbit (6. Mai 2014)
Sprache: Englisch
Amazon: Amazon.de








Tolle Fortsetzung der Powder Mage Trilogie, die ebenso spannend und mitreißend ist wie der erste Teil.

Rating: 7/10


Inhalt:

'The hounds at our heels will soon know we are lions' Tamas's invasion of Kez ends in disaster when a Kez counter-offensive leaves him cut off behind enemy lines with only a fraction of his army, no supplies, and no hope of reinforcements. Drastically outnumbered and pursued by the enemy's best, he must lead his men on a reckless march through northern Kez to safety, and back over the mountains so that he can defend his country from an angry god. In Adro, Inspector Adamat only wants to rescue his wife. To do so he must track down and confront the evil Lord Vetas. He has questions for Vetas concerning his enigmatic master, but the answers might come too quickly. With Tamas and his powder cabal presumed dead, Taniel Two-shot finds himself alongside the god-chef Mihali as the last line of defence against Kresimir's advancing army. Tamas's generals bicker among themselves, the brigades lose ground every day beneath the Kez onslaught, and Kresimir wants the head of the man who shot him in the eye.

Review:


Dieses Buch in Händen zu halten war wirklich eine Tortur. Leider ist Brian McClellan ein Opfer des momentan anhaltenden Streites zwischen Amazon und Hatchet, somit wurde auch meine, seit 3 Monaten vorbestellte, Ausgabe einfach nicht versandt. Nach meiner Stornierung bei Amazon, habe ich es dann auf andere Wege erhalten und zwei Wochen nach der Veröffentlichung endlich meine gebundene Ausgabe in der Hand gehalten.
Nun aber zum Buch selber. Normalerweise haben die zweiten Bücher einer Trilogie immer einen kleinen Durchhänger, um dann im dritten ein fulminantes Ende folgen zu lassen. Das wurde in diesem Fall aber glücklicher Weise vermieden.
Die Handlung setzt ansatzlos an die des Vorgängers an und schon nach kurzer Zeit hat man sich wieder in die verschiedenen Handlungsstränge und Charaktere eingefunden. Dabei wird stark auf die alten Hauptpersonen aufgebaut und sie werden noch weiter ausgearbeitet. Neue Personen treten so gut wie gar nicht auf.
Und hier liegt auch der einzig herausstehende Kritikpunkt in dieser Reihe. Das Fehlen von starken weiblichen Heldinnen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Nur der Sidekick von Taniel, Ka-Pol, ist interessant und es wäre sicherlich unterhaltsam die Geschehnisse teilweise aus ihrer Sicht zu erleben.
Was die Handlung und Worldbuilding betrifft, liefert der ehemalige Schüler von Brandon Sanderson wieder einmal eine sehr tempogeladene Geschichte ab, die keinerlei Langeweile beim lesen aufkommen lässt und mit neuen Details zur Welt Appetit auf mehr macht.
Bisher gibt es leider noch keine Übersetzung ins Deutsche und es ist wohl auch vorerst keine geplant, was mich doch sehr verwundert, denn seine Erzählungen haben sicherlich das Niveau international erfolgreich zu sein. Heyne, Piper und Co. sollten wirklich mal einen Blick auf McClellan werfen und sich möglichst schnell die Rechte sichern.
Wer den ersten Teil mochte, wird hier wieder seinen Spaß haben. Freue mich schon auf nächstes Jahr, dann hoffentlich pünktlich zum Erscheinungsdatum!

Montag, 16. Juni 2014

Breaking News von Frank Schätzing

Breaking News von Frank Schätzing


Genre: Thriller
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seiten: 976
Sprache: Deutsch
Amazon: Amazon.de









Frank Schätzing liefert ein Ken Follet ähnlichen Epos ab, das einen guten Überblick auf den Nahostkonflikt und dessen Geschichte, mit all seinen Problemen, gibt. 

Rating: 7/10


Inhalt:

Tom Hagen, gefeierter Star unter den Krisenberichterstattern, ist nicht zimperlich, wenn es um eine gute Story geht. Die Länder des Nahen Ostens sind sein Spezialgebiet, seine Reportagen Berichte aus der Hölle. Doch in Afghanistan verlässt ihn sein Glück. Eine nächtliche Geiselbefreiung endet im Desaster. Hagens Ruf ist ruiniert, verzweifelt kämpft er um sein Comeback. Drei Jahre später bietet sich die Gelegenheit in Tel Aviv, als ihm Daten des israelischen Inlandgeheimdienstes zugespielt werden. Hagen ergreift die Chance - und setzt ungewollt eine tödliche Kettenreaktion in Gang... Breaking News ist ein mitreißender Thriller vor dem Hintergrund einer epischen Saga. Zwei Familien wandern Ende der zwanziger Jahre nach Palästina ein – in eine von Legenden, Kämpfen und Hoffnungen beherrschte neue Welt, wo Juden, Araber und britische Kolonialherren erbittert um die Vorherrschaft ringen. Bis in die Gegenwart, über Generationen hinweg, spiegeln und prägen beide Familien Israels atemlose Entwicklung. Als Hagen in der jungen Ärztin Yael Kahn eine unerwartete Verbündete findet, erkennt er, dass auch sein Schicksal eng mit der Geschichte des Landes verbunden ist. Doch mit Yael an seiner Seite gehen die Probleme erst richtig los.

