Montag, 26. Dezember 2016

Das Lange Utopia von Terry Pratchett und Stephen Baxter

Das Lange Utopia von Terry Pratchett und Stephen Baxter 



Seiten: 448
Verlag: Manhattan
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442547768
Amazon: Amazon.de










Rating: 5/10


Inhalt:

2045–2059: Während sich die Menschheit auf der Datumerde weiterentwickelt, ihrem von Katastrophen heimgesuchten und in die Jahre gekommenen Heimatplaneten, schreitet auch die Besiedelung der unendlich vielen Welten der Langen Erde voran. Lobsang, der als künstliche Intelligenz über Jahrzehnte die Lange Erde erforscht hat, lebt nach einem Zusammenbruch als Mensch getarnt auf einer exotischen, weit entfernten Erde. Dort glaubt er, ein »normales« Leben führen zu können. Doch irgendetwas stimmt mit dieser Kopie der Erde nicht. Gemeinsam mit dem zu Hilfe gerufenen Joshua entdeckt Lobsang, dass sich ein unbekannter Planet in einer der Welten der Langen Erde verfangen hat. Mit wenig erfreulichen Aussichten für deren Bewohner …

Review:

Der jetzt im Manhattan Verlag erschienene Roman „Das lange Utopia“ von Terry Pratchett und Stephen Baxter ist bereits der vierte Roman der langen Erde Reihe. Er knüpft dabei an die mittelmäßige Qualität der Vorgänger an, war meiner Meinung nach jedoch der bisher beste Teil der Serie. Allerdings vermisst man immer noch das Genie und den Witz eines Terry Pratchett, wie man ihn aus den Scheiben Weltromanen kennt.
Zunächst einmal muss man sich in diesem Roman durch den langsamen, teilweise sinnlosen Aufbau hindurch kämpfen, bis die Handlung endlich in interessantere Bahnen gelenkt wird. Die anfängliche Geburtstagsreise von Joshua kam mir einfach fehl am Platz vor, da sie keinem anderen Zweck diente, als eine kleine Zwischenhandlung anzustoßen. Erst als es um die Besonderheiten der Erde West 1.217.756 geht und nach und nach deren Geheimnisse aufgedeckt werden, kommt die Handlung richtig in Fahrt. Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass hier schneller auf den Punkt gekommen wird. Leider wird die Handlung immer von Einschüben unterbrochen, die die Geschichte von Joshuas Vater erzählen. Diese sind zwar höchst unterhaltsam, wirken aber irgendwie fehl am Platz, da sie nicht viel zur Handlung beitragen, eher etwas mehr die Historie der Wechsler beschreibt.
Ich denke hier zeigt sich, dass es ein Gemeinschaftsprojekt zweier Autoren war.
Das Ende ist wirklich sehr gut gelungen, aber hier sticht heraus, was ich schon in den vorherigen Roman bemängelt habe. Man stellt einfach keinerlei Verbindung zu den Charakteren her und es ist einem eher gleichgültig, wie sich das Schicksal von einigen entwickelt und man keinen Verlust empfindet, wenn diese das Zeitliche segnen.

Ich kann nicht genau sagen, warum ich diese Serie noch weiterlese, aber jetzt bin ich so weit gekommen, dass ich mir auch noch den letzten Band antun werde und auf ein versöhnliches Ende hoffe.

Sonntag, 25. Dezember 2016

Das Ende der Ewigkeit von Isaac Asimov

Das Ende der Ewigkeit von Isaac Asimov



Seiten: 340
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345331686X
Amazon: Amazon.de










Rating: 7/10


Inhalt:

Die Ewigkeit ist eine Organisation, die mittels Zeitreisen dazu in der Lage ist, kleinste Veränderungen in der Vergangenheit vorzunehmen, um einer zukünftigen Menschheit größeres Leid zu ersparen. Ganz vorsichtig, um keine Paradoxa hervorzurufen, verändern sie Schritt für Schritt unser gesamtes Universum, doch einige Jahrhunderte sind den Ewigen unzugänglich. Andrew Harlan hat den Auftrag, durch sein spezielles Wissen dafür zu sorgen, dass es zur Gründung der Ewigkeit kommt. Er unternimmt eine Reise in die Zukunft – und verliebt sich in eine junge Frau namens Noÿs Lambent. Sollte Harlan seinen Auftrag ausführen, würde sie in der Zukunft aufhören zu existieren … 

Review:

In seinem preisgekrönten Roman „das Ende der Ewigkeit“ beschäftigt sich Isaac Asimov mit der Thematik von Zeitreisen. Er beschreibt eine elitäre Organisation, die durch Zeitreisen subtile Veränderungen der Realität vornimmt und somit das Schicksal der Menschheit in vermeintlich bessere Bahnen lenkt. Es dauert etwas bis man dieses Konstrukt der „Ewigkeit“ aus der Sicht des Protagonisten Andrew Harlan erklärt bekommen hat, aber Asimov beschreibt diese komplexe Materie sehr verständlich und greifbar. Auch im späteren Verlauf, wenn es um Zeitschleifen und Paradoxen geht, ist die Problematik immer noch klar zu erkennen und kommt ohne viel Technogebrabel aus.
Obwohl die Geschichte Jahrtausende umspannt, werden diese zukünftigen Welten von Asimov meist nur angeschnitten und nie detailliert ausgefüllt. Man bekommt meist nur einen vagen Umriss, wie diese Welt vielleicht aussieht, ein paar kulturelle Besonderheiten oder technische Errungenschaften beschrieben, allerdings nicht im Detail. Der Fokus liegt hier klar auf diesem, von der Zeit abgekapselten, Konstrukt der „Ewigkeit“.
Mit dem Charakter Andrew Harlan, einem Spezialisten für Realitätsveränderungen, erkundet er hier die moralischen Aspekte der Beeinflussung des Zeitstroms. Dem hingabevoll arbeitenden „Techniker“ kommen auf einmal Zweifel an seiner Arbeit auf, als er sich in das Mädchen Noyes verliebt und er herausfindet, dass seine Änderung an der Realität wahrscheinlich die Auslöschung ihrer Existenz zur Folge hätte.
Von dieser Ausgangssituation erzählt Asimov eine packende, mit vielen überraschenden Wendungen gefüllte Geschichte.

Sehr zu empfehlen, auch gerade weil sich die Länge mit 240 Seiten sehr in Grenzen hält.