Montag, 26. Dezember 2016

Das Lange Utopia von Terry Pratchett und Stephen Baxter

Das Lange Utopia von Terry Pratchett und Stephen Baxter 



Seiten: 448
Verlag: Manhattan
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442547768
Amazon: Amazon.de










Rating: 5/10


Inhalt:

2045–2059: Während sich die Menschheit auf der Datumerde weiterentwickelt, ihrem von Katastrophen heimgesuchten und in die Jahre gekommenen Heimatplaneten, schreitet auch die Besiedelung der unendlich vielen Welten der Langen Erde voran. Lobsang, der als künstliche Intelligenz über Jahrzehnte die Lange Erde erforscht hat, lebt nach einem Zusammenbruch als Mensch getarnt auf einer exotischen, weit entfernten Erde. Dort glaubt er, ein »normales« Leben führen zu können. Doch irgendetwas stimmt mit dieser Kopie der Erde nicht. Gemeinsam mit dem zu Hilfe gerufenen Joshua entdeckt Lobsang, dass sich ein unbekannter Planet in einer der Welten der Langen Erde verfangen hat. Mit wenig erfreulichen Aussichten für deren Bewohner …

Review:

Der jetzt im Manhattan Verlag erschienene Roman „Das lange Utopia“ von Terry Pratchett und Stephen Baxter ist bereits der vierte Roman der langen Erde Reihe. Er knüpft dabei an die mittelmäßige Qualität der Vorgänger an, war meiner Meinung nach jedoch der bisher beste Teil der Serie. Allerdings vermisst man immer noch das Genie und den Witz eines Terry Pratchett, wie man ihn aus den Scheiben Weltromanen kennt.
Zunächst einmal muss man sich in diesem Roman durch den langsamen, teilweise sinnlosen Aufbau hindurch kämpfen, bis die Handlung endlich in interessantere Bahnen gelenkt wird. Die anfängliche Geburtstagsreise von Joshua kam mir einfach fehl am Platz vor, da sie keinem anderen Zweck diente, als eine kleine Zwischenhandlung anzustoßen. Erst als es um die Besonderheiten der Erde West 1.217.756 geht und nach und nach deren Geheimnisse aufgedeckt werden, kommt die Handlung richtig in Fahrt. Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass hier schneller auf den Punkt gekommen wird. Leider wird die Handlung immer von Einschüben unterbrochen, die die Geschichte von Joshuas Vater erzählen. Diese sind zwar höchst unterhaltsam, wirken aber irgendwie fehl am Platz, da sie nicht viel zur Handlung beitragen, eher etwas mehr die Historie der Wechsler beschreibt.
Ich denke hier zeigt sich, dass es ein Gemeinschaftsprojekt zweier Autoren war.
Das Ende ist wirklich sehr gut gelungen, aber hier sticht heraus, was ich schon in den vorherigen Roman bemängelt habe. Man stellt einfach keinerlei Verbindung zu den Charakteren her und es ist einem eher gleichgültig, wie sich das Schicksal von einigen entwickelt und man keinen Verlust empfindet, wenn diese das Zeitliche segnen.

Ich kann nicht genau sagen, warum ich diese Serie noch weiterlese, aber jetzt bin ich so weit gekommen, dass ich mir auch noch den letzten Band antun werde und auf ein versöhnliches Ende hoffe.

Sonntag, 25. Dezember 2016

Das Ende der Ewigkeit von Isaac Asimov

Das Ende der Ewigkeit von Isaac Asimov



Seiten: 340
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345331686X
Amazon: Amazon.de










Rating: 7/10


Inhalt:

Die Ewigkeit ist eine Organisation, die mittels Zeitreisen dazu in der Lage ist, kleinste Veränderungen in der Vergangenheit vorzunehmen, um einer zukünftigen Menschheit größeres Leid zu ersparen. Ganz vorsichtig, um keine Paradoxa hervorzurufen, verändern sie Schritt für Schritt unser gesamtes Universum, doch einige Jahrhunderte sind den Ewigen unzugänglich. Andrew Harlan hat den Auftrag, durch sein spezielles Wissen dafür zu sorgen, dass es zur Gründung der Ewigkeit kommt. Er unternimmt eine Reise in die Zukunft – und verliebt sich in eine junge Frau namens Noÿs Lambent. Sollte Harlan seinen Auftrag ausführen, würde sie in der Zukunft aufhören zu existieren … 

Review:

In seinem preisgekrönten Roman „das Ende der Ewigkeit“ beschäftigt sich Isaac Asimov mit der Thematik von Zeitreisen. Er beschreibt eine elitäre Organisation, die durch Zeitreisen subtile Veränderungen der Realität vornimmt und somit das Schicksal der Menschheit in vermeintlich bessere Bahnen lenkt. Es dauert etwas bis man dieses Konstrukt der „Ewigkeit“ aus der Sicht des Protagonisten Andrew Harlan erklärt bekommen hat, aber Asimov beschreibt diese komplexe Materie sehr verständlich und greifbar. Auch im späteren Verlauf, wenn es um Zeitschleifen und Paradoxen geht, ist die Problematik immer noch klar zu erkennen und kommt ohne viel Technogebrabel aus.
Obwohl die Geschichte Jahrtausende umspannt, werden diese zukünftigen Welten von Asimov meist nur angeschnitten und nie detailliert ausgefüllt. Man bekommt meist nur einen vagen Umriss, wie diese Welt vielleicht aussieht, ein paar kulturelle Besonderheiten oder technische Errungenschaften beschrieben, allerdings nicht im Detail. Der Fokus liegt hier klar auf diesem, von der Zeit abgekapselten, Konstrukt der „Ewigkeit“.
Mit dem Charakter Andrew Harlan, einem Spezialisten für Realitätsveränderungen, erkundet er hier die moralischen Aspekte der Beeinflussung des Zeitstroms. Dem hingabevoll arbeitenden „Techniker“ kommen auf einmal Zweifel an seiner Arbeit auf, als er sich in das Mädchen Noyes verliebt und er herausfindet, dass seine Änderung an der Realität wahrscheinlich die Auslöschung ihrer Existenz zur Folge hätte.
Von dieser Ausgangssituation erzählt Asimov eine packende, mit vielen überraschenden Wendungen gefüllte Geschichte.

Sehr zu empfehlen, auch gerade weil sich die Länge mit 240 Seiten sehr in Grenzen hält.

Sonntag, 13. November 2016

Okular von Alastair Reynolds

Okular von Alastair Reynolds



Seiten: 816
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453317548
Amazon: Amazon.de








KURZBESCHREIBUNG

Rating: 6/10


Inhalt:

Zu Beginn des 22. Jahrhunderts sind der Mond und der Mars kolonisiert, und auf der Erde gibt es dank eines engmaschigen Überwachungssystems keine Kriminalität, keinen Krieg und keine Armut mehr – und keine Geheimnisse. So glaubt man zumindest. Doch als Eunice Akinya, eine berühmte Raumfahrerin und die Matriarchin eines mächtigen Familienclans, im Alter von hundertdreißig Jahren stirbt, finden ihre Enkel auf dem Mond einen rätselhaften Safe, dessen Inhalt das Schicksal der gesamten Menschheit für immer verändern wird ...

Review:

Okular ist das erste Buch in der neuen Trilogie von Alastair Reynolds, das die Geschichte rund um die Familie Akinya erzählt. Zu Beginn hält sich Alastair Reynolds nah an der Erzählperspektive von Geoffrey und startet mit einem ausführlichen Worldbuilding. Erst im späteren Verlauf teilen sich die Handlungsstränge auf. In seiner Zukunft Vision des frühen 22. Jahrhunderts ist Afrika zur Supermacht aufgestiegen und war maßgeblich an der Besiedlung unseres Sonnensystems beteiligt. Mal etwas Anderes als ständig nur Amerika. Zudem gibt es weitere kreative Ansätze bei der Gestaltung dieser Zukunftsvisionen. Wie die neu entstandenen Unterwasserstädte und Nationen, die eine Folge des ansteigenden Meeresspiegels sind, oder die ausgeprägte Phobie gegen Künstliche Intelligenz.
Trotz des doch etwas langen Aufsetzen der Welt, schafft es Reynolds, im späteren Verlauf durch gutes Tempo und Spannung das Interesse des Lesers aufrechtzuerhalten. Es beginnt eine langwierige Schnitzeljagd, die von Geoffreys Großmutter inszeniert wurde. Zu Beginn wirkt diese zwar noch mysteriös und spannend, stellt sich jedoch im Nachhinein, wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, als etwas harmlos heraus. Ich hatte auf eine etwas überraschendere Enthüllung gehofft. Auch kam die wissenschaftliche Erklärung für diese Entdeckung etwas zu kurz, ein. Wo Alastair Reynolds eigentlich zuvor immer geglänzt hat.
Obwohl es sich hierbei um den Auftakt einer Trilogie handelt, ist das Ende so geschrieben, dass man es auch als eigenstehendes Buch lesen kann. Es endet jedoch an einem Punkt, an dem man selber erst einmal überlegen muss, wie man selber entschieden hätte. Ich bin gespannt welchen Weg sich die Familie Akinya im nächsten Buch einschlägt.

