Samstag, 25. April 2015

Der verlorene Thron von Brian Staveley

Titel



Seiten: 752
Verlag: Heyne Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453316614
Amazon: Amazon.de








Solider Debütroman von Brian Staveley!

Rating: 6/10


Inhalt:

Drei Erben, ein Reich und eine mörderische Intrige

Als der Kaiser von Annur heimtückisch ermordet wird, geht die Verantwortung für das Reich auf seine drei Kinder über. Seit acht Jahren haben sich die Geschwister nicht mehr gesehen, denn für jeden von ihnen ist ein anderes Schicksal vorherbestimmt: Kaden, der Thronerbe, wird in einem Bergkloster, fernab vom Zugriff seiner Feinde, darauf vorbereitet zu herrschen. Valyn wird auf einer abgelegenen Insel zum Elitekrieger ausgebildet, und Adare ist die oberste Ministerin am Kaiserhof. Entschlossen, den Tod ihres Vaters zu sühnen, machen sich die drei auf die Suche nach dem Täter – nicht ahnend, dass der Mord am Kaiser erst der Beginn einer gewaltigen Intrige ist, die Annur in seinen Grundfesten erschüttern wird ...

Review:

"Der verlorene Thron" ist der Debüt Roman von Brian Staveley , der mir Anfang 2014 bereits aufgefallen war und jetzt in der deutschen Übersetzung im Heyne Verlag erschienen ist. Dank eines Rezensionsexemplars konnte ich mich nun überzeugen, ob der Hype um dieses Buch gerechtfertigt war.
Die Geschichte rund um die Geschwister Adare, Kaden und Valyn kommt dabei nur stockend in fahrt. Wie üblich im Genre müssen wir uns erstmal durch die Ausbildungsverläufe der jungen Protagonisten  Kaden und Valyn kämpfen. Der eine wird zum Elitekämpfer trainiert, der andere zur Führung des Reiches. Dies ist zwar nichts Neues, aber unterhaltsam genug geschrieben, um das Interesse an der Geschichte aufrecht zu erhalten. Leider wird zu selten auf die Gesamtverschwörung, die sich rund um den Tod des Kaisers dreht eingegangen und nur am Ende leider größtenteils aufgelöst. Hier hätte ich ein wenig mehr Rafinesse erwartet, aber vielleicht kommt es noch zu einigen Wendungen im zweiten Teil.
Hat man sich durch einige langsame Passagen gekämpft, erwartet einen eine doch recht gut gelungene Story, die zwar nichts Außergewöhliches macht, aber doch bis zum spannenden Ende unterhält und Lust auf den zweiten Teil macht.
Meiner Meinung nach handelt es sich hier um einen soliden Genreroman, dem man durchaus als Fantasyfan lesen kann. 

Alles Licht, das wir nicht sehen von Anthony Doerr

Alles Licht, das wir nicht sehen 

von Anthony Doerr 



Seiten: 528
Verlag: C.H.Beck
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406667511
Amazon: Amazon.de








Großartiger historischer Weltkriegsroman, der mehr Aufmerksamkeit auf dem deutschen Markt verdient!

Rating: 8/10


Inhalt:

Saint-Malo 1944: Marie-Laure, ein junges, blindes Mädchen, ist mit ihrem Vater, der am "Muséum National d'Histoire Naturelle" arbeitet, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer geflohen. Einst hatte er ihr ein Modell der Pariser Nachbarschaft gebastelt, damit sie sich besser zurechtfinden kann. Nun ist in einem Modell Saint-Malos, der vielleicht kostbarste Schatz aus dem Museum versteckt, den auch die Nazis jagen. Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert, auf eine Napola geschickt und dann in eine Wehrmachtseinheit gesteckt, die mit Peilgeräten Feindsender aufspürt, über die sich der Widerstand organisiert. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, über den Etienne, Marie-Laures Onkel, die Résistance mit Daten versorgt... Kunstvoll und spannend, mit einer wunderschönen Sprache und einem detaillierten Wissen um die Kriegsereignisse, den Einsatz des Radios, Widerstandscodes, Jules Verne und vieles andere erzählt Anthony Doerr mit einer Reihe unvergesslicher Figuren eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg, und vor allem die Geschichte von Marie-Laure und Werner, zwei Jugendlichen, deren Lebenswege sich für einen folgenreichen Augenblick kreuzen.

