Der Glaube der Bestien von James Corey
Der Glaube der Bestien von James Corey
Mensch bleiben unter Bestien
Inhalt:
Was ist die Menschheit wert?Das atemberaubende Zukunftsepos von den Schöpfern von THE EXPANSEDie Zukunft: Die Menschen sind in den Weltraum aufgebrochen und haben etliche ferne Planeten besiedelt.Da tauchen eines Tages wie aus dem Nichts außerirdische Raumschiffe auf und fallen mit brutaler Gewalt über die Menschheit her.Die wenigen Überleben den werden auf die Heimatwelt der Aliens gebracht.Was sie dort entdecken, wird die Geschichte für immer verändern.Science-Fiction, wie sie spannender und aufregender nicht sein kann – »The Captive`s War« ist das neue atemberaubende Zukunftsepos von James Corey, dem Schöpfer von THE EXPANSE.
Review:
„Der Glaube der Bestien“ ist genau jene Sorte Mittelband, vor der man sich bei Trilogien fürchtet: Das große Staunen des Auftakts ist vorbei, das Finale darf noch nicht beginnen. James S. A. Corey umgehen diese Falle erstaunlich geschickt, ganz entkommen sie ihr aber nicht.
Am stärksten ist der Roman für mich dort, wo er Dafyd Alkhor ins Zentrum rückt. Er ist inzwischen Vermittler, Verwalter und in den Augen vieler Menschen beinahe Verräter. Ausgerechnet durch seine Zusammenarbeit mit den Carryx versucht er, das Überleben seiner Spezies zu sichern. Das ist sehr viel interessanter als der übliche Science Fiction Widerstand mit heroischen Reden und großen Kanonen. Dafyd muss verstehen, taktieren, manipulieren und Entscheidungen treffen, für die ihm niemand danken wird.
Auch die Carryx gewinnen deutlich an Kontur. Sie sind keine gewöhnlichen Weltraumtyrannen, sondern folgen einer Ordnung, in der nur Nützlichkeit zählt. Moral interessiert sie ungefähr so sehr wie einen Hai vegetarische Ernährung. Gerade diese Konsequenz macht sie faszinierend.
Mein Lieblingsstrang bleibt allerdings der Schwarm. Ein Werkzeug, das langsam Individualität und Bewusstsein entdeckt, während die Menschen darum kämpfen, nicht selbst zu Werkzeugen degradiert zu werden. Diese Spiegelung ist klug und gehört für mich zu den besten Ideen der bisherigen Reihe.
Nur passiert zwischendurch schlicht zu wenig. Manche Perspektiven wirken wie Pflichttermine, einige Konflikte im Weltenpalast drehen sich länger im Kreis, als ihnen guttut. Immer wieder hatte ich das Gefühl, Corey stelle Figuren auf ein Schachbrett und sage: Geduld, gleich wird es interessant. Das Problem ist nur: Ein Roman sollte nicht hauptsächlich die Aufbauphase des nächsten Romans sein.
Trotzdem funktioniert „Der Glaube der Bestien“, weil hinter der großen Space Opera eine unangenehme Frage lauert: Wie viel Menschlichkeit kann man sich leisten, wenn das Überleben der Menschheit davon abhängt, moralische Grenzen zu überschreiten?
Nicht so überwältigend wie der Auftakt, dafür reifer, düsterer und psychologisch interessanter. Ein sehr guter zweiter Band mit einigen Längen, der offensichtlich Anlauf nimmt. Jetzt muss das Finale nur noch springen.













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