Montag, 31. Oktober 2016

HELIX - Sie werden uns ersetzen von Marc Elsberg

HELIX - Sie werden uns ersetzen von Marc Elsberg



Seiten: 648
Verlag: Blanvalet
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764505648
Amazon: Amazon.de










Rating: 6/10


Inhalt:

Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt …

Review:

Nach "Blackout" ist "Helix" der zweite Roman von Mark Elsberg, den ich gelesen habe, der allerdings nicht an sein Debüt heranreicht. Gerade das zugrundeliegende Themengebiet, mit dem sich dieser Roman beschäftigt, war für mich schon immer sehr interessant. Beim Lesen der Lektüre merkt man gleich, dass sich der Autor eingehend mit der Thematik rund um die Gentechnologie beschäftigt hat. Elsberg stellt hier eine gut recherchierte Zukunftsvision auf, die in Teilen gar nicht mehr so „zukünftig“ ist, sondern schon in vielen Bereichen unseres Lebens Einzug gefunden hat. Verpackt hat er dies in eine über weiten Strecken doch spannende Handlung, der es aber leider an Tiefe fehlt.
Der Hauptgrund, warum man nur schwer in die Geschichte findet und keine wirkliche Verbindung zu den Charakteren aufbauen kann, ist, dass es sehr viele kurze, sprunghafte Kapitel gibt, die abrupt in eine vollkommen andere Erzählperspektive hineinspringt. Teilweise ist ein Kapitel nicht einmal eine Seite lang. Dies stört den Fluss der Geschichte ungemein. Hat man sich gerade zurecht gefunden bei welcher Person man gerade ist, wird man schon wieder in eine neue Szene hineingezerrt. Ich komme auf ca. sieben Seiten pro Kapitel. Aber auch innerhalb etwas längerer Kapitel kommt es zu abrupten Sprüngen.
Zwar führt dieser Stil dazu, dass die Handlungen nie wirklich langweilig werden, allerdings überwiegen hier die Nachteile. Die Geschichte an sich ist verständlich dargestellt und vermittelt gerade im technischen Bereich einen leicht verständlichen Überblick. Hatte auf mich allerdings nicht den gleichen Einfluss wie zum Beispiel Blackout.
Fazit:

Ein durchaus unterhaltsamer Thriller, mit einem interessanten Themengebiet. Jedoch sollte man in der Lage sein sich schnell innerhalb vieler Handlungsstränge orientieren zu können.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Thron der Götter von Brian Staveley

Thron der Götter von Brian Staveley 



Seiten: 992
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453316770
Amazon: Amazon.de









Rating: 9/10


Inhalt:

Kaiser Sanlitun ist tot, und sein Reich liegt in Trümmern: Die mächtigen Csestriim, seit jeher die tödlichsten Feinde der Menschen, sind nach Annur zurückgekehrt. Magier, die bisher nur im Verborgenen lebten, treten offen ans Tageslicht, um ihre dunklen Künste zu praktizieren, und die Alten Götter, launenhaft und tückisch, wandeln erneut auf der Erde. Während ihre Welt im Chaos zu versinken droht, versuchen Kaden, Adare und Valyn, die drei Erben Sanlituns, den Thron ihres Vaters und ihre Untertanen zu retten ...

Review:

Mit "Thron der Götter" schließt Brian Staveley sein erstes Fantasy Epos ab. Es hat mich einige Zeit gekostet auch mit diesem Buch fertig zu werden, da ich einfach noch einmal die ersten beiden Bände (beide fast 1000 Seiten) lesen musste, um den Abschluss richtig genießen zu können. Und es lohnt sich, denn hier werden alle Handlungsstränge auf geniale Weise in einem epischen Finale zusammengeführt.
Nach den Ereignissen von Buch zwei verfolgen wir das Geschehen wieder aus der Sicht der drei Geschwister Kaden, Adare und Valyn. Kaden hat die Nachfolge seines Vaters nicht angetreten und stattdessen eine Republik ausgerufen, in der es jedoch nicht so läuft wie er sich es vorgestellt hat. Zuviel Zwietracht unter seinen Ratgebern verhindert ein konstruktives Handeln.
Adare muss sich mit ihrem früheren Liebhaber, jetzt Erzfeind zusammentun, um die einfallenden Horden der Urghul abzuwehren zu können. Während Valyn, geblendet und schwer verletzt, in der Wildnis überleben muss.
Gerade die komplexe Situation rund um Adare ist sehr spannend zu lesen, aber auch die Dynamik der Geschwister untereinander ist eines der Hauptaspekte, die ich an diesem Buch gemocht habe. Alles andere als eine intakte Familie die wir haben J. Jeder misstraut jedem und man weiß nie in welche Richtung die Handlung als nächstes schlagen wird, vor allem als es zum lang ersehnten Wiedertreffen der Geschwister kommt.
Besonders herausragend war auch die wiederkehrende Erzählsicht von Gwenna, die eine großartige Charakterentwicklung zu einer starken Anführerin macht. Sicherlich ein Highlight der ganzen Serie.
Die Handlung wird mit gutem Tempo vorangetrieben und zum Ende hin gut abgeschlossen. Man mag gar nicht glauben, dass dies die Debüt Trilogie des Autors ist. Alles wirkt sehr erfahren geplant und geschickt zusammengefügt, man hat nie das Befinden, dass sich der Autor irgendwie in der Geschichte selbst verlaufen hat, um es dann nicht richtig zum Abschluss bringen zu können. Besonders bei den vielen Erzählperspektiven. Brian Staveley gelingt allerdings ein grandioses Finale für seine Fantasy Trilogie!

Fazit:

"Thron der Götter" vollendet diese Trilogie meisterhaft und ist für mich eine der besten Fantasy Reihen der letzten Jahre. 

Dienstag, 11. Oktober 2016

Tanz der Klingen von Jeff Salyards

Tanz der Klingen von Jeff Salyards



Seiten: 432
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453315030
Amazon: Amazon.de










Rating: 6/10


Inhalt:

Von Captain Braylar Killcoin, dem ebenso raubeinigen wie rätselhaften Anführer einer syldoonischen Söldnertruppe, sagt man, er sei hinterhältig, blutrünstig und würde sogar seine eigene Mutter an den Teufel verscherbeln. Eines Tages heuert Killcoin den jungen Chronisten Arki an – er soll die Söldner auf einer geheimen Mission begleiten und ihre Taten schriftlich festhalten. Für Arki beginnt das größte Abenteuer seines Lebens. Ein Abenteuer, das er jedoch erst einmal überleben muss, bevor er es niederschreiben kann ... 