Review:

Mit "Alles Licht, das wir nicht sehen" liefert und Anthony Doerr einen brillanten Roman, der mit glaubwürdigen Charakteren und einer tollen Atmosphere überzeugt.
Dabei werden uns zwei Geschichten in kurzen Rückblicken parallel erzählt. Die eine von einem jungen erblindeten Mädchen, das in Paris lebt und nach der Besetzung durch Deutschland nach Saint-Malo fliehen muss. Die andere von einem jungen deutschen Waisen, der durch seine technischen Begabung Aufsehen erregt und dadurch auf eine Napola geschickt wird und dort zum Nachwuchs für die SS und Wehrmacht ausgebildet wird.
Erst ganz zum Ende überschneiden sich beide Handlungsstränge nur kurz, in einem emotionalen Finale.
Anthony Doerr schafft es, mit seinen kurzen prägnanten Kapiteln die Geschichte der beiden Protagonisten gut voranzutreiben. Ich war zwar erst etwas skeptisch, das diese kurzen Kapitel einem überhaupt eine Verbindung mit den Charakteren ermöglicht und vielleicht die Tiefe fehlt, wurde dann aber im Verlaufe des Buches positiv überrascht. Zwar kommt es zu einigen Sprüngen in der Handlung von Monaten oder Tagen, aber langweilige Längen treten auf keinen Fall auf. Mit jedem Teil wird man mehr in die Geschichte hereingezogen und es fällt schwer das Buch beiseite zu legen, weil ein kurzen Kapitel kann man ja noch lesen :)
In den USA ein sehr großer Erfolg, mit einigen Preis gewinnen wie den Goodreads Choice Award und dem kürzlichen vergebenen Pulitzer-Preis, ist es verwunderlich, dass "Alles Licht das wir nicht sehen" keinen größeren Verkaufserfolg erzielt und auf den höheren Bestsellerplätzen ist.
Also meine ganz klare Empfehlung für alle Fans von historischen WW2 Romanen!

Montag, 13. April 2015

Der Lange Krieg von Terry Pratchett und Stephen Baxter

Der Lange Krieg 

von Terry Pratchett und Stephen Baxter



Seiten: 496
Verlag: Manhattan
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442547288
Amazon: Amazon.de








Lieblose Fortsetzung der Langen Erde Reihe, die weiter macht wo Band eins geendet hat.

Rating: 5/10


Inhalt:

Die Lange Erde: eine unendliche Abfolge von Welten, der unseren ähnlich und von Menschen unbewohnt. Bis eine geniale Erfindung es der Menschheit ermöglichte, sie zu betreten. Wo einst der erste Pionier Joshua eine unbekannte Welt nach der anderen erforschte, sind nun zahlreiche neue Siedlungen entstanden. Verbunden werden sie durch eine gewaltige Flotte von Luftschiffen, die Handel und Kultur befördern, sowie eine politische Struktur. Doch Unruhen deuten sich an: Millionen »Schritte« von der alten Erde entfernt ist ein neues Amerika entstanden, das nach Unabhängigkeit verlangt. Und auch die alten Wesen der Langen Erde begehren auf gegen die menschliche Dominanz. Kann der als Retter herbeigerufene Joshua den Frieden bewahren? Oder kommt es zum Krieg der Welten – einem Krieg, wie ihn noch nie jemand gesehen hat …

Review:

Der Lange Krieg ist das zweite Buch in der Langen Erde Reihe von Terry Pretchett und Stephen Baxter. Vom ersten Buch("Die Lange Erde") war ich etwas enttäuscht, da nur wenig von Pretchett’s genialen Schreibkunst durchschien. Im zweiten Teil ist dies leider auch nicht der Fall. Das Buch liest sich sehr wie die Lange Erde, mit den gleichen Mängeln in Handlung und Charakteren. Auch hier heißt es wieder, an sich guter Roman, jedoch nicht das Kaliber, dass man von den beiden Autoren gewöhnt ist. 
Wem das erste Buch der Reihe gefallen hat, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Die Story wird einige Jahre nach dem Ende von "Die Lange Erde" fortgesetzt und verläuft anschließend in einem ähnlichen Muster. Viel Neues zur Welt erfahren wir leider auch nicht, jedoch kommt etwas Spannung auf, mit der Entdeckung einiger anderen Lebensformen auf der langen Erde. Aber wieder liegt der Fokus der Geschichte im Worldbuilding und die Charaktere und Story bleiben dabei leider auf der Strecke. Es will sich einfach keine Verbindung mit den Hauptpersonen aufbauen lassen, um mit ihnen mit zu fiebern. 
Eigentlich schade aus so einer schönen Idee, keine vernünftige Geschichte erzählen zu können.

Sonntag, 12. April 2015

Exit von Hugh Howey

Exit von Hugh Howey



Seiten: 464
Verlag: Piper
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492056482
Amazon: Amazon.de








Fulminantes Ende der Silo Reihe, auf ähnlich hohem Niveau wie Silo

Rating: 7/10


Inhalt:

Juliette Nichols bricht mit den jahrhundertealten Regeln in Silo 18, um die Bewohner endlich für immer zu befreien - »Exit« ist das grandiose Ende der »Silo«-Serie und "macht Hugh Howeys Trilogie zu einem Meisterwerk und modernen Klassiker." Sunday Express Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass das Schicksal aller in deinen Händen liegt? Juliette Nichols, die neue Herrin in Silo 18, bricht mit den jahrhundertealten Regeln der unterirdischen Gemeinschaft - und lässt den riesigen Bohrer demontieren, um ihn für einen neuen Zweck einzusetzen. Denn Juliette weiß, dass ihr Freund Lucas und die anderen sterben werden, wenn sie nicht sofort handelt. Doch sie weiß nicht, dass ihr die größte Überraschung noch bevorsteht - ihr größter Gegner heißt noch immer Senator Thurman. Denn Thurman hat überlebt, und sein Plan ist es, die Aufständischen aus Silo 18 endgültig zu vernichten - mit einer lebensbedrohlichen Wolke aus Nano-Partikeln.

