Samstag, 18. Februar 2017

Cold Killing von Tom Wood

Cold Killing - Tom Wood



Seiten: 464
Verlag: Goldmann
Sprache: Deutsch
ISBN-10:3442484251
Amazon: Amazon.de










Rating: 5/10


Inhalt:

Victor ist Profikiller. Sein wahrer Name und seine Herkunft: unbekannt. Sein Perfektionismus: unerreicht. Für seine Auftraggeber beim britischen Geheimdienst ist Victor unersetzlich. Doch obwohl er bei der Arbeit keine moralischen Skrupel kennt, geht es Victor nicht immer um Geld. Manchmal geht es darum, das Böse zu eliminieren – Menschen wie Milan Rados. Der ehemalige Befehlshaber der serbischen Armee entkam dem Kriegsverbrechertribunal und errichtete in Belgrad ein kriminelles Imperium. Nun soll Victor auf seine Art für Recht sorgen. Auch eine junge Frau ist zu allem bereit, um Rados zur Strecke zu bringen. Er steckte hinter dem Mord an ihrer Familie, und sie will nur eines: Rache.

Review:

Cold Killing von Tom Wood ist der bereits sechste Teil der Thriller Reihe rund um den Auftragskiller Victor. Dieser bekommt diesmal vom britischen Geheimdienst den Auftrag, den ehemaligen serbischen Kriegsverbrecher Milan Rados zu eliminieren.
Wieder einmal erzählt Tom Wood gekonnt einen action- und temporeichen Thriller, der jedoch weder die Hintergrundgeschichte, noch den Hauptcharakter Victor weiterentwickelt. Es wirkt so, als hätte sich die Serie hier festgefahren und es wird nur noch der Ablauf eines Auftrages durchexerziert. Eine bücherübergreifende Handlung sucht man vergebens. Zwar ist es immer noch interessant, Victor bei seinen hochanalytischen Gedankengängen zu verfolgen, jedoch hat es seine anfängliche Novität ausgereizt und schafft es nicht mehr wirklich begeisternd Momente zu liefern.
Auch wirkt der Protagonist zunehmend langweiliger und zu vorhersehbar. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Tom Wood ihn so gezeichnet hat, dass fast keine richtige Weiterentwicklung. in zum Beispiel seiner Persönlichkeit. möglich ist. Victor hat seine festgefahrenen Prinzipien und Vorgehensweisen, von denen er nie abrücken würde, da er der festen Überzeugung ist, dass dies seinen Tod zur Folge hätte. Neue Erfahrungen haben keinerlei Einfluss auf ihn.
Aber nicht nur Victor enttäuscht in der Figurenzeichnung, auch sämtliche Nebencharaktere und Antagonisten sind mit Klischees überladen und wirken wie aus dem Baukasten. Simple Schablonen, die sich genauso verhalten, wie man es von ihnen erwarten würde.
Was das Buch an Schwächen in seiner Figurenbesetzung hat, macht es allerdings mit einer spannenden Handlung wieder wett. Dabei werden die Action Szenen sehr detailliert und nachvollziehbar beschrieben, wirken dabei auch realistisch und nicht mehr so übertrieben wie in einigen vorherigen Büchern, in dem sich der Bodycount von Victors Gegnern fast dem dreistelligen Bereich näherte. Besonders unterhaltsam sind die Szenen, in den Victor improvisieren muss und eine Situation mit seiner analytischen Nüchternheit examinierte.

Tom Wood liefert also wieder einen Thriller nach seinem persönlichen Erfolgsrezept ab. Ob dies aber auf lange Sicht seine Leser begeistern kann, wage ich zu bezweifeln. Wer also ein Fan des Auftragskillers Victor in den vorherigen Büchern geworden ist und vollkommen damit zufrieden ist, dass er so bleibt wie er ist und nur einen stumpfen Actionthriller bevorzugt, kann sich dieses Buch ohne Gewissensbisse zulegen. 

Sonntag, 5. Februar 2017

Die Medusa-Chroniken von Stephen Baxter und Alastair Reynolds

Die Medusa-Chroniken



Seiten: 592
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345331784X
Amazon: Amazon.de










Rating: 6/10


Inhalt:

Bei einem schrecklichen Unfall verlor Commander Howard Falcon einst beinahe sein Leben, nur die hochentwickelte Technologie seiner Zeit konnte ihn damals retten. Nun macht er sich – halb Mensch, halb Maschine – auf eine atemberaubende Reise in die Zukunft, eine Reise durch Raum und Zeit. Es ist der Beginn eines Abenteuers, das die Geschichte des Menschen im Universum neu schreiben wird. Mit Die Medusa-Chroniken haben die beiden Science-Fiction-Ikonen Stephen Baxter und Alastair Reynolds erstmals gemeinsam einen Roman geschrieben – ein Meisterwerk der modernen Science-Fiction.

Review:

„Die Medusa Chroniken“ sind eine Kollaboration von den Science-Fiction Autoren Stephen Baxter und Alistair Reynolds, die auf der Kurzgeschichte „Ein Treffen mit Medusa“ von Arthur C. Clarkes basiert. Wie der Titel schon vermuten lässt handelt es sich hierbei um eine Chronik, die episodenhaft die Lebensgeschichte von Howard Falcon erzählt. Commander Howard Falcon, der nach einem Absturz mit seinem Luftschiff beinahe stirbt und nur mit modernster Cyborg-Technologie gerettet werden kann, muss sein Leben nun als einziger seiner Art: halb Mensch, halb Maschine verbringen. Dadurch, dass seine Technik immer wieder modifiziert und auf dem neuesten Stand gehalten wird, ist es ihm erlaubt ein ungewöhnlich langes Leben zu führen, dass wir durch die Jahrhunderte verfolgen können.
Das Leben nach seinem Unfall wird dabei in kurzen Episoden erzählt, zwischen denen auch schon einmal mehrere hundert Jahre liegen können. Durch diese Form der Erzählung fällt es allerdings schwer irgendwelche Nebencharaktere zu entwickeln und man ist größtenteils, in diesem 500 Seiten Buch auf den Hauptcharakter fokussiert. Allerdings fiel es mir persönlich schwer irgendeine Verbindung zu Howard Felgen aufzubauen, die mich hätte an seinem Schicksal nachempfinden können.
So hat mir mehr der ganze Aufbau gefallen. Welche Auswirkungen die Handlungen unseres Protagonisten über einen so großen Zeitraum haben. Auch seine einzigartige Perspektive auf das Handeln der Menschheit war sehr ansprechend.
Insgesamt haben es Stephen Baxter und Alistair Reynolds geschafft vor allen Dingen den Stil der Science-Fiction Ära von Arthur C. Clarkes einzufangen und einen doch unterhaltsamen Science-Fiction Roman zu schreiben.