Review:

In „Tanz der Klingen“ erzählt Jeff Salyards eine Grimmdark Fantasy Geschichte auf eine etwas andere Weise, die wahrscheinlich nicht bei jedem Leser gut ankommt. Die Ereignisse werden vom Icherzähler Arki, einem jungen Chronisten wiedergegeben, der die Taten einer syldoonischen Söldnertruppe festhalten soll. Unter der Leitung ihres Anführers Braylar Killcoin sollen diese eine geheime Mission durchführen. Da wir hier also einen sehr limitierten und unzuverlässigen Erzähler haben, der selbst nicht so genau weiß, warum er als Chronist eingestellt wurde, ist es zu Anfang noch interessant überhaupt keine Ahnung davon zu haben, worum es überhaupt geht. Auch die Rolle die Arki, als nicht eingreifender Beobachter haben soll, gibt eine interessante neue Perspektive auf eine doch blutrünstige grimdark Handlung. Auch weil Arki als komplettes Gegenteil der Söldnertruppe bildet, jemand der Gewalt verabscheut und diese auch bisher nicht in seinem bisherigen Leben erfahren hat.
Zu Beginn war ich von dieser Erzählweise auch noch recht angetan, jedoch gibt im weiteren Verlauf der Handlung der Autor dem Leser wirklich sehr wenige Informationen, was teilweise sehr frustrierend ist. Erst bei weit über der Hälfte des Buches hat man so langsam eine Idee, wie der Plan aussehen könnte, den Braylar Killcoin verfolgt. Aber nicht nur der Handlungsstrang leidet darunter, sondern auch das Worldbuilding. Dadurch fühlt sich der ganze Verlauf etwas zäh an.
Das Ganze fühlt sich wirklich wie ein „Buch eins“ an, auch das Ende ist nicht ganz befriedigend, aber macht doch schon Lust auf den zweiten Band.
Die Charaktere sind zwar etwas limitiert auf wenige Personen, diese werden aber auf gekonnte Weise zum Leben erweckt und wirken nicht wie Karikaturen, sondern wie wirkliche Menschen. Besonders interessant ist an dieser Charakterentwicklung, dass man sie wieder nur aus dem Blickpunkt von Arki heraus erlebt und aus seinen Beobachtungen und Interpretationen heraus sich ein Bild zu den ihn umgebenden Personen macht. Dies ist einmal etwas erfrischend Anderes.
Fazit:

Mir ging die Erzählung etwas zu zäh voran, aber ich kann dieses Buch jedem Grimdark Fan empfehlen der eine sich an einer langsam entwickelnden und Charakter fokussierte Geschichte erfreuen kann.

Montag, 10. Oktober 2016

Omni von Andreas Brandhorst

Omni von Andreas Brandhorst



Seiten: 560
Verlag: Piper
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492703593
Amazon: Amazon.de










Rating: 6/10


Inhalt:

Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen – denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle – und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht ...

Review:

„Omni“ ist das dritte Buch von Andreas Brandhorst, das ich bis jetzt von ihm gelesen habe und ich muss sagen, dass dieses mir am meisten gefallen hat.
Brandhorst schafft es, wie so oft, wieder eine sehr komplexe Welt, mit jeder Menge Aliens, ausgefeilten Technologien und einer Geheimorganisation, die das Schicksal der Galaxie leitet, zu erschaffen. Ein Blick in den Anhang und das entsprechende Glossar ist zu empfehlen.
Zwar wird am Anfang viel mit Zukunftsvorhersagen gearbeitet, die im weiteren Verlauf allerdings glücklicherweise die Handlungen nicht allzu berechenbar machen. Es hat immer noch den Anschein als ob unsere Helden einen wirklichen Einfluss auf das Geschehen haben und sie nicht einer prädestinierten Vorhersage hinterherlaufen. Es gibt viele überraschende Wendungen, was dazu führt, dass man richtig in die Geschichte hineingezogen wird und am Ende eines Kapitels direkt mit dem nächsten weitermachen will. Ich habe schon oft Bücher von Autoren gelesen, die Probleme hatten die Komplexität von Multiversen. Kausalität und Zeitreisen plausibel in ihrer Geschichte einzubauen, Andreas Brand Horst gelingt es jedoch hier relativ gut. Obwohl hier viel mit diesen Mitteln gearbeitet wird, fand ich es nicht allzu verwirrend.
Die Charaktere konnten mich leider nicht überzeugen, sie wirkten eher einfallslos und stereotypisch. Vor allem der Antagonist(Benedikt) hat den typischen Archetyp eines irren Weltverbesserers, der sein extremes Vorgehen mit dem Wohlergehen der Menschheit rechtfertigt. Das gab es leider schon tausende Male und ist in diesem Buch irgendwie fehl am Platz, hätte mir da einen mehr ausgeklügelten Gegenspieler erhofft.
Schade das Brandhorst mit seinen Büchern immer nur einen kleinen Teil dieser doch komplexen Welt zeigt, hier besteht so viel Potenzial für eine größere Serie. Ich hätte gerne am Ende noch mehr über diese Welt erfahren, über Omni und wie es mit unseren Helden weitergeht erfahren.

Fazit:
insgesamt einen sehr unterhaltsamer Science-Fiction Roman, der einen mit seiner spannenden Handlung so schnell nicht loslässt.


Montag, 3. Oktober 2016

Das Objekt von John Sandford und Ctein

Das Objekt von John Sandford und Ctein



Seiten: 571
Verlag: Piper
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492703976
Amazon: Amazon.de










Rating: 5/10


Inhalt:

Das größte Science-Fiction-Epos seit dem internationalen Bestseller »Der Marsianer«: Es ist das Signal, auf das die Welt seit Beginn der Weltraumforschung wartet – in der Nähe des Saturns ist ein künstliches, unbekanntes Objekt gesichtet worden. Ein amerikanisches Team bricht sofort zu dem fernen Planeten auf. Doch alles auf der Reise geht schief, und noch bevor sie den Saturn erreichen, erkennen die Astronauten, dass es nahezu unmöglich sein wird, zur Erde zurückzukehren. Und auch auf zwei weitere Dinge sind sie nicht vorbereitet: auf das, was sie in dem geheimnisvollen, kilometergroßen Objekt finden. Und auf ein skrupelloses, konkurrierendes Team, das ebenfalls als erstes am Ziel sein will. Bald geht es nicht mehr nur darum, die größte Entdeckung der Menschheitsgeschichte zu bewahren. Sondern ums blanke Überleben ... »Das Objekt« ist ein unnachahmlich spannender und cooler Trip in die Tiefen des Universums.

Review:



Eigentlich ist John Sandford eher für seine Thriller Romane bekannt, er hat sich aber jetzt mit „Das Objekt“ in das Science-Fiction Genre hineingewagt. Dieser Einstig ist leider nur teilweise gelungen. Die große Erfahrung von Sanford spiegelt sich im Erzähltempo wieder, er schafft es den Leser bei der Stange zu halten, mit einer zügigen Abhandlung des Plots und wenigen Längen. Jedoch hatte ich mehr von den Charakteren erhofft. Sie wirken allesamt wie Karikaturen, gerade bei den Chinesen und der amerikanischen Präsidentin, die hier so auftritt wie republikanische Wähler in Amerika Hillary Clinton als Präsidentin sehen.
In Sachen Science-Fiction sieht man gerade im Nachwort des Romans, dass sich die beiden Autoren große Mühe mit der Realitätsnähe gegeben haben und sich möglichst nah an den Zeitplan einer solchen Reise orientieren wollten. Der Vergleich der unterschiedlichen Antriebsansätze war sehr interessant und plausibel erklärt.
Da sich der Hauptteil des Romans also mit der Reise beschäftigt, ist Sandford hier stark limitiert gewesen in Sachen Handlungsschauplätze und so dem Autor auch schwer den Spannungsbogen über den gesamten Trip aufrecht zu erhalten. Gegenüber dieser langen Reise, wirkt das Finale danach umso überhasteter und relativ enttäuschen für meinen Geschmack. Besonders der Handlungsstrang des Spiones an Bord hatte viel mehr Potential gehabt, wurde dann aber am Ende einfallslos in einem Nebensatz abgehandelt. Schade, hier wäre noch mehr drinnen gewesen.

Montag, 25. Juli 2016

Nemesis-Spiele von James Corey

Nemesis-Spiele von James Corey



Seiten: 608
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453316568
Amazon: Amazon.de









Rating: 9/10


Inhalt:

Dutzende interstellare Portale haben sich geöffnet, und in Strömen machen sich Glücksritter auf, um neue Sonnensysteme zu entdecken und zu bevölkern. Gleichzeitig steht das alte Sonnensystem kurz vor dem Zusammenbruch: Schiffe verschwinden spurlos, im Geheimen schließen sich Armeeverbünde zusammen, und Terroranschläge zwingen die inneren Planeten des Sonnensystems, wie Erde und Mars, in die Knie. Für Kapitän James Holden und seine Crew beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, wenn sie das, was von unserem Sonnensystem noch übrig geblieben ist, retten wollen ...