 Breaking News ist das neueste Werk aus der Feder von Frank Schätzing, einen meiner Lieblingsautoren. Wie immer in seinen Bücher floss auch hier jede Menge an Recherche in den Roman. Hauptschauplatz der Handlung ist dabei vorwiegend Israel und dessen Geschichte der letzen 60 Jahre.
Erzählt wird das ganze  in einer epochalen Saga, die Ähnlichkeiten zu Romanen von Ken Follet aufweist, aus der Sicht zweier jüdischer Familien. Man erlebt mit ihnen alles von der Gründung des Staates bis hin zur jetzigen Zeit. Das Ganze wirkt zwar eher wie eine Geschichtsstunde, mit teilweise langen erklärenden Passagen, störte mich aber nicht im geringsten. Das mag zwar nicht jeden ansprechen, aber mir hat eine kleine Auffrischung in Sachen Nahostkonflikt gut gefallen. Auch wirkten es nicht propagierend, als ob der Autor jemanden seine eigene Ansichtsweise aufdrücken wolle, sondern die Problemstellungen wurde von mehreren Argumentationsstandpunkten aus beleuchtet.
Das Familienepos bildet den Kern der Handlung. Es ist umgeben von einem packenden Thriller rund um den Journalisten Tom Hagen, dessen Jagd auf eine große Story, die beiden Handlungsstränge langsam miteinander verbindet.
Dies ist definitiv ein Roman für Schätzing Fan's. Leser die seinen ausgedehnten Schreibstil nicht mögen, werden von dem Buch wohl recht schnell abgeschreckt sein. Man muss schon einiges an Stamina besitzen sich durch diese tausend Seiten zu arbeiten, wird aber mit einer tollen Geschichte belohnt. Wer die Geschichte des Nahostkonfliktes gerne nochmal auffrischen will, in Form einer packenden Geschichte, ist hier genau richtig.

Montag, 9. Juni 2014

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki von Haruki Murakami

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki  

von Haruki Murakami


Info:

Genre: Japanische Literatur
Seite: 350
Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 1 (10. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
Amazon: Amazon.de







Wieder ein typisches Haruki Murakami Buch, dass einen mit seiner großartigen Erzählung gebannt hält, durch das Ende aber nicht ein Werk für Jedermann ist.

Rating: 5/10





Inhalt: 

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt.
Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.

Review: 

In diesem Jahr gab es wieder eine neue Übersetzung von einem meiner Lieblingsautoren Haruki Murakami, der schon seit längerer Zeit in der engeren Wahl für den Literaturnobelpreis ist.
Und auch dieses Mal wird man nicht enttäuscht, wenn man den Stiel von Murakami mag. Die Geschichte dreht sich um Tsukuru Tazaki und wird auf langsame Weise aufgebaut. In abwechselnden Schritten wird aus seinem Momentanen Leben und aus seiner Vergangenheit aus seiner Sicht erzählt. Die Handlung bleibt dabei jedoch relativ flach, nichts aufregendes passiert. Die Erzählung fließt vor sich hin, bleibt aber doch aufgrund der bemerkenswerten Schreibweise von Murakami interessant. Er schafft es den Leser gebannt zu halten und ihn tief in seine Welt hineinzuziehen. Dies ist auch notwendig, da mich die Geschichte an sich nicht sonderlich bewegt hat.
Besonders fällt das Ende auf. Ohne zu viel zu verraten, handelt es sich hier um ein sehr offenes Ende. Wer befriedigende Enden bevorzugt sollte dieses Buch auslassen. Ich bin mir selbst nicht ganz sicher wie ich es fand, diese Art eine Geschichte zu beenden sorgt jedoch immer noch dafür, sich gedanklich weiter damit zu befassen.
Empfehlenswert für Fans von Haruki Murakami, alle anderen sollten vielleicht einen Bogen machen, auch für den Murakami einstieg nicht unbedingt der beste Anfang. 1Q87 wäre vielleicht angebrachter.

Freitag, 23. Mai 2014

The Ties That Bind #1-#3 von Rob J. Hayes

The Ties That Bind #1-#3 von Rob J. Hayes



Info:
#1 The Heresy Within
#2 The Colour of Vengeance
#3 The Price of Faith

Sprache: Englisch
Seiten: a ca. 350 Seiten
Verlag: Selfpublished , 2013
Amazon.de:  The Heresy Within
                    The Colour of Vengeance                    The Price of Faith








Eine wirklich tolle Debüttrilogie von Rob J. Hayes , die durch eine tolle makabere Welt und herrausragenden Characktere überzeugt.

Rating: 8/10

Inhalt:

The Heresy Within is the first book in the debut trilogy, The Ties that Bind by Rob J. Hayes.
Thanquil Darkheart is an Arbiter of the Inquisition, a witch hunter tasked with hunting down and purging heretics. Thanquil Darkheart is also something else, expendable.
When the God-Emperor of Sarth tells Thanquil there is a traitor operating among the highest echelon of the Inquisition he knows he has no choice but to sail to the city of Chade and follow the Emperor's single lead.
The Black Thorn is a murderer, a thug, a thief and worse but he's best known for the killing of six Arbiters. These days he travels with a crew of six of the most dangerous sell-swords in the wilds. 
After a job well done they find themselves on the run from the law once again but the boss has good news; a new job, the biggest any of them have ever pulled. First, however, they need to evade capture long enough to secure travel to the free city of Chade.
Jezzet Vel'urn is a Blademaster; a swords-woman of prodigious skill but she knows that for a woman like her in the wilds there are two ways out of most situations; fight or screw. Truth is, all too often for Jezzet's liking, it comes down to a combination of the two.
Jezzet is chased half-way across the wilds by a vengeful warlord until she makes it to the free city of Chade. Instead of sanctuary, however, all she finds are guards waiting to turn her over for some quick gold.

Review:

