Sonntag, 25. März 2018

Nur wenn du allein kommst von Souad Mekhennet

Nur wenn du allein kommst von Souad Mekhennet



Seiten: 384
Verlag: C.H. Beck
Sprache: Deutsch
ISBN-10:
Amazon: Amazon.de










Rating: 8/10


Inhalt:

Was passiert hinter den Fronten des Jihad? Wie ticken Warlords und jugendliche Attentäter? Spannend wie in einem Krimi berichtet Souad Mekhennet von ihren teils lebensgefährlichen Recherchen in den No-go-Areas des Terrors, allein, ohne Handy, bekleidet mit einer schwarzen Abaya. Die Journalistin Souad Mekhennet verfügt über ungewöhnliche Verbindungen zu den Most Wanted des Jihad – und über ein einzigartiges investigatives Talent. Sie deckte die Entführung und Folterung des Deutsch-Libanesen Khaled al-Masri durch die CIA auf, interviewte den Führer von al-Qaida im Maghreb, obwohl ihr die Geheimdienste auf den Fersen waren, lernte ein ägyptisches Foltergefängnis unfreiwillig von innen kennen, enttarnte den berüchtigten IS-Henker "Jihadi John" und wusste nach den Pariser Anschlägen schon vor der Polizei, wer der in Saint Denis erschossene Attentäter war. Ihre meisterhaften Nahaufnahmen lassen uns die Kämpfe und Wünsche der islamischen Welt besser verstehen und führen uns heilsam vor Augen, dass sich der Clash zwischen Islam und Westen in Wirklichkeit nur in den Köpfen abspielt.

Review:

Hörbuch:
Das war das erste Hörbuch, dass ich von Hilke Rusch gehört habe. Meiner Meinung nach hat sie hier wirklich eine großartige Leistung abgeliefert. Mit angenehmen Tempo und ruhiger Stimme führt sie durch die Geschichte. Vor allem bei den vielen arabischen Namen und Redewendungen half das Hörbuch ungemein, hier wurde mit einem Linguisten zusammengearbeitet.
Kann das Hörbuch daher sehr empfehlen!

Inhalt:
"Nur wenn du allein kommst" beginnt im ersten Teil biographisch mit der Kindheit von Souad Mekhennet, ihrer Erziehung und ihr Aufwachsen in Deutschland. Sie geht dabei viel auf ihre Eltern und kulturellen Wurzeln ein.
Ich fragte mich zu Beginn, was ich denn jetzt mit dieser Biographie einer Reporterin soll, von der ich ehrlich gesagt vorher noch nie etwas gehört hatte. Es war zwar interessant, etwas über das Aufwachsen einer Migrantin in Deutschland zu lesen, aber viel mit Jihad,Terror oder Islamismus wurde sie dort nicht konfrontiert.
Jedoch stellte sich im weiteren Verlauf herraus, dass sie immer wieder auf diese Vorgeschichte zurückgreift. Sowohl um ihre Motivationen, als auch ihre einmalige Sicht auf die Dinge zu erklären. Gerade die Herkunft ihrer Eltern, einem schiitisch-sunnitischen Paar, gibt ihr besondere Vorraussetzung. Wenn sie mit jungen Attentätern redet, stellt sie sich oft die Frage, ob sie nicht vielleicht sogar den gleichen Weg eingeschlagen hätte, wären die Umstände etwas anders gewesen. Oftmals erkennt in sie in deren Lebensgeschichten ihre eigenen Erfahreungen wieder. Viele der Umstände warum sich diese jungen Menschen so haben radikalisieren lassen, fanden sich auch in ihrer Jugend, nur entschied sie sich bewusst für einen anderen Weg.
Dadurch bietet Souad Mekhennets Buch einen wirklich besonderen Einblick, hinter die Kulissen der Terrororganisationen,ihrer Anführer und Gotteskrieger.
Mekhennet betont zwar mehrmals, dass sie kein Adrenalinjunkie sei, aber die Risiken, die sie für ihre Reportagen und Artikel einging waren schon extrem. Die daraus resultierenden Stories dementsprechend allerdings auch beeindruckend. Die Geschichten die sie hier erzählt, bieten wirklich spannende Hintergründe zu ihren größten Artikeln.

Eine beeindruckende Biografie/Reportage über den islamistischen Terror, der eines ganz klar zeigt: Ein Ende dieser Konflikte ist in sehr, sehr weiter Ferne.


Freitag, 16. März 2018

Artemis von Andy Weir

Artemis von Andy Weir




Seiten: 432
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345327167X
Amazon: Amazon.de









Rating: 5/10


Inhalt:

Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer.Und verdammt ungemütlich, wenn man kein Millionär ist. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, und dann wird auch noch ihr Auftraggeber ermordet. Plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht, als das Schicksal von Artemis selbst.