Review:

Die Expanse-Reihe ist die beste Space-opera Serie, die ich momentan lese. Nicht nur, dass die Bücher gut geschrieben sind, auch die Handlung wird von Buch zu Buch besser. Die Serie schafft es, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und seinen Handlungsrahmen immer weiter zu vergrößern. Ein Wandel von einer Noir/SciFi-Dedektivgeschichte hin zu einer epischen Space Opera.
Gerade mit der Erweiterung des Universums durch das Buch „Abasdons Tor“ stehen so viele verschiedene Handlungsstränge zur Verfügung. Und auch mit „Nemesis-Spiele“ liefert das Autorenduo James Corey wieder einen tollen Roman.
Nach den Ereignissen im letzten Buch haben sich nun die Fronten zwischen Mars, Erde und OPA weiter zugespitzt und nun beginnt ein verheerender Angriff auf die Erde, währen die Crew der Rosinante dort ihren verdienten Landurlaub nach ihrer Mission auf Ilus bestreitet.
Dieses Mal wird endlich die Geschichte aus der Sicher aller Crew Mitglieder erzählt, was ich mir in den vorherigen Bücher schon oft gewünscht hatte. Vor allem die Sicht von Naomi ist sehr interessant. Dazu kommen noch Gastauftritte einiger alter Charaktere aus den ersten Büchern.
Wir erfahren hier viel über die Vergangenheit der Crewmitglieder der Rosinante und bei ihrem Kampf sich nach der totalen Zerstörung wieder zu finden, bekommen wir zu sehen, wie sehr sie als Familie zusammengewachsen sind. Dies wird sehr menschlich rübergebracht von Corey (Daniel Abraham+ Ty Frank ), die es immer wieder schaffen facettenreiche Figuren zu erschaffen.
Insgesamt wieder ein sehr empfehlenswertes SciFi-Abenteuer, eines der angesagtesten  Science-Fiction Serien die momentan veröffentlich werden. Klare Kaufempfehlung!
Das Buch endet mit der Aussicht auf viele weitere gute Geschichten in dieser Reihe, vielleicht mit neuen Mitgliedern der Rosinante und noch einigen unerledigten Geschäften. Ich bin sehr gespannt auf das nächste Buch und kann in der Zwischenzeit nur wärmstens die neue TV Serie „The Expanse „empfehlen. Eine sehr dem Buch treu gebliebene TV-Serie mit guten Effekten und begabten Schauspielern.


Sonntag, 17. Juli 2016

Königskrone von Joe Abercrombie

Königskrone von Joe Abercrombie



Seiten: 480
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453316010
Amazon: Amazon.de









Rating: 6/10


Inhalt:

Wer in den eiskalten Ländern rund um die Bruchsee aufwächst, lernt schon früh, dass der Tod vor niemandem haltmacht. Eine Lektion, die auch Prinzessin Skara von Throvenland nicht erspart bleibt: Hilflos muss sie mit ansehen, wie ihre ganze Familie ermordet wird. Ihr Wunsch nach Vergeltung führt sie nach Gettland zu Prinz Yarvi, einem Mann, der sich wie kein Zweiter mit der minutiösen Planung von Racheakten auskennt. Yarvi führt Skara in die Welt der politischen Intrige und der Kriegsführung ein. Eine Welt, in der das Recht des Stärkeren regiert ...

Review:

„Königskrone“ spielt drei Jahre nach den Ereignissen von „Königsjäger“. Die Welt der Bruchsee ist im Krieg. Es kommt zum finalen Showdown zwischen Vater Yarvi und Großmutter Wexen. Erzählt wird das Ganze aus der Sicht von drei neuen Charakteren. Prinzessin Skara, Koll und Raith. Drei sehr unterschiedliche Personen, mit ganz unterschiedlichen Ausgangslagen.  Auch hier bleibt Joe Abercrombie seiner Linie wieder treu und schafft keine gewöhnlichen Helden im Sinne von Gut und Schlecht, sondern wieder sehr im grauen Bereich des Moralspektrums. Mit seiner zynischen Erzählweise zeigt Abercrombie wieder, dass er ein Meister dieses „Grim-Dark“ Genres ist. Auch seine blutig und gewaltsamen Beschreibungen von Kämpfen und der fast post-apokalyptisch wirkenden Welt sind wieder sehr genial geschrieben.
Obwohl sich das auf den ersten Blick alles recht gut anhört, hat das Buch von trotzdem nur eine mittelmäßige Bewertung bekommen.
Die Hauptgründe sind zum einen, dass hier schon wieder drei neue Charaktere vorgestellt werden, in die man sich erst einmal reinlesen muss. So kann einfach keine richtige emotionale Bindung hergestellt werden, wie es normalerweise in solche Trilogien der Fall ist. Daher fällt auch das Ende nicht so packend aus, wie es vielleicht hätte sein können.
Die drei neuen Charaktere fehlt einfach ein Platz im inneren Kreis der Kriegsführenden. Es wirkt immer nur, als ob sie von draußen zuschauen. Keiner von ihnen hat einen wirklichen Einfluss auf das Geschehen. Die alten POVs wie Vater Yarvi, Uthil etc. wären an dieser Stelle viel interessanter gewesen.
Zum anderen funktioniert auch in diesem Buch der „romantische“ YA Teil wieder überhaupt nicht und wirkt eher unangebracht und hölzern, aber musste wohl eingebaut werden um dem Genre zu entsprechen. Den gleichen Kritikpunkt hatte ich auch schon an den vorherigen Büchern der Reihe.

Wer die ersten zwei Bücher gemocht hat, wird sich auch dieses mit ruhigen Gewissen zulegen können
Aber mit „Königsjäger“ beendet Abercrombie ja nun zum Glück seinen Ausflug in das lukrativ YA-Genre und kehrt hoffentlich schon bald zu seinen First Law Reihe zurück.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Die Unglückseligen von Thea Dorn

Die Unglückseligen von Thea Dorn


Länge: 18h48
Verlag: der Hörverlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783844522136
Amazon: Amazon.de










Rating: 7/10


Inhalt:

Der große Roman über die Sehnsucht nach Unsterblichkeit

Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Zebrafischen zur Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA gabelt sie einen merkwürdigen, alterslosen Herrn auf. Je näher sie ihn kennenlernt, desto abstrusere Erfahrungen macht sie mit ihm. Schließlich gibt er sein Geheimnis preis. Er sei der Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren 1776. Starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, lässt sie seine DNA sequenzieren. Als Johannas Kollegen misstrauisch werden, bleibt dem sonderbaren Paar nur eines: die Flucht, dorthin, wo das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis und schwarze Romantik sich schon immer gerne ein Stelldichein geben - nach Deutschland.

In ihrem ersten Roman seit "Die deutsche Seele" nimmt Thea Dorn uns mit in die Extreme moderner Biomedizin und zieht uns zugleich in die Untiefen einer romantischen Seele. „Die Unglückseligen“ ist ein großes Lese- und Erkenntnisvergnügen, in dem sich die lange Tradition des Fauststoffes zeitgemäß spiegelt. 

Review:

Dank dem Bloggerportal und „der Hörverlag“ konnte ich mir die Hörbuchfassung von Thea Dorns Roman „Die Unglückseligen“ anhören. Das Buch interessierte mich schon länger auf Grund der behandelten Thematik, die Suche nach der Unsterblichkeit.
Zuerst einmal ein großes Lob an die Sprecherin, die es auf großartige Weise geschafft hat, mit ihrem großen Stimmenrepertoire die vielen verschiedenen Sprachstile und Figuren darzustellen. Das ist nämlich kein einfaches Unterfangen bei diesem ausgeklügelten Werk von Thea Dorn. Jeder Erzähler hat seine eigene Sprache.
Der unsterbliche Ritter, Johann Wilhelm Ritter, redet nämlich mit einem Touch Deutsch wie man es vor 250 Jahren gesprochen hat, jedoch etwas auf unsere Zeit angepasst. Das wirkt zunächst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, verleiht der Person aber mehr Authentizität, wenn es um seine Ansichten geht, die sich in den 250 Jahren recht wenig entwickelt haben.
Auch gibt es zwischen den Kapiteln kurze Einschübe in denen sich der Teufel in Versform zu Worte meldet. Das Ganze wirkt an diesen Stellen wie eine Karikatur von Faust.
Zu guter Letzt gibt es dann noch unsere Protagonistin die Molekularbiologin „Johanne Mawet“, deren Lebensziel es ist die Unsterblichkeit zu erforschen. Eine Person die zu Beginn nüchtern, wissenschaftlich und sachlich die Welt betrachtet, trifft nun auf diesen altbackenen Ritter, der sich jeglicher Logik entziehend fast drei Jahrhunderte zu leben scheint. Zunächst ungläubig dieser Tatsache gegenüberstehend, muss diese rational denkende Wissenschaftlerin jedoch eingestehen, dass diese Behauptungen der Wirklichkeit entsprechen, begründet durch unwiderlegbare Labortests, die Sie von mehreren Laboren hat durchführen lassen.
Und hier beginnt das meiner Ansicht nach geniale, zum anderen traurige an diesem Buch. Die totale Destruktion des Charakters der Molekularbiologin. Fantastich schreibt Thea Dorn wie sich Johanna langsam aber stetig von der rationalen Wissenschaftlerin, hin zur wahnsinnigen Teufelsbeschwörerin entwickelt.
Und wieder ein Lob an die Sprecherin, die diese Wandlung auch stimmlich gut wiedergespiegelt hat.
So genial ich diesen Abstieg jedoch fand, so schade fand ich es in Bezug auf das grundlegende Thema der Forschung an der Unsterblichkeit. Ich fand das Ganze wurde hier eher ad absurdum geführt und ins lächerliche gezogen. Eigentlich schade bei diesem interessanten Thema.
Trotzdem hat mir das Buch recht gut gefallen, auch wenn ich einige Aspekte nicht glaubwürdig fand. So zum Beispiel fand ich etwas merkwürdig wie wenig sich Wilhelm der Zeit angepasst hat, wie wenig er mit der Technik der heutigen Zeit umgehen kann. Ich hätte mehr geistige und moralische Weiterentwicklung bei einem Menschen der so lange lebt erwartet, gerade einen Vorreiter der Wissenschaft, der eigentlich mit weit geöffneten Augen durch das Leben gehen sollte und nicht vor der Wirklichkeit seine Augen verschließen muss.

