Der Tag des toten Falken von Peter James
Der Tag des toten Falken von Peter James
Zu Gast bei der Krone, aber nicht ganz bei sich selbst
Inhalt:
»I absolutely love it!« Queen Camilla»Royale Hochspannung!« The Times»Peter James ist einer der besten Krimiautoren unserer Zeit.« Karin SlaughterDie Queen, Königin Camilla, ist unterwegs zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Brighton, als ihr Zug entgleist. Während noch unklar ist, ob es sich um einen Unfall oder um einen Anschlag handelt, wird ihr Privatsekretär von einem Scharfschützen erschossen. Die Queen bleibt unversehrt, doch Scotland Yard und das Königshaus gehen davon aus, dass sie das eigentliche Ziel des Anschlags war. Nur Detective Superintendent Roy Grace, der die Ermittlungen leitet, hat einen anderen Verdacht – als plötzlich ein weiterer Mord passiert, dessen Spuren, direkt in den Buckingham Palace führen. Fesselnd, atmosphärisch und unvorhersehbar – von einem der besten Thriller-Autoren unserer Zeit.
Review:
Peter James schickt Roy Grace diesmal nicht in die dunklen Ecken Brightons, sondern direkt in den königlichen Haushalt. Das klingt zunächst nach einem reizvollen Bruch mit der Routine. Ein entgleister Royal Train, ein tödlicher Schuss, Buckingham Palace und mittendrin Roy Grace. Stoff genug für einen großen Thriller.
Ganz überzeugt hat mich dieser Ausflug allerdings nicht. James hat zweifellos gründlich recherchiert. Man erfährt viel über Sicherheitsabläufe, Gemälde, höfische Protokolle und das Innenleben des Palastes. Das ist interessant, gelegentlich sogar faszinierend. Nur wird der Kriminalroman dabei stellenweise von einer sehr ausführlichen Schlossführung verdrängt.
Mein größtes Problem sind die realen Royals als Romanfiguren. Gerade weil König Charles und Königin Camilla tatsächlich existieren, wirkt James plötzlich auffallend vorsichtig. Wo seine Figuren sonst Ecken, Schwächen und gelegentlich sehr dunkle Seiten besitzen, herrscht hier höfische Zurückhaltung. Mir fehlt die Distanz. Der Roman verbeugt sich für meinen Geschmack ein wenig zu oft vor seiner eigenen Kulisse.
Zum Glück funktioniert Roy Grace weiterhin hervorragend. Seine Skepsis gegenüber einfachen Erklärungen, die sorgfältige Ermittlungsarbeit und der Druck durch Vorgesetzte und Öffentlichkeit geben dem Buch den nötigen Zug. Sobald James sich wieder auf seinen eigentlichen Beruf besinnt, nämlich einen spannenden Kriminalfall zu erzählen, liest sich das gewohnt souverän.
Trotzdem vermisse ich Brighton. Diese Stadt war für mich immer mehr als bloße Kulisse der Reihe. Sie gab den Geschichten Charakter und eine gewisse Bodenständigkeit. Buckingham Palace bietet mehr Glanz, aber nicht automatisch mehr Atmosphäre.
„Der Tag des toten Falken“ ist deshalb für mich ein guter, aber keineswegs herausragender Roy Grace. Spannend, routiniert und hervorragend recherchiert, zugleich etwas zu ehrfürchtig gegenüber seinem prominenten Personal. Peter James kann Thriller deutlich besser, wenn er sich nicht gleichzeitig bemüht, die guten Porzellantassen stehen zu lassen.













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