A Fate of Wrath & Flame von K.A. Tucker

A Fate of Wrath & Flame von K.A. Tucker

A Fate of Wrath & Flame
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 592
Verlag: Piper
Sprache: Deutsch
Originaltitel: A Fate of Wrath and Flame
ISBN-10: 3492509401
Kaufen: Amazon.de

Fantasie im Leerlauf

Bewertung: 6/10 ⭐

Inhalt:

Düster, atemberaubend und herzzerreißend: die Dark Romantasy der TikTok-ErfolgsautorinEine mutige Diebin und eine schicksalhafte ProphezeiungDie junge Romeria hat ihre Zeit als Straßenkind hinter sich gelassen und sich zur berüchtigtsten Diebin New Yorks hochgearbeitet. Doch als sie unfreiwillig einen Pakt mit einer Magierin schließt, findet sie sich im Kampf zwischen zwei verfeindeten Elben-Königreichen wieder. Romeria schlüpft in den Körper der Elbenprinzessin und muss ihre Identität um jeden Preis verbergen. Sie ahnt nicht, dass die Prinzessin kurz zuvor in einem misslungenen Putschversuch das verfeindete Königspaar getötet hat. Ihr attraktiver Verlobter, der frisch gekrönte König Zander, verabscheut sie dafür zutiefst. Zum Glück für Romeria ist sie für ihn lebendig wertvoller als tot. Zander bietet ihr ihre Freiheit im Tausch für ihre Hilfe bei der Aufdeckung der wachsenden Verschwörung an seinem Hofe an. Deshalb spielt Romeria die Rolle der verliebten Prinzessin – und kommt Zander dabei näher, als gut für sie ist. Während sie tiefer in die uralte Fehde vordringt, entdeckt sie ungeheuerliche Wahrheiten, die nicht nur ihren eigenen Untergang bedeuten könnten.»Der fesselnde Slowburn und der hinreißende Banter haben mich in ihren Bann gezogen. Ich konnte und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. 6 Sterne!« Laura Labas, SPIEGEL-Bestsellerautorin»Wenn du auf der Suche nach deiner nächsten Romantasy-Obsession bist, dann bist du hier genau richtig.« – Nisha J. Tuli, SPIEGEL-Bestsellerautorin

Review:

TikTok hat aus A Fate of Wrath & Flame einen Romantasy-Hype gemacht. Nach der Lektüre drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass hier weniger der Roman als vielmehr sein Versprechen gefeiert wurde. Denn K.A. Tucker eröffnet ihre Geschichte mit einer Idee, die tatsächlich neugierig macht: Eine New Yorker Diebin erwacht im Körper einer verhassten Prinzessin, die gerade König und Königin ermordet haben soll. Identitätswechsel, politische Intrigen, ein misstrauischer König und eine fremde Welt voller Magie. Das klingt nach einem literarischen Festmahl. Serviert wird jedoch zunächst vor allem ein sehr ausgedehntes Menü der Landesgeschichte.

Tucker baut ihre Welt mit bewundernswerter Akribie. Königreiche, Götter, Magiesysteme, historische Konflikte und höfische Machtspiele greifen sauber ineinander. Nur ersetzt Fleiß noch keine Spannung. Vieles wird erklärt, erstaunlich wenig erlebt. Über weite Strecken bewegt sich der Roman in Konferenzräumen, Gemächern und Ratsversammlungen. Man liest über Politik, statt sie zu spüren. Man hört von Magie, statt sie zu erleben. Selbst eine Protagonistin, die als meisterhafte Diebin eingeführt wird, verbringt einen Großteil der Handlung damit, Fragen zu stellen und Informationen entgegenzunehmen. Ausgerechnet ihre interessanteste Eigenschaft bleibt nahezu ungenutzt.

Romeria ist dabei keineswegs unsympathisch. Gerade ihre Unsicherheit wirkt glaubwürdiger als die übliche Unfehlbarkeit vieler Fantasyheldinnen. Doch sie bleibt erstaunlich passiv. Die Handlung geschieht häufig mit ihr, nicht durch sie. Noch problematischer empfinde ich allerdings Zander. Er soll der große romantische Gegenpol sein, entwickelt aber über weite Strecken ungefähr so viel Charisma wie ein Verwaltungsbeamter mit Krone. Seine innere Zerrissenheit ist nachvollziehbar, seine Anziehungskraft hingegen wird eher behauptet als erfahrbar.

Auch die viel beworbene Enemies-to-Lovers-Romanze glimmt meist nur als fernes Versprechen vor sich hin. Slow Burn kann ein wirkungsvolles Stilmittel sein. Hier gerät er stellenweise zum Schwelbrand, der so wenig Hitze entwickelt, dass man sich fragt, ob überhaupt noch Feuer darunter liegt.

Und doch wäre es ungerecht, diesen Roman vorschnell abzuschreiben. Immer dann, wenn Tucker ihrer Geschichte vertraut und aufhört, sie permanent zu erklären, blitzt ihr erzählerisches Können auf. Gegen Ende verdichten sich die Intrigen, einige Wendungen überraschen tatsächlich, und plötzlich entsteht jener Sog, den man sich bereits zweihundert Seiten früher gewünscht hätte. Das Finale rettet den Roman davor, endgültig in seinem eigenen Worldbuilding zu versinken.

A Fate of Wrath & Flame ist deshalb ein Buch voller Möglichkeiten, aber auch voller Bremsklötze. Die Welt besitzt Format, die Ausgangsidee Originalität und das Fundament für eine große Fantasy-Saga ist zweifellos vorhanden. Der erste Band verwechselt jedoch allzu oft Komplexität mit Erzähltempo und Ausführlichkeit mit Tiefe. Weniger Exposition und mehr Vertrauen in die Kraft der Handlung hätten diesem Auftakt ausgesprochen gutgetan.

3 von 5 Sternen. Kein misslungener Roman, sondern einer, der wesentlich interessanter ist als seine tatsächliche Lektüre.

A Fate of Wrath & Flame von K.A. Tucker A Fate of Wrath & Flame von K.A. Tucker Reviewed by Darkybald on Sonntag, August 02, 2026 Rating: 5

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