Dienstag, 12. April 2016

Das Lied von Eis und Feuer: Das offizielle Malbuch

Das Lied von Eis und Feuer: Das offizielle Malbuch



Seiten: 96
Verlag: Penhaligon Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 376453155X
Amazon: Amazon.de










Rating: 7/10


Inhalt:

Die spannendsten Charaktere und die faszinierendsten Szenen aus Das Lied von Eis und Feuer warten in diesem Buch darauf, durch Farbe zum Leben erweckt zu werden. Dabei sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die detailreichen Zeichnungen ermöglichen einen ganz neuen Zugang zur Welt von Eis und Feuer und bieten für jeden etwas – opulente Festmahle, prächtige Gewänder, weite Landschaften und vieles mehr. Ein außergewöhnliches und beeindruckendes Malbuch für die Fans des erfolgreichsten Epos unserer Zeit.

 Review:

Da Malbücher momentan der neueste Schrei sind und sogar extra Schichten bei Faber-Castell, Stabilus etc. gibt, um der enormen Nachfrage an Buntstiften nachzukommen, wollte ich auch einmal einen Versuch wagen. Dankenswerter Weise habe ich von Penhaligon ein Rezensionsexemplar, zum gerade neu erschienenem Malbuch zu "Das Lied und Eis und Feuer", bekommen.
Darin gibt es 46 sehr detaillierte Motive aus den Büchern zum Ausmalen. Man sollte dabei noch erwähnen, dass dies Eigenkreationen sind und sich z.B. nicht nach den Schauspielern der TV-Serie orientieren, sondern nach den Beschreibungen in den Büchern gehen.
Die Qualität des Papieres und des gesamten Buches ist wirklich sehr gut. Schöne dicke Seiten sorgen dafür, dass sich nichts auf die nächste Seite durchdrückt und sich gut bearbeiten lässt. Es ist also egal für was man sich beim Malen entscheidet, ob Buntstifte, Wachsmalstifte, Fine Liner, oder sogar Aquarellfarben.
Neben den einzelnen Bildern befindet sich auch noch einmal ein Zitat aus den Büchern, das teilweise bei der Zuordnung hilft.
Die Bilder selbst haben einen hohen Detailgrad und bieten sehr viel Platz um seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, es lässt sich durchaus einige Stunden an einem einzelnen Bild arbeiten. Das Einzige was einen hier limitiert, ist das Auswahlspektrum der eigenen Farben. Den einzigen Kritikpunkt den ich hier habe ist, dass am Anfang zu viele, eher langweilige Familienwappen dargestellt werden, die oftmals sehr gleich aussehen.
Bin ich jetzt auch auf den Hypetrain aufgesprungen der Malbücher sind? Nein. Es ist zwar relativ entspannend einfach mal drauf los zu kritzeln, aber für mich ist dabei zu wenig eigene kreative Herausforderung.  Ich konnte leider nicht davon überzeugt werden und würde mir auch nicht selbst ein solches Buch kaufen.
Fazit:

Penhaligon bringt ein qualitativ sehr hochwertiges Malbuch zum Erfolgshit „ Das Lied von Eis und Feuer“ auf den Markt, das mit sehr detaillierten Zeichnungen viel Platz zum farblichen austoben bereitstellt. Malbücher sind nicht jedermanns Sache, aber man sollte es durchaus einmal ausprobieren. Mein Tipp: Besonders gut beim hören von Hörbüchern geeignet, vielleicht ja auch bei einem von „Das Lied von Eis und Feuer“ J

Sonntag, 3. April 2016

Die Mission von Ann Leckie

Die Mission von Ann Leckie



Seiten: 480
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453316932
Amazon: Amazon.de










Rating: 5/10


Inhalt:

Über Tausende von Sternsystemen erstreckt sich das mächtige Imperium der Radchaai – doch es ist in sich gespalten und steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Breq, die Maschinenintelligenz des interstellaren Kriegsschiffs Gerechtigkeit der Torren, ist die Einzige, die den Zerfall noch aufhalten kann. Das Schiff wurde vor Jahrhunderten vollständig zerstört, und nur Breq, die Maschinenintelligenz im Körper einer Frau, hat überlebt. Nun wird sie von Anaander Mianaai, der totalitären Herrscherin der Radch, formell adoptiert, zur Flottenkapitänin ernannt und ins Athoek-System beordert. Dort haben die Gegner der Herrscherin zwei Tore für den interstellaren Schiffsverkehr zerstört und das System von seiner Versorgung abgeschnitten. Über Jahrtausende hinweg haben die Radch riesige Bereiche der Galaxis annektiert und sich viele Feinde gemacht. Vor allem aber wird das Reich der Radch aus seinem Inneren bedroht, denn seine Herrscherin Anaander Mianaai ist in Tausende von geklonten Körpern gespalten. Jetzt ist ein heimtückischer Kampf zwischen zwei Fraktionen ihrer multiplen Existenz ausgebrochen, der das ganze Imperium bedroht – und es gibt nur eine Person, die Anaander Mianaai mehr fürchtet als sich selbst: Breq …

Review:

Nach dem großen Hype um das erste Buch „Die Maschinen“ von Ann Leckie ist nun der zweite Teil mit „Mission“ auf Deutsch erschienen. Wenn ich auf mein Review zum ersten Buch zurückschaue, war ich nicht gerade umgehauen, aber dennoch hatten mir die neuen Ansätze die Leckie dort versucht hatte gefallen und ich wollte auf jeden Fall den zweiten Teil lesen und mir die weitere Geschichte rund um Breq angucken.
Und so fängt Mission auch schon kurz nach dem Ende von Buch eins an. Setzt den charakteristischen Stil des ersten Buches jedoch nur bedingt fort. Es ist ein etwas anderes Buch, aber anders muss ja nicht unbedingt schlecht sein und kann der Geschichte durchaus frische verleihen. Auch ist es schwer eine Fortsetzung zu einem so erfolgreichen, mit Preisen überhäuften ersten Band zu schreiben.
Haben sich diese Änderungen ausgezahlt? Ich bin da ein bisschen Zwiegestalten. Auf der einen Seite, war die größte Herausforderung im ersten Buch die Art der Erzählperspektive. Breq war einer von tausenden Körpern einer Maschienenintelligenz und der daraus erfolgende Allwissende Effekt war teilweise verwirrend und ablenkend. Jetzt liegt allerdings nur noch ein einziger Geist in einem Einzelnen Körper vor, was das Ganze etwas leichter nach zu vollziehen macht. Auch springen wir zeitlich nicht mehr hin und her, sondern folgen einer gradlinigen Erzählung. Für mich eine klare Verbesserung in der Verständlichkeit gegenüber dem ersten Roman.
Diese Änderungen führen jedoch dazu, dass auch der Rahmen der Handlung sich um Einiges verkleinert. Was anfangs noch nach einer riesigen Space-Oper aussah, ist nun auf eine viel kleinere Science-Fiction Geschichte geschmolzen. „Mission“ liest sich dabei eher wie eine Charakterstudie, die einen tieferen Einblick in die, nun auf eine Person beschränkten, Person von Breq gewährt und damit natürlich eine sehr ausgiebige Entwicklung durchläuft, was dazu führt, dass das Tempo gegenüber dem ersten Buche um einiges einsackt und fast keine Action stattfindet.
Man hat auch das Gefühl, dass die Handlung in diesem Teil nur wenig mit der Gesamthandlung zu tun hat und nur dazu dient etwas mehr Tiefe in die Charaktere zu bekommen.
Ich habe durchaus nichts gegen dieses langsamere Tempo einzulegen, aber dass hier keine Zweckmäßigkeit gibt enttäuscht schon, gerade nach dem fantastischen Ende des ersten Buches.
Fazit:
Großes erwartet, kleines bekommen. Vielleicht wird Band drei besser.