The Ties That Bind ist ein kleiner Geheimtipp von mir. Durch andere Fantasieafitionados bin ich auf diese selfpublished Trilogie gekommen, die meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient, also leiste ich hiermit nun meinen Beitrag um diesem Autor mehr Beachtung zukommen zu lassen, denn er schreibt wirklich sehr gut.
The Heresy Within , das erste Buch der Trilogie, setzt schon zu Beginn die Stimmung für die ganze Reihe und das ist eine sehr dunkele. Geeignet also eher für Fans von Abercrombie, Mark Lawrence und ähnlichen Grim-Dark Autoren. In dieser blutigen Welt wird die Geschichte von drei Hauptpersonen erzählt, die allesamt sehr  "besonders" sind. Arbiter Thanquil Darkheart, Jezzet Vel’urn und Betrim the Black Thorn sind wirklich sehr graue Charaktere, die in anderen Fantasiebüchern wohl eher die Bösewichte wären. Für ein Debüt sind Sie wirklich grandios gelungen und bilden eine der Stärken dieser Bücher. Besonders im zweiten Band , The Colour of Vengeance, tritt dies in den Vordergrund.
Da der Fokus eher auf den Charakteren und der Action liegt, kommt das Worldbuilding leider etwas zu kurz. Man bekommt zwar ein paar kleine Einblicke, aber ich finde da ist noch mehr Potential. Eine Weltkarte wäre eine gute Investition seitens des Autors um dem Ganzen einen besseren Überblick zu geben, denn ich habe des öfteren Schwierigkeiten gehabt mich zu orientieren.
Aber das ganze lenkt nur leicht von der packenden Geschichte ab, die sich über diese drei Bücher verteilt. Mit sehr gutem Pacing wird die Handlung vorangetrieben. Besonders die Kampfszenen sind hervorragend geschrieben.
Sehr gewagt fand ich von Hayes im zweiten Buch auf die Handlungsstränge von Thanquil und Jezzet zu verzichten und sich vollkommen auf Black Thorn zu konzentrieren. Ein Experiment das in diesem Fall gelingt und meiner Meinung nach das Beste Buch in der Reihe bildet. Vor allem da Black Thorn wohl der am
psychisch labilste von den dreien ist und das Ganze sehr unterhaltsam macht.
Durch jede Menge Wendungen im Handlungsgeschehen bleiben die Bücher von der ersten, bis zu letzten Seite spannend. Auch das Ende schließt die Haupthandlung gelungen ab, es bleiben jedoch noch genug lose Enden für eine Fortsetzung der Reihe übrig.

Allen Grim-Dark-Fans kann ich The Ties That Bind nur wärmstens empfehlen und hoffentlich bekommt Rob J. Hayes bald einen guten Verleger, damit seine Werke für eine breitere Masse zugänglich sind. Bis dahin freue ich mich auf weitere Erzählungen aus seiner Feder!

Montag, 12. Mai 2014

Blutrecht ( Traitor's Blade) von Sebastien de Castell (Greatcoats #1)

Info: 

Blutrecht
Sebastien de Castell
Erschienen am 12.05.2014
Übersetzt von: Andreas Decker
448 Seiten, ePub
ISBN: 978-3-492-96481-4
€ 12,99 [D], € 12,99 [A], sFr 15,00
GREATCOATS

Amazon: Amazon.de








Toller Debütroman von Sebastien de Castell, der es schafft, eine klassische Fantasygeschichte in einem Grim-Dark Setting auf spannende und lustige Weise zu erzählen.

Rating: 7/10



Inhalt:

Sie sind Verräter. Diebe. Mörder ... und Helden!Falcio ist der Anführer der Greatcoats. In der Kunst des Kampfes ebenso geschult wie im Gesetz des Reiches Tristia, ziehen die Greatcoats als reisende Gesetzeshüter durchs Land, um Gerechtigkeit zu bringen und das Wort des Königs zu verbreiten. Sie sind Helden. Oder vielmehr waren sie es, bis sie tatenlos zusahen, wie die dunklen Herzöge von Tristia das Königreich übernahmen und den Kopf des Königs auf einen Pfahl spießten. Nun bewegt sich Tristia am Rande des Untergangs, und die Barbaren an den Grenzen warten nur darauf, ins Land einzufallen. Die Herzöge reigieren mit Willkür und Chaos, und die Greatcoats sind weit verstreut, gebrandmarkt als Verräter, Diebe und Mörder. Ihren legendären Uniformen sind nur noch Fetzen, die an eine ruhmreiche Vergangenheit erinnern. Alles, was ihnen geblieben ist, ist ein letztes Versprechen, dass sie ihrem getöteten König gaben. Das Versprechen, eine letzte Mission zu erfüllen. Doch wenn sie damit Erfolg haben wollen, müssen sie sich wieder vereinen – oder miterleben, wie die Welt um sie herum in Feuer untergeht ...


Review: 

Zuerst einmal vielen Dank an den Piper Verlag, der mir ein Vorabexemplar von Blutrecht für eine Rezension hat zukommen lassen. Ich war somit in der Lage das Buch sowohl auf Deutsch, als auch Englisch zu lesen und muss sagen, dass die Übersetzung von Andreas Decker sehr gut gelungen ist.

Blutrecht ist der Debütroman von Sebastien de Castell und ein außerordentlich guter Start in die Greatcoats-Reihe. Erzählt wird das ganze aus der Ich-Perspektive des Hauptprotagonisten. Nach einem holprigen Start nimmt die Handlung sehr schnell Fahrt auf und wird in rasanten Tempo weiter erzählt, ohne dass der Lesefluss durch langweilige Phasen unterbrochen wird. (Großes Lob an den Editor und Autor. Ich habe nur selten ein Buch mit so gutem Pacing gelesen)
Die Vorgeschichte wird mit kurzen Rückblenden erzählt, deren Verwendungen sehr gut gewählt wurden und genau zum richtigen Zeitpunkt etwas detaillierte Hintergründe für die nachfolgenden Szenen bereit stellt.
Wie immer bei Erzählungen in der ersten Person steht und fällt die Geschichte mit dem Charakter des Erzählers und in diesem Fall gefällt mir Falcio sehr gut. Er ist der überspitzt moralisch und treue Held in einer Welt, die sich gegen ihn verschworen zu scheint hat. In Mitten mittelalterlicher Dunkelheit und Brutalität versucht er sich gegen einen reißenden Strom zu bewegen. Das Ringen des Helden sein Ziel zu erreichen ist ja ein grundlegendes Motiv in der Charakterentwicklung und wird hier zum Extrem geführt, was aber durchaus interessant ist. Vor allem, da Falcio das Ganze auf eine teilweise humorvolle Art zu Stande bringt, was die teils brutalen Szenen leicht entschärft. Man baut durchaus eine Verbindung zum jungen Anführer der Greatcoats auf und leidet mit ihm, auf seinem, von Zweifeln geplagten, Weg zu einem unsicheren Ziel. Zwar sind er und seine Kameraden nicht die Hellsten und werden von jeder Seite manipuliert und ständig übers Ohr gehauen, aber gerade das macht sie auf eine gewisse Weise sympathisch.

