Donnerstag, 17. März 2016

Blauer Mars von Kim Stanley Robinson

Blauer Mars von Kim Stanley Robinson 



Seiten: 992
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453316983
Amazon: Amazon.de









Rating: 4/10


Inhalt:

Es ist die größte Herausforderung, der sich die Menschheit je gegenübersah: die Besiedlung unseres Nachbarplaneten Mars. Die Verwandlung einer lebensfeindlichen Wüstenwelt in einen blauen Planeten wie die Erde. Von der ersten bemannten Landung auf dem Mars über die frühen Kolonien und ihre Auseinandersetzungen, welche Form von Gesellschaft sie erbauen sollen, bis zum riskanten Versuch, das Klima einer ganzen Welt zu verändern – Kim Stanley Robinson erzählt in seiner Mars-Trilogie die Geschichte der Zukunft wie ein großes historisches Epos.

Review:

Mit der blaue Mars beendet Kim Stanley Robinson seine Mars Trilogie, die nach einem gelungenem Anfang, hier ihr leider langweiliges Ende findet.
Die ersten beiden Bücher hatten mich schon sehr begeistert und nach den fast 2000 Seiten wollte ich  wissen, wie das Ganze denn nun zu Ende geht. Leider entpuppte sich das als ein zäher Kampf. Der Handlungsbogen ist in Blauer Mars dermaßen flach, dass einfach keinerlei Momentum aufgebaut werden kann. Dieses Problem bestand zwar schon an einigen Stellen in der vorherigen Romanen, hier ist jedoch fast keinerlei Storyentwicklung zu entdecken. Da ich aber bereits so viel Zeit investiert hatte, habe ich tapfer bis zum Schluss gelesen.
Die wissenschaftlichen Ansätze von Robinson waren wieder genial ausgearbeitet und klingen sehr machbar und wirken nicht zu abstrus wie in manch einem SciFi-Zukuntsroman. Die möglichen Problematiken der von ihm ausgearbeiteten Zukunftsvision waren ebenfalls sehr gut durchdacht, ob das letztendliche Szenario sich so ausgehen würde, wage ich allerdings zu bezweifeln, aber regt durchaus dazu an sich einmal selbst dazu Gedanken zu machen.
So spannend es ist über diese Zukunftstechniken und Visionen zu lesen, so ermüdend ist es, wenn dies nicht in eine packende Handlung eingebunden wird. Seiten über Seiten werden Staatstheorien, Landschaften und wissenschaftliche Methoden besprochen. Die Charaktere bekommen nur sehr wenig Entwicklung und am Ende interessieren eh nur noch Sax und Ann, die Verkörperung zweier gegensätzlicher Ideologien.


Fazit:
Enttäuschendes Ende dieser Trilogie. Nur wer wirklich an Kim Stanleys Zukunftstheorien interessiert ist und gute Leseausdauer hat, sollte sich diesen Wälzer antuen. 2,5/5 *

Dienstag, 8. März 2016

Die Herren der Grünen Insel von Kiera Brennan

Die Herren der Grünen Insel von Kiera Brennan 



Seiten: 960
Verlag: Blanvalet
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764505591
Amazon: Amazon.de










Rating: 7/10


Inhalt:

Vier Familien, sechs Jahre Krieg und eine einzige Krone

Irland 1166: Die Grüne Insel ist in viele kleine Reiche zersplittert, die sich unerbittlich bekriegen. Könige fechten langjährige Fehden aus, und selbst die friedliebendsten Untertanen werden in den blutigen Machtkampf hineingezogen. Zugleich droht ein gemeinsamer Feind in Irland einzufallen: Henry Plantagenet will die Insel an sich reißen. Werden sich die Herren der Grünen Insel vereinen und sich gegen den König von England stellen? Und welche Rolle spielen der grausame Krieger Ascall und die von ihm entführte Caitlín in diesem Kampf um Macht und Blut?

Review:

Bei „Die Herren der Grünen Insel“ von Kiera Brennan erregte der Klappentext bei mir schon großes Interesse, da ich so gut wie noch nie einen historischen Roman in diesem Setting, Irland im 12 Jh. , gelesen habe und mir auch die Geschichte Irlands relativ unbekannt ist. Leider erfährt man aber, dass es hier das gleiche Maß an sinnlosem Blutvergießen und Krieg wie im Rest Europas gibt, nur in einer idyllischeren Landschaft J
Besonders gefallen hat mir auch direkt der Stil von Frau Brennan, der sich an den POV Kapitel Stil von George R.R. Martin anlehnt. Überhaupt erinnert mich in diesem Roman so einiges an Martin, was nicht unbedingt schlecht sein muss, jedoch schafft sie es leider nicht ähnlich einzigartige Charaktere zu schaffen. Ich hatte Probleme mich für einen der 9 Charaktere wirklich zu begeistern und somit bleibt es bei dieser Form des Schreibens nicht aus, dass man sich durch einige POV-Passagen quälen muss.
Die Handlung kommt in einem guten Tempo vorwärts, trotz der vielen Personen. Gerade mit überraschenden Handlungswendungen, bei denen die Autorin auch nicht zurück schreckt POV-Charaktere zu töten, hält sie die Geschichte, die sich über 1000 Seiten erstreckt, durchweg sehr spannend und schwer vorhersehbar. Ich hatte nur etwas Mühe dem zeitlichen Verlauf zu folgen und abzuschätzen in welchem Zeitrahmen sich die Handlung abspielte(außer natürlich die Jahresangaben in großen Abschnitten). Die Reisen von Ort zu Ort gingen teilweise sehr schnell von statten.
Das Ende ist in Sich geschlossen, lässt aber noch viele Handlungsstränge für eine etwaige Fortsetzung offen.

Gerade bei den sehr bildhaft beschriebenen Handlungsplätzen, Landschaften, Leben und Sitten der Zeit sieht man, dass hier eine Menge an Recherche und Begeisterung der Autorin eingeflossen ist. Kiera Brennan hat meiner Ansicht nach die Britische Invasion Englands im 12 .Jahrhundert in einen ansprechenden und unterhaltsamen Roman gebracht, der eine klare Empfehlung für alle Fans historischer Romane ist.