Donnerstag, 17. März 2016

Blauer Mars von Kim Stanley Robinson

Blauer Mars von Kim Stanley Robinson 



Seiten: 992
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453316983
Amazon: Amazon.de









Rating: 4/10


Inhalt:

Es ist die größte Herausforderung, der sich die Menschheit je gegenübersah: die Besiedlung unseres Nachbarplaneten Mars. Die Verwandlung einer lebensfeindlichen Wüstenwelt in einen blauen Planeten wie die Erde. Von der ersten bemannten Landung auf dem Mars über die frühen Kolonien und ihre Auseinandersetzungen, welche Form von Gesellschaft sie erbauen sollen, bis zum riskanten Versuch, das Klima einer ganzen Welt zu verändern – Kim Stanley Robinson erzählt in seiner Mars-Trilogie die Geschichte der Zukunft wie ein großes historisches Epos.

Review:

Mit der blaue Mars beendet Kim Stanley Robinson seine Mars Trilogie, die nach einem gelungenem Anfang, hier ihr leider langweiliges Ende findet.
Die ersten beiden Bücher hatten mich schon sehr begeistert und nach den fast 2000 Seiten wollte ich  wissen, wie das Ganze denn nun zu Ende geht. Leider entpuppte sich das als ein zäher Kampf. Der Handlungsbogen ist in Blauer Mars dermaßen flach, dass einfach keinerlei Momentum aufgebaut werden kann. Dieses Problem bestand zwar schon an einigen Stellen in der vorherigen Romanen, hier ist jedoch fast keinerlei Storyentwicklung zu entdecken. Da ich aber bereits so viel Zeit investiert hatte, habe ich tapfer bis zum Schluss gelesen.
Die wissenschaftlichen Ansätze von Robinson waren wieder genial ausgearbeitet und klingen sehr machbar und wirken nicht zu abstrus wie in manch einem SciFi-Zukuntsroman. Die möglichen Problematiken der von ihm ausgearbeiteten Zukunftsvision waren ebenfalls sehr gut durchdacht, ob das letztendliche Szenario sich so ausgehen würde, wage ich allerdings zu bezweifeln, aber regt durchaus dazu an sich einmal selbst dazu Gedanken zu machen.
So spannend es ist über diese Zukunftstechniken und Visionen zu lesen, so ermüdend ist es, wenn dies nicht in eine packende Handlung eingebunden wird. Seiten über Seiten werden Staatstheorien, Landschaften und wissenschaftliche Methoden besprochen. Die Charaktere bekommen nur sehr wenig Entwicklung und am Ende interessieren eh nur noch Sax und Ann, die Verkörperung zweier gegensätzlicher Ideologien.


Fazit:
Enttäuschendes Ende dieser Trilogie. Nur wer wirklich an Kim Stanleys Zukunftstheorien interessiert ist und gute Leseausdauer hat, sollte sich diesen Wälzer antuen. 2,5/5 *

Dienstag, 8. März 2016

Die Herren der Grünen Insel von Kiera Brennan

Die Herren der Grünen Insel von Kiera Brennan 



Seiten: 960
Verlag: Blanvalet
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764505591
Amazon: Amazon.de










Rating: 7/10


Inhalt:

Vier Familien, sechs Jahre Krieg und eine einzige Krone

Irland 1166: Die Grüne Insel ist in viele kleine Reiche zersplittert, die sich unerbittlich bekriegen. Könige fechten langjährige Fehden aus, und selbst die friedliebendsten Untertanen werden in den blutigen Machtkampf hineingezogen. Zugleich droht ein gemeinsamer Feind in Irland einzufallen: Henry Plantagenet will die Insel an sich reißen. Werden sich die Herren der Grünen Insel vereinen und sich gegen den König von England stellen? Und welche Rolle spielen der grausame Krieger Ascall und die von ihm entführte Caitlín in diesem Kampf um Macht und Blut?

Review:

Bei „Die Herren der Grünen Insel“ von Kiera Brennan erregte der Klappentext bei mir schon großes Interesse, da ich so gut wie noch nie einen historischen Roman in diesem Setting, Irland im 12 Jh. , gelesen habe und mir auch die Geschichte Irlands relativ unbekannt ist. Leider erfährt man aber, dass es hier das gleiche Maß an sinnlosem Blutvergießen und Krieg wie im Rest Europas gibt, nur in einer idyllischeren Landschaft J
Besonders gefallen hat mir auch direkt der Stil von Frau Brennan, der sich an den POV Kapitel Stil von George R.R. Martin anlehnt. Überhaupt erinnert mich in diesem Roman so einiges an Martin, was nicht unbedingt schlecht sein muss, jedoch schafft sie es leider nicht ähnlich einzigartige Charaktere zu schaffen. Ich hatte Probleme mich für einen der 9 Charaktere wirklich zu begeistern und somit bleibt es bei dieser Form des Schreibens nicht aus, dass man sich durch einige POV-Passagen quälen muss.
Die Handlung kommt in einem guten Tempo vorwärts, trotz der vielen Personen. Gerade mit überraschenden Handlungswendungen, bei denen die Autorin auch nicht zurück schreckt POV-Charaktere zu töten, hält sie die Geschichte, die sich über 1000 Seiten erstreckt, durchweg sehr spannend und schwer vorhersehbar. Ich hatte nur etwas Mühe dem zeitlichen Verlauf zu folgen und abzuschätzen in welchem Zeitrahmen sich die Handlung abspielte(außer natürlich die Jahresangaben in großen Abschnitten). Die Reisen von Ort zu Ort gingen teilweise sehr schnell von statten.
Das Ende ist in Sich geschlossen, lässt aber noch viele Handlungsstränge für eine etwaige Fortsetzung offen.

Gerade bei den sehr bildhaft beschriebenen Handlungsplätzen, Landschaften, Leben und Sitten der Zeit sieht man, dass hier eine Menge an Recherche und Begeisterung der Autorin eingeflossen ist. Kiera Brennan hat meiner Ansicht nach die Britische Invasion Englands im 12 .Jahrhundert in einen ansprechenden und unterhaltsamen Roman gebracht, der eine klare Empfehlung für alle Fans historischer Romane ist.

Samstag, 13. Februar 2016

Basar der bösen Träume von Stephen King

Basar der bösen Träume von Stephen King



Seiten: 768
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10:3453270231
Amazon: Amazon.de










Rating: 5/10


Inhalt:

Hier werden Albträume wahr


Abermals legt Stephen King, u. a. Träger des renommierten »O.-Henry-Preises«, eine umfassende und vielseitige Kurzgeschichtensammlung vor. Von den insgesamt 20 Storys wurden bislang erst drei auf Deutsch veröffentlicht. Die Originale erschienen teilweise in Zeitschriften; andere sind bislang gänzlich unveröffentlicht.