Insgesamt hat das Buch alles, was man sich von einem gutem Fantasyroman erhofft. Eine interessante Welt, mit politischen Intrigen, eine spannend erzählte Handlung, die mit vielen überraschenden Wendungen aufwartet  und ansprechenden Charakteren. Ich kann Blutrecht nur allen empfehlen, die eine typische Fantasygeschichte in einem Grim-Dark Setting erleben wollen. Ein toller Auftakt zur Greatcoats-Reihe, von der  bereits im September 2014 das nächste Buch (Hochverrat) erscheinen wird. Ich bin sehr gespannt!

Freitag, 2. Mai 2014

S. von J.J. Abrams, Doug Dorst

S. von  J.J. Abrams, Doug Dorst


Info: 

Genre: Mystery/Thriller
Seiten: 473, Hardcover
Verlag: Mulholland Books , 2013
Sprache: Englisch
Amazon: Amazon.de





Geniales Gesamtkunzwerk des Mystery Genies J.J. Abrams, der hier mehr als nur ein Buch kreiert hat.

Rating: 9/10



Inhalt:

One book. Two readers. A world of mystery, menace, and desire.
A young woman picks up a book left behind by a stranger. Inside it are his margin notes, which reveal a reader entranced by the story and by its mysterious author. She responds with notes of her own, leaving the book for the stranger, and so begins an unlikely conversation that plunges them both into the unknown.THE BOOK: Ship of Theseus, the final novel by a prolific but enigmatic writer named V. M. Straka, in which a man with no past is shanghaied onto a strange ship with a monstrous crew and launched onto a disorienting and perilous journey.THE WRITER: Straka, the incendiary and secretive subject of one of the world’s greatest mysteries, a revolutionary about whom the world knows nothing apart from the words he wrote and the rumours that swirl around him.THE READERS: Jennifer and Eric, a college senior and a disgraced grad student, both facing crucial decisions about who they are, who they might become, and how much they’re willing to trust another person with their passions, hurts, and fears.S. , conceived by filmmaker J. J. Abrams and written by award-winning novelist Doug Dorst, is the chronicle of two readers finding each other in the margins of a book and enmeshing themselves in a deadly struggle between forces they don’t understand. It is also Abrams and Dorst’s love letter to the written word.

Review: 

Gleich vorne weg: Eines der kreative gestalltesten Bücher die ich je gelesen habe, das sowohl vom Inhalt als auch vom Design überzeugt. Dies ist nämlich kein normales Buch, das man von Vorne bis Hinten durchließt, sondern hier gibt es gleich mehrere Ebenen der Erzählung. Zu einem die Geschichte "Ship of Theseus" von dem Autor V. M. Straka, was auch der Titel auf dem Buch ist, dass wie ein altes Bibliotheksbuch aufgemacht ist. Denn das soll es auch sein. Innerhalb dieses Buches gibt es eine Art Dialog zwischen zwei Lesern, die mit Hilfe von Randnotizen miteinander kommunizieren. (Siehe Bild um es sich besser zu veranschaulichen) 
Eine wirklich geniale Idee vom Mystery-Meister J.J. Abrams und genial schriftlich umgesetzt von Doug Drost. Um dem ganzen noch mehr Tiefe zu geben, befinden sich in dem Buch noch jede Menge Beilagen wie Postkarten, Briefe und Bilder, die von den beiden Lesern Jennifer und Eric hinzugefügt wurden. Hier ist wirklich viel Arbeit in die Erstellung gegangen. Sehr viele unterschiedliche Materialien wurden verwendet, um dem ganzen noch mehr Glaubwürdigkeit zu geben. Von auf Servietten gezeichneten Karten, bis hin zu Codebrecherscheiben wurde hier mit sehr viel Liebe zum Detail gearbeitet.

Das schwierige an diesem Buch war heraus zu finden wie man es überhaupt lesen soll. Ich habe bei vielen Reviews gesehen, dass sie es zu schwierig fanden den Text mit den ganzen Notizen und Fußnoten zu lesen. Und das ist genau der Fehler, den sie begangen haben. Hier eine kleine Anleitung.

Wie man dieses Buch lesen sollte:
Es empfiehlt sich zuerst einmal die Geschichte Ship of Theseus im Ganzen zu lesen. Hierfür gibt es auch ein Hörbuch bei Audible unter diesem Namen, für diejenigen die das gerne hören( Toller Erzähler). Dabei können die Beilagen für das erste ignoriert werden.
Anschließend kann man sich mit den Randnotizen beschäftigen, die sich auch Teilweise auf spätere Kapitel beziehen.
Hat man dies alles gelesen gibt es auch noch einen "Fakeblog" von Jen online: http://jenheyward.tumblr.com/ . Dies ist das oft angesprochene originale 10. Kapitel des Buches.

Die Geschichte  Ship of Theseus für sich genommen ist schon fantastisch geschrieben und wäre den Kauf schon wert, aber auch der Dialog zwischen Jen und Eric an den Seitenrändern ist mitreißend und verleiht dem ganzen eine tolle Tiefe. Es gibt so viele Andeutungen, Interpretationen und Hinweise. Es ist wirklich ein toller Spaß um das Geheimnis um den berüchtigten Autor V.M. Straka mit zu rätseln.

Ganz wichtig ist, dass ihr dieses Buch unbedingt als Hardcover kaufen solltet, es wird einfach nicht als E-book oder Taschenbuch funktionieren. Man braucht einfach dieses Feeling eines Bibliothekbuches. Es ist alle mal das Geld wert und eine tolle Geschenkidee für Büchergeeks.



Donnerstag, 1. Mai 2014

The Grim Company (Schattenkrieger) von Luke Scull


Info:

Originaltitel: The Grim Company - The Age of Ruin Trilogy Book 1
Originalverlag: Head of Zeus
Aus dem Englischen von Jürgen Langowski

Deutsche Erstausgabe
Paperback, Klappenbroschur, 624 Seiten, 13,5 x 20,6 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-453-31500-6
€ 15,99 [D] | € 16,50 [A] | CHF 22,90* (* empf. VK-Preis)

Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: 13. Januar 2014 

Amazon: Amazon.de




Fantastischer Debütroman von Luke Scull, der durch eine großartig erdachte Welt und starke Charaktere auftrumpft. 

