Farm der Tiere von George Orwell
Farm der Tiere von George Orwell
Alle Tiere sind gleich. Manche nur etwas erfolgreicher.
Inhalt:
Schmuckausgabe mit GlanzprägungMan beraubt sie der Früchte ihrer Arbeit, sperrt sie ein, beutet sie aus. Die Tiere auf dem Gutshof haben genug und proben den Aufstand – für eine bessere Welt, in der alle Tiere gleich und frei sind. Doch bald zeigt sich: Gleich heißt nicht gleich, und Freiheit ist ein kurzer Traum … George Orwells berühmte Allegorie über den Aufstand der Tiere ist bis heute der vielleicht klarste literarische Weckruf vor dem korrumpierenden Effekt von Macht. Wie schnell sich unsere Visionen von einer besseren Welt in einen totalitären Albtraum verwandeln können, das ist die zeitlose Warnung dieser Fabel.Schmuckausgabe der weltberühmten Polit-Fabel von George Orwell»›Animal Farm‹ ist eine Fabel, die auf jedes totalitäre System passt. Damit ist sie [...] nicht alt geworden.« Deutsche Welle»Zeitlose Parabel über Macht: George Orwell hat mit ›Animal Farm‹ einen Klassiker der politischen Literatur geschrieben.« DeutschlandfunkOrwell »wollte mit seiner Geschichte erklären, wie es dazu kommen konnte, dass aus einer an sich guten Idee ein totalitärer Alptraum geworden war.« BR
Review:
George Orwells "Farm der Tiere" ist ein bemerkenswert kleines Buch für eine derart große Anklage. Kaum mehr als eine Fabel über Schweine, Pferde und eine heruntergewirtschaftete Farm und doch steckt darin mehr politische Erkenntnis als in manchem tausendseitigen Theoriegebäude.
Die Geschichte ist bekannt: Die Tiere vertreiben ihren Besitzer, übernehmen die Farm und wollen endlich frei und gleich leben. Das funktioniert ungefähr so lange, bis einige entdecken, dass Gleichheit besonders angenehm ist, wenn man selbst ein bisschen gleicher sein darf als die anderen.
Natürlich zielt Orwell auf Stalinismus und Russische Revolution. Mich beeindruckt aber viel stärker, wie mühelos sich das Buch von diesem historischen Hintergrund löst. Denn eigentlich beschreibt Orwell einen Mechanismus, der erschreckend universell ist: Macht verändert Regeln, Sprache verändert Erinnerung und irgendwann weiß niemand mehr so genau, was ursprünglich überhaupt versprochen wurde.
Gerade diese Langsamkeit macht das Buch so böse. Die Tyrannei marschiert nicht mit Fanfaren auf. Sie kommt in kleinen Korrekturen. Ein Gebot wird angepasst, ein Privileg erklärt, ein Gegner zum Schuldigen gemacht. Und schon bald erscheint das Ungeheuerliche vollkommen vernünftig.
Am meisten trifft mich dabei Boxer. Dieses treue Arbeitspferd glaubt, jedes Problem lasse sich dadurch lösen, dass es einfach noch härter arbeitet. Eine wunderbar traurige Figur. Seine Loyalität macht ihn nicht zum Gewinner des Systems, sondern zu dessen perfektem Opfer. Orwell zeigt hier mit brutaler Klarheit, dass Fleiß ohne Zweifel eine gefährliche Tugend sein kann.
Dass Orwell selbst Sozialist war, gehört für mich zu den entscheidenden Punkten des Buches. "Farm der Tiere" ist eben keine simple Abrechnung mit der Idee gesellschaftlicher Gleichheit. Es ist eine Abrechnung mit denen, die Gleichheit predigen und Privilegien meinen.
Und dann dieses Ende: Schweine und Menschen sitzen gemeinsam am Tisch, und draußen weiß niemand mehr, wer eigentlich wer ist. Ein perfekter Schluss, weil Orwell dafür keine weitere Erklärung benötigt. Die Revolution hat ihre Gegner nicht besiegt. Sie hat sie kopiert.
Für mich ist "Farm der Tiere" deshalb kein Klassiker, den man pflichtschuldig in der Schule lesen und anschließend vergessen sollte. Das Buch wird mit jedem Wiederlesen unangenehmer, weil man irgendwann nicht mehr nur Stalin erkennt, sondern Mechanismen, die einem erstaunlich vertraut vorkommen.
Ein Bauernhof, ein paar Schweine, knapp über hundert Seiten. Mehr braucht Orwell nicht, um zu zeigen, wie schnell aus einem Versprechen von Freiheit eine Herrschaft werden kann.













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