Nicht immer blanker Horror, aber immer psychologisch packend und manchmal schlicht schmerzhaft wie ein Schlag in die Magengrube – Geschichten, die uns einladen, Stephen Kings Meisterschaft im Erzählen aufs Neue beizuwohnen, oder, wie er selbst in seinem Basar der bösen Träume ausruft: »Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu.«

Review:

Mit Basar der bösen Träume zeigt Stephen King, dass er nicht unbedingt mehr als tausend Seiten benötigt, um eine gute Geschichte zu erzählen. Mit dieser Sammlung von Kurzgeschichten bringt uns King einige gruselige, mit viel schwarzen Humor durchsetze Erzählungen. Wie immer bei solchen Sammlungen sind auch hier Geschichten dabei, die einen überhaupt nicht ansprechen und so wird jeder Leser seine eigenen Favoriten haben. So ging es auch mir. Die Kurzgeschichten die ich am besten fand waren:

Raststätte Mile 81
Premium Harmony
Böser kleiner Junge
Ur

Der Rest gefiel mir nicht so sehr, weil ich z.B. nur Bahnhof verstand wie bei "Blockade Billy" , wo es viel um Baseball ging, oder wo einfach nur eine Geschichte ohne "Moral" erzählt wurde, nichts worüber man später nochmal dran denkt. Denn das sind für mich gute Kurzgeschichten. Die die mir auch noch nach langer Zeit in der Erinnerung bleiben.
Wie King schon im Vorwort erwähnt ist die Kunst Kurzgeschichten zu schreiben eine ganz andere als die Romane zu verfassen. Meiner Meinung nach ist King bei weitem der Bessere in der Romansparte. Herausragend fand ich diese Sammlung leider nicht, eher mittelmäßig.

Dark Day von Tom Wood

Dark Day von Tom Wood 



Seiten: 352
Verlag: Goldmann 
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442483891
Amazon: Amazon.de









Rating: 6/10


Inhalt:

Raven ist Profikillerin. Lautlos wie ein Schatten eliminiert sie ihre Opfer, bevor diese ihre Anwesenheit auch nur erahnen. Doch diesmal könnte sie das falsche Ziel im Auge haben: Victor. Ein Killer wie sie. Ein Profi so paranoid wie rücksichtslos und perfekt darin, jeden Verfolger auszuschalten. Er spürt Raven rund um den Globus nach, nicht nur, um die Gefahr zu beseitigen, sondern um herauszufinden, wer ihr den Auftrag zu seiner Ermordung gab. In New York treffen die beiden schließlich aufeinander – ausgerechnet, als dort ein Blackout die Stadt ins Chaos stürzt. Inmitten von Plünderungen und Gewalt kommt es zwischen Raven und Victor zu einem Katz-und-Maus-Spiel, das Manhattan nie mehr vergessen wird ...

Review:

Mit Dark Day geht die Reihe um den Profikiller Victor schon in den fünften Teil. Hier dreht Tom Wood zum Glück die Übertriebenheit etwas zurück. Schaltet Victor im letzten Buch noch fast im Alleingang eine halbe Armee aus, ist in diesem Buch der Bodycount auf ein realistisches Maß heruntergedreht. Doch wenn man deshalb weniger Action erwartet, liegt man falsch. Vom ersten bis zum letzten Kapitel kommt es zu einer spannenden Szene nach der anderen, so dass es kaum Zeit für Verschnaufpausen gibt. Eine Irre Verfolgungsjagd durch New York beginnt, in der Victor oft an seine Grenzen gebracht wird.
Mit Raven bekommt Victor eine ebenbürtige Gegen/Mitspielerin, die etwas an den Prinzipien unseres Profikillers rüttelt.
Der Plot war nichts außergewöhnlich Neues, das nicht schon tausende mal geschrieben wurde, aber ich wurde bestens unterhalten. Langeweile kam sicherlich keine auf. Vor allem die Erzählung aus der Sicht eines überparanoiden Profikillers ist wieder sehr interessant geschrieben. Die trivialsten Dinge wie Duschen, oder die Straße überqueren werden von ihm mit enormer Vorsicht angegangen, denn überall könnte der Tot lauern.
Fazit:
Kurzer, packender Action-Thriller, den man locker an einem Stück durchlesen kann. 

Samstag, 6. Februar 2016

Das Schwert der Dämmerung von Saladin Ahmed

Das Schwert der Dämmerung von Saladin Ahmed



Seiten: 432
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10:3453315898
Amazon: Amazon.de










Rating: 5/10


Inhalt:

Dhamsawaat ist die Stadt aller Städte: Prachtvoll, einzigartig und alles überragend, ist sie seit Jahrhunderten Zentrum der Macht und Magie der vereinten Königreiche. Hier lebt auch der alternde Adoullah, der letzte große Ghul-Jäger. Eigentlich will Adoullah nur seine Ruhe, doch als immer mehr Menschen Opfer besonders grausamer Ghule werden, begibt er sich noch einmal auf die Jagd. Und macht gemeinsam mit seinem jungen Assistenten und einer geheimnisvollen Nomadin eine unglaubliche Entdeckung ...

Review:

Saladin Ahmed hat mit „Das Schwert der Dämmerung“ ein erfrischend neuen Fantasy Handlungsort, mit einer reich ausgeschmückten eigenen Vergangenheit geschrieben, die allerdings immer noch genügend Parallelen zu unserer Welt, bzw. Arabien, aufweist. Im Worldbuilding hält sich Ahmed jedoch sehr zurück, gerne hatte man noch mehr von der Welt erfahren und ist am Ende etwas unbefriedigt, dass bei den vielen Möglichkeiten die hier bestanden, nur so wenig preisgegeben wurde.
„Das Schwert der Dämmerung“ war ein schnelles Lesevergnügen, mit einer flüssigen Prosa, die teilweise allerdings etwas überzogen wirkte. Die Schurken waren gut geschrieben, ohne comicmäßig übertrieben zu wirken. Die Hauptfigur ist ebenfalls ein vom Standard abweichender Charakter, anstatt des jungen, euphorischen Helden ist unser Protagonist weit hinter seiner Blütezeit und eher im Rentenalter. Sein ständiges Genörgel über die Leiden des Alters passt zwar am Anfang gut, um den untypischen Charakter einzuführen, geht aber nach einiger Zeit auf den Nerv.
Die Nebencharaktere Raseed bas Raseed, der fromme Protegé, und Zamia Badawi konnten mich nicht überzeugen. Gerade ihre Liebesgeschichte wirkt etwas ungelenk.
Das ganze Buch liest sich wie ein D&D Abenteuer und erinnert an die Dragonlance/Forgotten Realms Reihen. Das mag wohl auch daran liegen, dass Ahmed ein großer Fan dieser Reihen und des Spiels ist und versucht hat, dies in diesem Roman umzusetzen. Ob das allerdings den Leser heutiger Fantasy noch anspricht wage ich zu bezweifeln.
Die Handlung ist rundheraus, linear und weicht nur wenig vom Haupthandlungsstrang ab und hält somit auch in der Länge des Buches gering. Auf den gerade mal 420 Seiten erzählt Ahmed seine Geschichte, die er auch zu großen Teil abschließt, aber natürlich noch genug Raum für eine Fortsetzung lässt. Dieses Ende wirkte aber zu gedrängt und zu einfach, was etwas enttäuschend war.
Wann der nächste Teil allerdings erscheinen wird steht in den Sternen. Im Englische erschien dieses Buch 2012 und auf den zweiten Band wartet man bisher vergebens vom Saladin Ahmed, der an Depressionen leidet.
Fazit:
Ein mittelmäßiges Fantasy Buch, das leider viel Potential verschenkt hat. Es lohnt sich aber durchaus einmal einen Blick zu riskieren, vor allem, wenn man einmal etwas anderes als die Standard mittelalterlich angehauchte Welt erleben will.


Freitag, 5. Februar 2016

Der Spalt von Peter Clines

Der Spalt von Peter Clines



Seiten: 528
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345331705X
Amazon: Amazon.de










Rating: 6/10


Inhalt:

Highschool-Lehrer Mike Erikson ist ein Genie und könnte dank seines fotografischen Gedächtnisses und seines überragenden IQs eigentlich eine glänzende Karriere machen. Doch er zieht ein bescheidenes und zurückgezogenes Leben vor – bis er sich von einem alten Freund dazu überreden lässt, an einem einzigartigen Experiment teilzunehmen: Mitten in der kalifornischen Wüste arbeitet ein Team von Wissenschaftlern daran, Teleportation zu ermöglichen. Doch das Experiment hat ungeahnte Folgen – nicht nur für die Forscher selbst, sondern für die ganze Menschheit ...