Rating: 7/10


Inhalt:

Der Aufstand gegen die finsteren Magierfürsten beginnt ...

Eine Welt versinkt in den Schatten. Mächtige Tyrannen haben die großen Stadtstaaten unterworfen und überziehen das Land mit Krieg. Wilde Magie fließt ungehindert und bringt abscheuliche Wesen hervor, während die Menschen in Angst und Schrecken erstarren. Doch als zwei Barbaren aus dem Norden sich mit einem jungen Rebellenkrieger zusammenschließen, flackert das Feuer des Widerstands gegen die Tyrannen neu auf. Aber der Pfad der Rebellion ist finster und blutig…

Review:

Ich war zunächst etwas kritisch als ich angefangen habe "The Grim Company" zu lesen, da hier das zum Einsatz kommt, was ich eigentlich nicht so sehr in Fantasybüchern mag: Übermächtige Magier, die hier sogar ihre eigenen Götter besiegt haben, was zu Folge hat, dass die Welt langsam auseinander bricht. Schon im Prolog wird ihre enorme Kraft demonstriert. Jedoch hat es Luke Scull geschafft eine gewisse Balance in ihre Fähigkeiten zu bringen, damit alle anderen Handlungen noch Relevanz behalten. Meist läuft es bei dieser Art von Geschichten darauf hinaus, dass derjenige gewinnt , der am Ende noch den mächtigeren Magier hat, Heere haben eigentlich keinerlei Bedeutung und auch Erfolge der "normalen" Hauptakteure wirken meist eher als reine Glückssache.
In Sachen Charaktere trumpft Scull mit einer großen Palette an genreüblichen Typen auf, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei ist. Sei es ein mürrischer Magier, oder der pflichtbewusste nordische Barbar. Einer meiner Lieblingspersonen war der vollkommen von sich überzeugte zukünftige Held, der einem Terry Pratchett Roman entsprungen sein könnte und heitere Momente in die doch eher düsteren Erzählung bringt.
Die Handlung an sich, war gut entwickelt und bietet mit vielen PoVs, von vielen "grauen" Charakteren eine fesselnde und abwechslungsreiche Geschichte, die in wundervoller Prosa erzählt wird. Damit reiht sich "The Grim Company" in eine Reihe von exzellenter Grimdark-Fantasy ein, die in den letzten Jahren erschienen ist. Der Auftakt war auf jeden Fall toll, der zweite Teil erscheint auch schon dieses Jahr!

Sehr zu empfehlen für alle Grim-Dark Fans! 

Montag, 28. April 2014

Malice (The Faithful and the Fallen #1) von John Gwynne


 Malice (The Faithful and the Fallen #1) von John Gwynne 

Info:

  • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
  • Verlag: Tor Books (6. Dezember 2012)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0230758452
  • ISBN-13: 978-0230758452
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 15,8 x 5,8 cm
  • Amazon: Amazon.de

 

Das richtige Buch zur falschen Zeit?

Rating: 6/10

Inhalt:

Young Corban watches enviously as boys become warriors, learning the art of war. He yearns to wield his sword and spear to protect his king's realm. But that day will come all too soon. Only when he loses those he loves will he learn the true price of courage. The Banished Lands has a violent past where armies of men and giants clashed in battle, the earth running dark with their heartsblood. Although the giant-clans were broken in ages past, their ruined fortresses still scar the land. But now giants stir anew, the very stones weep blood and there are sightings of giant wyrms. Those who can still read the signs see a threat far greater than the ancient wars. Sorrow will darken the world, as angels and demons make it their battlefield. Then there will be a war to end all wars. High King Aquilus summons his fellow kings to council, seeking an alliance in this time of need. Prophesy indicates darkness and light will demand two champions, the Black Sun and the Bright Star. They would be wise to seek out both, for if the Black Sun gains ascendancy, mankind's hopes and dreams will fall to dust.

Review:

An erster Stelle möchte ich einmal bei dem Verlag Tor bedanken, von denen ich Malice bei einem Gewinnspiel gewonnen habe. Mit Unterschrift des Autors!

Nun kam ich endlich mal dazu das Buch zu lesen.

Dieses Debüt von John Gwynne ist eine gute alte Fantasy Geschichte, die viele Tropen des Genres benutzt, diese aber trotzdem geschickt genug umsetzt um nicht all zu kopiert zu wirken. Die ganze Handlung und Welt wirken allerdings doch, als alles schon mal da gewesen und nur wenig Neues. Ich hatte am Anfang wirklich Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzulesen. Die Hauptcharaktere waren mir überhaupt nicht sympathisch und es viel mir schwer mich für ihr Schicksal zu interessieren. Alle waren relativ jung und naiv und alles wirkte eher wie YA.

Der Trend liegt im Moment eher bei dunkler Fantasy, bei grauen Charakteren. Dies hier ist eher wohlfühl Fantasy, die natürlich auch ihren Platz hat, aber im Moment nicht mein Geschmack ist. Empfehlen würde ich es für jüngere Leser oder Fantasyeinsteiger, oder natürlich für Liebhaber dieser Art von Geschichten. Mit einer soliden Handlung und schönen Welt bietet es sicherlich gute Unterhaltung.

Annihilation von Jeff VanderMeer

Annihilation

A Novel
The Southern Reach Trilogy (Volume 1 of 3)
Jeff VanderMeer

Info:
Farrar, Straus and Giroux
FSG Originals
February 2014
Trade Paperback
ISBN: 9780374104092
ISBN10: 0374104093
5 x 7 1/2 inches, 208 pages

Amazon: Amazon.de





Spannender Auftakt zu einer skurielen Serie.
Rating: 7/10


Inhalt:
Area X has been cut off from the rest of the continent for decades. Nature has reclaimed the last vestiges of human civilization. The first expedition returned with reports of a pristine, Edenic landscape; all the members of the second expedition committed suicide; the third expedition died in a hail of gunfire as its members turned on one another; the members of the eleventh expedition returned as shadows of their former selves, and within months of their return, all had died of aggressive cancer.
This is the twelfth expedition.
Their group is made up of four women: an anthropologist; a surveyor; a psychologist, the de facto leader; and our narrator, a biologist. Their mission is to map the terrain and collect specimens; to record all their observations, scientific and otherwise, of their surroundings and of one another; and, above all, to avoid being contaminated by Area X itself.
They arrive expecting the unexpected, and Area X delivers—they discover a massive topographic anomaly and life forms that surpass understanding—but it’s the surprises that came across the border with them, and the secrets the expedition members are keeping from one another, that change everything.