Review:

Nach einer herben Enttäuschung vom zweiten Band der Silo Reihe, erfüllte das dritte Buch "Exit" nun endlich meine Wünsche und liefert ein fulminantes Ende zur Trilogie. War die Handlung im ersten Teil noch sehr verwirrend, mit vielen Zeit und Handlungssprüngen, sowie einer Geschichte die nur wenige Überschneidungen mit dem ersten Band hatte, wird nun endlich dort weiter gemacht, wo Silo aufhörte.
Hugh Howey schaft es die Handlung wieder einmal sehr spannend zu halten und lässt durch viele Wendungen keine Langeweile aufkommen, jedoch will ich nicht unbedingt etwas von der Story vorwegnehmen, nur soviel: Es lohnt sich wirklich für Fans von Silo, hier wir alles in einem der Serie gerecht werdenden Finale und viele Fragen die noch offen waren, werden endlich beantwortet.
klare Kaufempfehlung! Und für diejenigen, die bisher noch nichts von Hugh Howey gelesen haben, kann ich den ersten Teil: Silo nur wärmstens empfehlen.

Samstag, 4. April 2015

Die Lange Erde von Terry Pratchett und Stephen Baxter

Die Lange Erde 



Seiten: 400
Verlag: Manhattan
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344254727X
Amazon: Amazon.de










Rating: 5/10


Inhalt:

Ein kleiner angekokelter Plastikkasten, ein paar angelötete Drähte, ein Schalter, eine Kartoffel … Als die Polizistin Monica Jansson im Jahr 2015 in den verkohlten Ruinen eines Hauses auf diese eher zweifelhafte Apparatur stößt, ahnt sie nicht, dass der Prototyp einer bahnbrechenden Erfindung vor ihr steht. Einer Erfindung, die die Geschichte der Menschheit für immer verändern wird. Denn der kleine Kasten ist ein Wechsler, mit dem es von nun an jedem möglich sein wird, mit einem kleinen Schritt in die »Lange Erde« hinauszutreten: eine unendliche Abfolge von parallelen Welten, der unseren mehr oder weniger ähnlich und von Menschen unbewohnt. Schon bald setzt auf der alten Erde ein wilder Goldrausch ein. Denn die Lange Erde birgt unendliche Möglichkeiten – und unendliche Gefahren …

Review:

Man sollte sich bei "Die Lange Erde" vom Namen des Autors nicht täuschen lassen.Obwohl Terry Pratchett auf dem Cover steht, findet sich nur wenig Pratchett zwischen den Umschlägen, zumindest wenig wofür er weltweit so bekannt ist. Nur selten kann man hier einmal schmunzeln. Wer einen mit Satire und Witz gefüllten Roman erwartet hat, wird leider enttäuscht werden.
Ich glaube es wird deutlich das hier hauptsächlich Baxter die Feder geführt hat und Pratchett eher der Juniorpartner in diesem Buch war.
An sich wartet "Die Lange Erde" mit einer interessanten Idee auf, abermillionen parallel existierende Erden, die aufeinmal von Menschen durch "stepping" erreicht werden können. Doch
leider schaffen die beiden Autoren es nicht eine ebenso interessante Geschichte mit der Idee zu verbinden. Es kommt nie zu einem wirklichen Spannungsaufbau und alles erinnert mich sehr an die Wanderung auf dem Silfenweg von Ozzy in den Commonwealth Büchern von Peter F. Hamilton.
Es gibt kein klares Ziel für unsere Protagonisten, sie erkunden die, nach einiger Zeit eher langweiligen, immer gleichen Welt(en), auf denen es immer wieder einige kleine Unterschiede gibt. Auch das eher antiklimaktische Ende passt zum Gesamteindruck der Buches.
"Die Lange Erde" ist keinesfalls ein schlechtes Buch, jedoch waren die Erwartungen bei den beiden Namen auf dem Cover entsprechend hoch. Ich hatte etwas wie "Good Omens", einer genialen Zusammenarbeit von Pratchett und Gaiman, erwartet.
Da ich ein dankenswerter Weise ein Reviewexemplar von Randomhouse für den nächsten Teil in der Reihe ("Der Lange Krieg")  bekommen habe, werde ich diesen auch noch lesen.  Vielleicht werde ich ja überrascht und die Serie kann sich noch steigern.