Review:

3,5*
"Der Spalt" war das erste Buch, dass ich von Peter Clines gelesen habe und leider konnte er mich nicht wirklich überzeugen. Es dauert sehr lange (bis ca. 55%) bis die Handlung einmal richtig ins Rollen kommt. Die Situation ist so schnell durchschaubar für den Leser, dass es teilweise nervt, dass die Charaktere so schwer von Begriff sind. Gerade weil am Anfang die Mitglieder des Portals eine Geek- Anspielungen nach der anderen zum guten lässt, fehlt es ihnen irgendwie an Fantasie, das wahre Problem zu erkennen und müssen erst von unserem Hauptcharakter Mike darauf hingewiesen werden.
Der Schreibstil von Clines macht es jedoch sehr einfach das Buch in einem guten Fluss durchzulesen, ein richtiger Pageturner. Er schafft es geschickt, mit kurzen Kapiteln den Leser bei der Stange zu halten.
Besonders hat mir dabei gefallen, wie er von einem Science-Fiction-Roman, der leicht verständlich ist und ohne viele wissenschaftlich detaillierten Hintergründe auskommt (obwohl es sich hier um ein komplexe Themen wie Quantentheorie und Multiversen geht), zu einem SF-Horror Roman übergeht.
Bei den Charakteren überzeugt eigentlich nur der gut ausgearbeitete Hauptcharakter Mike Erikson, der schon fast wie ein Superheld, mit seinen außerordentlichen Fähigkeiten wirkt. Da er von keinem wissenschaftlichen Hintergrund kommt, sondern ein Highschool Lehrer ist,trägt seine Sicht auf die Dinge auch zum besserenVerständnis bei.
Die restlichen Charaktere bekommen einfach zu wenig Zeit um entsprechende Tiefe zu erhalten. Sascha hätte es auch gut getan, ihr Fluchvokabular um einige Wörter zu erweitern J
Fazit:

Ein recht unterhaltsamer Science-Fiction/Horror Roman, der etwas an Anlaufzeit braucht, aber dann zum Pageturner wird. Gute Unterhaltung für Zwischendurch.

Sonntag, 24. Januar 2016

Amalthea von Neal Stephenson

Amalthea von Neal Stephenson



Seiten: 1056
Verlag: Manhattan
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442547628
Amazon: Amazon.de










Rating: 4/10

Inhalt:

Der Mond explodierte ohne Vorwarnung und ohne erkennbaren Grund. Die Uhrzeit würde man später als A+0.0.0 oder schlicht Null bezeichnen …

05:03:12 Weltzeit. Die Stunde Null. Nach der Explosion des Mondes wütet über Jahrtausende ein Meteoritensturm, der die Erdoberfläche in eine unbewohnbare Wüstenei verwandelt. Um die Menschheit vor der Auslöschung zu bewahren, schickten die Nationen der Erde eine Flotte von Archen ins All. Der Asteroid Amalthea, der ursprünglich zu Forschungszwecken an eine internationale Raumstation angedockt worden war, soll der Kolonie als Schutzschild dienen. Doch das Leben im Weltraum fordert einen hohen Tribut, und die meisten Menschen sterben, bis schließlich nur noch sieben Frauen übrig sind, um eine neue Zivilisation zu begründen. 5000 Jahre später existieren zwei Völker: die Nachfahren derer, die die Katastrophe auf der Erde überlebt haben, sind primitive Siedler; die sieben Stämme der Nachkommen der Sieben Urmütter von der Raumstation hingegen hochkultiviert ― und sie machen sich auf, die Erde zu kolonialisieren …

Review:

Die Prämisse von Amalthea ist, dass der Mond aus einer unbekannten Ursache auseinanderbricht und durch eine anschließende Kettenreaktion zu immer kleineren Teilen zerbricht. Die Menschheit hat nun zwei Jahre Zeit ihr Überleben zu gewährleisten, bevor die Erdoberfläche für ca. 5000 Jahre unbewohnbar wird. Man entscheidet sich dazu, in diesem Zeitraum so viele Menschen wie möglich ins Weltall zu befördern und diese in einem riesigen Archenverbund vor der Auslöschung zu bewahren.
An sich eine sehr vielversprechende Ausgangslage, um eine gute Geschichte zu erzählen. Teil I und II, die in dieser Anfangsphase spielen, sind auch gut gelungen. Es erfordert allerdings eine starke willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit an einigen Stellen. So ruhig wie sich die Menschheit angesichts des bevorstehenden Holocausts verhalten hat, war für mich einfach zu unglaubwürdig. Wie würde man selber leben, wenn man weiß, dass man selbst und jeder den man kennt in zwei Jahren sterben wird? Für mich zu einfach gelöst von Stephenson. Ich würde mehr das Verhalten von Venezuela erwarten.
Es dauert auch sehr lange, bis alle Charaktere etabliert sind, erst zur Hälfte des Buches kommt diese Handlungsebene so richtig in Fahrt, mit einer gut hassbaren Antagonistin.
Ein Wort noch zu den Charakteren allgemein. Entweder ein kleiner Gag von Stephenson, oder Faulheit ich weiß es nicht, aber alle Charaktere kann man parallel setzen zu heutigen Persöhnlichkeiten. So hat Doub viel Ähnlichkeit mit Neil deGrasse Tyson, Sean Probst zu Ellon Musk, JBF ein Mix aus Hillary Clinton und Sarah Palin, Camila zu Malala ...
Wie gesagt gefiel mir die Story bis zu Teil II recht gut, doch dann im nächsten Teil, der 5000 Jahre später spielt, war es vorbei für mich. Was Stephenson sich da erdacht hat, war einfach zu abstrus und unrealistisch für mich. Es wirkte so als wüsste der Autor selber nicht ganz, womit er Enden wollte.
In riesigen,langweiligen Infodumps wird uns gezeigt, was alles in dieser Zeit passiert ist und was für coole Ideen Stephenson noch hatte.
 Ich muss an dieser Stelle einfach einmal Spoilern, weil mich dieser Teil so aufgeregt hat. Nachdem er also einen riesigen Teil auf genaueste Weise sich mit dem Überleben der Menschheit im All auseinandergesetzt hat und all ihren Schwierigkeiten, kommt er einfach, quasi in einem Nebensatz, daher und zeigt, dass die Menschen auch in einer "Bunkeranlage" für 5000!!! Jahre Überlebt haben. So nebenbei dann auch noch unter Wasser. So viel Gedanken in das Hauptszenario geflossen sind, so wenige flossen in diesen Teil. Hugh Howey hat in Silo schon einmal gezeigt wie schwierig ein solches Szenario für eine viel kürzere Zeit wahrscheinlich ist.
Fazit:
Eine gutes (post)apokalyptisches Zukunftsszenario, dass man allerdings nach zwei Dritteln lieber beenden sollte.


Freitag, 22. Januar 2016

Der Wüstenplanet von Frank Herbert

Der Wüstenplanet von Frank Herbert



Seiten: 800
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453317173
Amazon: Amazon.de








Rating: 10/10


Inhalt:

Der erfolgreichste Science-Fiction-Roman aller Zeiten - jetzt neu übersetzt

Tausende von Jahren in der Zukunft und eine fantastische Welt: Arrakis, der Wüstenplanet. Einzigartig, herrlich – und grausam. Und doch haben es die Menschen geschafft, sich dieser lebensfeindlichen Umwelt anzupassen ... Vor fünfzig Jahren erschien Frank Herberts Roman Der Wüstenplanet – ein Datum, das den Beginn einer großartigen Erfolgsgeschichte markiert: Der Wüstenplanet wurde zum weltweiten Bestseller und von David Lynch spektakulär verfilmt. Heute gilt das Buch als Meilenstein der Zukunftsliteratur – ein monumentales Epos, das jede Generation von Leserinnen und Lesern neu für sich entdeckt.

Review:

Das Science-Fiction Epos Dune ist jetzt in einer Neuübersetzung bei Heyne erschienen und ich konnte mir ein Rezensionsexemplar sichern. Dune muss man als echter Science-Fiction Fan einfach gelesen haben. Großartige Story, mit sehr interessanten politischen und (pseudo)religiösen Handlungssträngen. Besonders hat mir gefallen wie Herbert mit der Fähigkeit einiger Charaktere umgegangen ist in die Zukunft zu blicken, was oftmals bei anderen Autor misslingt. Ursprünglich erschienen 1965 ist es lustiger Weise, gerade in der heutigen Zeit sehr aktuell. Als Schauplatz der von Saudi-Arabien angehauchte Wüstenplanet Arrakis, mit der religiösen Ideologie des Islam. Das von allen begehrte Spice (Erdöl). Ich kann diesen Klassiker wirklich wärmstens empfehlen. Die Neuübersetzung ist sehr gelungen und die beigefügten Farbtafeln von John Schoenherr sowie das schlicht gehaltene Cover machen dieses Buch auch optisch zu einem Genuss.