Review:
Erzählt wir Annihilation als ein Journal aus der Sicht des Hauptcharakters, der "Biologin", von der wir nie den Namen erfahren. Jeff VanderMeer schaft es auf brillant Weise einem das Mysterium um Area X in kleinen Stücken aus dieser limitierten Sicht zu erzählen und erzeugt dabei eine wahrlich gruselige Wildernis Horror Stimmung, ähnlich wie bei der TV Serie Lost oder Büchern von Lovecraft.
Zwar bekommen wir nicht viele Erklärungen zu der Welt, es werden Themen oft nur angeschnitten und dann offen gelassen. Auf jede Antwort kommen zwei neue Rätsel. Das macht das Ganze jedoch sehr interessant.
Die Stimme der Erzählerin ist sehr gut gelungen. Ein sehr analytischer Geist einer Wissenschaftlerin beschreibt ihre Erfahrungen auf sehr detaillierte Weise. Wie so oft ist diese Stimme der Ausschlaggebende Punkt für den Erfolg, bei einer Geschichte in der Ich-Perspektieve. Nicht jedem wird dieser Stiel gefallen, daher empfehle ich ein paar Kapitel der Leseprobe zu lesen.

Ich bin gespannt wie der nächste Teil der Trilogie wird, die übrigens in seiner Gesamtheit in diesem Jahr(2014) veröffentlicht wird.
Ein sehr kurzes Buch, dass ich jedem empfehlen kann, der Mysterien mit Horrorstimmung mag.

Dienstag, 8. April 2014

Sand Omnibus (Sand #1-5) von Hugh Howey

Sand Omnibus (Sand #1-5)
von Hugh Howey



Info: 
Genre: Dystopische Fantasy
Verlag: Broad Reach Publishing
Seiten: 252
Sprache: Englisch









Ein neuer Dystopien Roman aus der Feder Hugh Howeys, dem erfolgreichen Autor der Wool Reihe, .

Rating: 5/10

Inhalt: 
The old world is buried. A new one has been forged atop the shifting dunes. Here in this land of howling wind and infernal sand, four siblings find themselves scattered and lost. Their father was a sand diver, one of the elite few who could travel deep beneath the desert floor and bring up the relics and scraps that keep their people alive. But their father is gone. And the world he left behind might be next. 
Welcome to the world of Sand, the first new novel from New York Times bestselling author Hugh Howey since his publication of the Silo Saga. Unrelated to those works, which looked at a dystopian world under totalitarian rule, Sand is an exploration of lawlessness. Here is a land ignored. Here is a people left to fend for themselves. Adjust your ker and take a last, deep breath before you enter.


Review:
Mit dem Erfolg der Wool Serie bleibt es natürlich nicht aus, Hugh Howey's neuestes Werk "Sand" mit dieser zu vergleichen. Wieder sind wir in einer postapokalyptischen Welt im US Bundesstaat Colorado, die aus unbekannten Gründen mit einer riesigen Sanddecke überzogen ist.
Die meisten der vorkommenden Personen sind "sand diver", die sich mit speziellen "Taucheranzügen" durch die riesigen Sandmassen einen Weg zu den Ruinen alter Städte bahnen und dort die Artefakte unserer untergegangen Zivilisation zu Tage fördern und durch deren Verkauf ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Das alles erinnert irgendwie an den Film Waterworld mit Kevin Costner, nur ersetzt hier Sand das Wasser.
Eines der verwendeten Fortbewegungsmittel ist auch ein katamaranähnliches Gefährt, mit dem man über die Dünen "segelt". Da ich diese Vorstellung die ganze Zeit im Hinterkopf hatte, fand ich Howeys Idee einfach nicht mehr originell genug.
Hauptcharaktere sind die drei Geschwister ... ,die allesamt stark durch ihren Vater beeinflusst sind, der sie schon ihn frühester Kindheit verlassen hat. Obwohl der Autor sich nur auf die beiden Älteren beschränkt, schafft er es im Verlauf der gesamten Geschichte nicht sie interessant zu machen. Es fehlt ihnen einfach an Kontrasten und Komplexität. Überhaupt fiel es mir schwer für irgendjemanden in diesem Roman Sympathie zu entwickeln und mit ihm mitzufiebern.
Der Haupthandlung fehlt es oftmals an Spannung, weil vieles sehr vorhersehbar wirkt. Interessant war nur etwas über die Welt zu erfahren und wie es dazu kam, dass alles mit Sand überzogen ist.  Sollte man aber erwarten Antworten auf seine Fragen zu bekommen, wird man hier sehr enttäuscht. Howey lässt  vieles offen und schneidet oft nur mit einigen Anmerkungen vorangegangene Ereignisse an und bleibt sehr vage.
Als Fan der gut durchdachten Wool Trilogie war ich doch sehr enttäuscht von diesem Buch. Es ist eine mäßige Geschichte, der es an Tiefe fehlt.

Montag, 7. April 2014

Red Rising von Pierce Brown

Red Rising von Pierce Brown


Info:

Genre: (YA-) Fantasy
Verlag: Del Rey
Seiten: 382
Sprache: Englisch









Von Pierce Brown kommt ein hervorragender Debütroman, im momentan dominierenden Dystopischen YA-Fantasy Genre. 


Rating: 7/10




Inhalt:
The war begins...
Darrow is a Helldiver, one of a thousand men and women who live in the vast caves beneath the surface of Mars. Generations of Helldivers have spent their lives toiling to mine the precious elements that will allow the planet to be terraformed. Just knowing that one day people will be able to walk the surface of the planet is enough to justify their sacrifice. The Earth is dying, and Darrow and his people are the only hope humanity has left.
Until the day Darrow learns that it is all a lie. Mars is habitable - and indeed has been inhabited for generations by a class of people calling themselves the Golds. The Golds regard Darrow and his fellows as slave labour, to be exploited and worked to death without a second thought.
With the help of a mysterious group of rebels, Darrow disguises himself as a Gold and infiltrates their command school, intent on taking down his oppressors from the inside.
But the command school is a battlefield. And Darrow isn't the only student with an agenda..