Review:

Hörbuch:
Gabrielle Pietermann ließt Andy Weir neues Buch Artemis. Es ist das erste Mal, dass ich ein Buch von dieser Hörbuchsprecherin lese und vermutlich auch mein letzes Mal. Zwar passt die Stimme gut zur jungen Protagonistin, aber Pietermann neigt dazu in hoher und aufgeregter Stimme zu reden und schafft es nicht die unterschiedlichen Person stimmlich gut genug voneinander unterscheiden zu lassen. Es wirk eher wie abgelesen. Es fiel mir schwer in einem Dialog zu erkennen, wer nun gerade am reden ist.
Das Hörbuch von mir leider keine Empfehlung.


Inhalt:
Nach seinem unglaublich erfolgreichen Debütroman der Marsianer, bringt Andy Weir nun seinen zweiten Science-Fiction Roman heraus und natürlich ist die Erwartungshaltung nach einem derartigen Erfolg besonders hoch. Alle fragen sich, ist dieser Roman so gut wie der Marsianer? Meiner Meinung nach ein ganz klares Nein, jedoch ist dies bei weitem kein schlechtes Buch.

Andy Weir schafft es erneut, mit der Protagonistin Jazz Bashara eine intelligente, witzige und glaubwürdige Heldin zu erschaffen. Aufgewachsen auf der einzigen Mondbasis Artemis verkörpert sie den Archetyp des findigen Pioniers, der mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln sein Überleben sichert. Obwohl Jazz’s alter mit 26 angegben wird, kam sie mir im Buch irgenwie jünger und naiver vor und insgesamt wirkte die Geschichte eher wie YA-Science Fiction auf mich.

Besonders originelle Ideen mit dem Setting der Mondbasis sucht man allerdings vergeben. Hat gerade der Masianer noch mit tollen wissenschaftlichen Erklärungen begeistert, werden hier Erklärungen nur kurz am Rande gegeben.
Nichtsdestotrotz lebt die Geschichte von der Charakterentwicklung  und macht viel Spaß beim lesen.

Das hilft aber leider nur bedingt über die doch etwas langweilige und einfallslose Haupthandlung hinweg, die oftmals sehr vorhersehbar ist und man vergebends auf einen spannenden Twist hofft. Eine sehr generische „Heist gone wrong“ story.
Wenn man also seine Erwartungen etwas runterfährt und realistisch betrachtet, dass ein solcher Überraschungserfolg wie „Der Masianer“ eigentlich nicht getoppt werden kann, dann findet man hier einen doch recht unterhaltsamen Science Fiction Roman.

Sonntag, 4. März 2018

Enigma von Alastair Reynolds

Enigma von Alastair Reynolds



Seiten: 961
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10:3453317793
Amazon: Amazon.de










Rating: 4/10


Inhalt:

Die Sterne halten noch viele Geheimnisse für uns bereit

Die Zukunft: Die Menschheit hat die Grenzen unseres Sonnensystems hinter sich gelassen und auf fremden Planeten neue Kolonien gegründet. Eines Tages erreicht die Kolonie Crucible eine Botschaft aus den Tiefen des bisher unerforschten Universums. Man steht vor einem Rätsel: Was hat die Nachricht zu bedeuten? Wer hat sie geschickt? Und warum? Eine Expedition wird ausgesandt, um diese Fragen zu beantworten. Die Wissenschaftler stehen am Beginn des größten Abenteuers der Menschheit – einer Reise in den Dark Space ...

Review:


Enigma ist der dritte Band Poseidon's Kinder Reihe und  bildet den leider etwas enttäuschenden Abschluss, dieser für Alastair Reynolds eigentlich typischen Science-Fiction Serie. Insgesamt war die Serie sehr gut geschrieben, ideenreich, mit vielen verschiedenen anspruchsvollen Charakteren.
War der erste Teil dieses Buches noch recht vielversprechend, führte er doch die meisten Personen und Handlungsstränge aus den vorherigen Büchern zusammen, trat danach die Handlung größtenteils auf der Stelle und die große Enthüllung, auf die bis dahin hingearbeitet wurde, war eher enttäuschend. Irgendwie hatte ich das Gefühl, Reynolds ging bei diesem letzten Roman etwas die Ideen aus, um dieses Familienepos grandios enden zu lassen.

Viele Szenen und Dialoge ziehen sich dabei einfach so sehr in die Länge und waren im Nachhinein nicht Plot führend gewesen. Schon früh ist klar, wohin die Richtung diese Handlung geht, der zähe Weg dahin frustriert allerdings sehr. Auf diesem Weg werden nicht einmal Handlungspersonen weiter entwickelt, sondern reden nur in langen Dialogen um den heißen Brei herum.

Für mich leider eines der schwächeren Bücher von Alistair Reynolds und auch keine Serie die ich einem Science-Fiction Fan unbedingt empfehlen würde, gibt es einfach viel bessere Reynolds Bücher wie der Inhibitorzyklus.