Review:

         Ja, Red Rising scheint auf den ersten Blick ein Abklatsch von den diversen aktuell supererfolgreichen YA-Büchern zu sein und nur mehr von dem selben zu erzählen. Und tatsächlich gibt es viele Parallelen zu Ender's Game und Hunger Games, aber unterscheidet sich doch genug von diesen um individuell zu bleiben. Pierce Brown erzählt eine wahrlich packende und mitreißende Geschichte.
Obwohl der Roman im YA-Genre eingeordnet wird, hatte ich beim lesen nicht wirklich das Gefühl in diesem Genre zu lesen. Die Vermarktung scheint aber dort wohl Momentan auch besser zu verlaufen. Also lasst euch von diesem Tag nicht verwirren, keine Teen Lovestory in Sicht.
Vielmehr ist dies eine sehr komplex gebaute Welt, mit jeder Menge Geheimnissen und politischen Intriegen, in die unser Hauptcharakter Darrow gestoßen wird. Darrow ist dem Autor wirklich gut gelungen. Ein überaus interessanter Charakter, mit vielen Fassetten, besonders seine Reife gegenüber seinen Gleichaltrigen, bedingt durch das harsche Leben der Reds, ist überzeugend. Die anderen Charaktere wirken dagegen eher langweilig und stereotypisch.
Red Rising dient Handlungsmäßig nur als Aufbau für die nachfolgenden zwei Bücher, von denen ich mir sehr viel verspreche, vorallem weil wir etwas mehr über die beteiligten Parteien und deren Motive erfahren. Es gab schon einige Anspielungen dadrauf, dass nicht alles so weiß und schwarz ist wie zu Beginn aussah. Auch wenn der Haupthandlungsstrang nicht der interessanteste war, so bot er doch jede Menge Spannung und Unterhaltung.
Wie ich gelesen habe hat Brown auch schon einen Movie-Deal in der Tasche und ich vermute, dass das hier das nächste Hunger Games ( in Sachen Größe) wird.

Sonntag, 6. April 2014

Retribution Falls(Piratenmond) von Chris Wooding

Retribution Falls(Piratenmond) von Chris Wooding


Info:
Genre: Steampunk
Seiten: 380
Verlag: Gollancz (first published 2009)
Amazon: Amazon.de





Vermisst ihr auch die legendäre SciFi Serie Firefly? Dann ist das hier genau das richtige Buch für euch. Mit vielen Parallelen zu der Serie bietet es sicherlich jede Menge Unterhaltung für alle Firefly Fans.

Rating: 7/10


Inhalt:
Intrigen, Kopfgeldjäger und Schätze
Darian Frey ist stolzer Besitzer und Kapitän der Ketty Jay und seines Zeichens Luftschiffer und Kaperer – zugegeben, Luftpirat wäre angemessener. Sein nächster Auftrag: Er soll die Ace of Skulls abfangen und sie um ihre wertvolle Ladung erleichtern. Doch als das Schiff vor seinen Augen explodiert und Frey erfährt, dass der Sohn des Erzherzogs an Bord war, weiß er, dass er sich gerade um Kopf und Kragen gebracht hat. Zusammen mit seiner Crew schlittert Frey in ein unglaubliches Abenteuer…

Anders als die Serie ist dies hier kein SciFi Buch, sondern lässt sich eher im Steampunk-Genre einsortieren. Zwar sind wir in dieser Welt an einen Planeten gebunden, der bietet allerdings jede Menge Abwechslung.
Das erste Highlight ist die Crew. Eine Zusammenstellung aus jeder Menge "Misfits" , bei der jeder sein kleines dunkles Geheimnis hat. Wie sie am Ende in der Crew gelandet sind wird geschickt durch kleine Hintergrundgeschichten gezeigt. Zwar bedient sich der Autor dabei einiger stereotypischer Vorlagen, gibt ihnen aber dennoch genug Eigentümlichkeit um nicht zu Klischeehaft zu wirken.
Besonders gut hat mir das Worldbuilding gefallen, obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von Steampunk Welten bin. Der Handel,Reisen und Krieg wird hier größtenteils mit Zeppelin ähnlichen Gefährten durchgeführt. Und natürlich gibt es auch Piraten und Kopfgeldjäger. Das alles erinnerte mich stark an ein altes Computerspiel "Crimson Skies" aus dem Jahre 2000 und ähnlich viel Spaß wie dieses Spiel ist Retribution Falls. Die Handlung wird schnell voran getrieben und langweilt durch jede Menge Action so gut wie nie. Die Haupt- und Hintergrundgeschichten sind auch interessant, wenn auch nicht die Anspruchsvollsten. Es lässt sich zwar oft schon vorhersehen was passiert, das mindert aber kaum die Unterhaltung.
Des weiteren kann ich auch noch das Hörbuch dazu empfehlen. Eine wirklich gelunge Produktion, allerdings wurden die späteren Teile leider nie vertont.

Mittwoch, 2. April 2014

The Thousand Names (Die tausend Namen) von Django Wexler




 Die tausend Namen von Django Wexler

 

Info:

Genre: Flintlock Fantasy
Verlag: Heyne
Seiten: 880
Sprache: Deutsch
Amazon: Amazon.de








Eines der besten Bücher von 2013 bekommt endlich eine Übersetzung ins Deutsche und bringt nun auch das Flint-Lock Genre auf unseren Markt.

Rating:

8/10



Inhalt:

Aufstände sind im Königreich Vordan keine große Angelegenheit. Doch als in der Wüsten kolonie Ashe-Katarion eine Rebellion ausbricht, wird nicht nur ein Regiment Soldaten entsandt, sondern der Befehlshaber Graf Vhalnich greift entschlossen die Rebellen an und erringt einen Sieg nach dem anderen. Lediglich ein kampferprobter Hauptmann und ein Soldat mit dunkler Vergangenheit ahnen, dass es bei diesem Feldzug um mehr geht – um ein machtvolles Geheimnis, dem Agenten der Krone und skrupellose Magier nachjagen. Ein Geheimnis, das über die Zukunft des Königreichs entscheiden wird.

Review:

Letztes Jahr bekam das Fantasy Genre neuen Schwung durch die Veröffentlichung zweier Romane, die ihre Welt an das 18. Jahrhundert anlehnten, besonders die Waffen dieser Zeit. So gibt es viele Kämpfe mit Musketen und Kanonen. Die beiden Bücher von denen ich rede sind "Promise of Blood" von Brian McClellan und das hier besprochene "Die Tausend Namen" von Django Wexler. Damit eröffneten die beiden ihr eigenes kleines Subgenre, die so genannte Flintlock-Fantasy.
Allerdings haben beide sehr unterschiedliche und interessante Ansätze, mit sehr verschiedenen Welten.

Die Tausend Namen beginnen mit der Vorstellung der beiden Hauptcharaktere, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Beide sind überaus gut und glaubwürdig geschrieben und verleihen der Handlung eine tolle Stimmung.
Nach einer kleinen Einführung in die Welt, die politische Lage und die Ausgangssituationen der einzelnen Personen, kommt das Geschehen so richtig in Gang. Es folgt eine packend geschriebene Kampfszene auf die Nächste. Dabei werden die Kampftaktiken, wie sie zur Zeit Napoleons angewendet wurden, sehr ausführlich beschrieben, was das ganze sehr glaubwürdig wirken lässt. Man merkt, dass hier wohl einiges an Recherche betrieben wurde.
Anders als bei Promise of Blood bleibt die Verwundung von Magie sehr limitiert. Und das ist auch gut so! So wie die Magie verwendet wird, passt es genau richtig in die hier geschaffene Welt und führt somit die Kampfszenen auch nicht ad absurdum, indem am Ende die Seite mit den Supermagiern gewinnen.

Insgesamt ein rundum gelungenes Debüt von Django Wexler, das mit tollen Charakteren und einer spannenden Handlung auftrumpft. Ein unbedingtes Must-Read!

Cryonic: Bruderschaft des Kreuzes (Cryonic, #2) von Vitali Sertakov

Cryonic: Bruderschaft des Kreuzes (Cryonic, #2) von

Info:

Genre: Scifi/Fantasy
Verlag: Piper
Seiten: 496
Sprache: Deutsch
Amazon: Amazon


Enttäuschender zweiter Teil der Cryonic-Saga von Vitali Sertakov.

Rating: 3/10


Inhalt:

Der zweite Band der düsteren Science-Fiction-Reihe aus Russland: Hinter einem Wall aus todbringender Materie liegt eine Welt, in der die Natur solche Grauen gebar, dass noch nie jemand von dort zurückkehrte. Es ist das Europa des 22. Jahrhunderts. Und hier liegt Artur Kowals Bestimmung … Es sind Jahre vergangen, seit der St. Petersburger Wissenschaftler Artur Kowal seinem kryonischen Sarkopharg entstieg und den Namen »Dämon« erhielt. Nun hat er sich zum mächtigsten Mann jenes Landes erhoben, das einst Russland war. Die Bürde der Verantwortung lastet schwer auf ihm, aber seinen Kampf für eine zivilisierte Gesellschaft und eine Zukunft des Menschen auf der zerstörten Erde hat er noch lange nicht aufgegeben. Dafür wagt er sich mit einer auserwählten Bruderschaft in die Hölle selbst: nach Europa, wo er französische Wissenschaftler aus ihrem Kälteschlaf erwecken möchte. Doch während er und seine Gefährten sich durch die todbringende Natur Deutschlands und Frankreichs schlagen, hat sich sein größter Feind erneut erhoben …

Review:


Dank Piper habe ich ein Vorabexemplar von "Der Bruderschaft des Kreuzes" erhalten. Hierbei handelt es sich um das zweite Buch in der Cryonic-Reihe. Zwar habe ich das erste Buch nicht gelesen, aber es war kein Problem sich in die Welt und Charaktere herein zu finden.
Von Anfang an hat mich allerdings die Prosa etwas verwundert. Ich weiß nicht ob es an der Übersetzung liegt, oder ob Sertakov wirklich so schreibt, aber in dieser Form wirkte alles sehr hölzern und unausgearbeitet an vielen Stellen. Besonders die Dialoge wirken teilweise extrem peinlich und lesen sich wie normale Altagsgespräche. Überhaupt sind viele umgangssprachliche Begriffe und Redewendungen verwendet worden, die man normalerweise nicht in Büchern erwartet. Dies ist überaus gewöhnungsbedürftig und verdirbt oftmals die Stimmung einer Szene.

Nun zur Handlung selbst. Das erste Drittel liest sich überaus schleppend. Grund dafür ist, dass der Plot an zu vielen Stellen passiv, durch die Erzählungen eines Charakters, der auf dem Weg getroffen wurde, wiedergegeben wird. Unterbrochen wird dies nur durch kleinere Scharmützel
Die Buchübergreifende Geschichte weckte auch nicht mein Interesse, es war zwar ein interessanter Ansatz, aber wurde leider nicht gut genug umgesetzt. Das Tempo ist immerhin gut, die Handlung wird zügig vorangetrieben. Dies ist auch nötig, da das ganze Buch eher Handlungsgetrieben ist. Was mich zum nächsten Punkt bringt. Die Charaktere.
Ich bin nach dem Buch auch nicht schlauer als davor, was für ein Typ Arthur ist. Es lässt sich so gut wie keine Charakterentwicklung bei der Hauptperson, geschweige denn von seinen Begleitern erkennen. Alle werden nur sehr oberflächlich und schablonenhaft beschreiben.

Das einzig Positive in diesem Buch ist die Dystopische Welt an sich. Mit vielen neuen Ideen kreiert Sertakov eine wirklich gruselige Endzeit-Welt. Schade nur, dass er es nicht schafft eine gute Geschichte darin zu erzählen.
Meine Vermutung ist, dass einiges hier "lost in translation" ist. Leider besitze ich keine Russischkenntnisse um mich zu überzeugen, wie gut das Buch im russischen Original ist.