Das Monument der Hoffnung von Ildefonso Falcones

Das Monument der Hoffnung von Ildefonso Falcones

Das Monument der Hoffnung
Erscheinungsjahr: 2026
Seiten: 1024
Verlag: C.Bertelsmann Verlag
Sprache: Deutsch
Originaltitel: En el Amor y la Guerra
ISBN-10: 357010608X
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Zu viel Monument, zu wenig Bewegung

Bewertung: 6/10 ⭐

Inhalt:

Endlich - die epische Fortsetzung der Weltbestsellerreihe »Die Kathedrale des Meeres«Neapel im 15. Jahrhundert: Arnau Estanyol, Enkel eines der größten Seekonsulen Spaniens, dient dem König von Aragonien bei der Eroberung Neapels. Der prächtige Palast, in den er eingezogen ist, kann ihn jedoch nicht vor seinem größten Feind bewahren: Arnaus Halbbruder hat sich gegen ihn verschworen und ist bereit, ihm alles zu nehmen. Seine Angriffe treffen die Menschen, die Arnau am wichtigsten sind, angefangen bei seiner Stieftochter. In diesen dunklen Zeiten wird Arnau miterleben, wie sich die Welt um ihn herum verändert, wie sich die Kunst des Krieges wandelt und wie die Liebe selbst das härteste Herz berühren kann.Eine Geschichte über Liebe, Loyalität und Rache - auch unabhängig von »Die Kathedrale des Meeres« und »Die Erben der Erde« lesbar.

Review:

Als ich Das Monument der Hoffnung aufschlug, hatte ich das Gefühl, einen alten Bekannten wiederzutreffen. Ildefonso Falcones kehrt erneut in jene Welt zurück, die er einst mit solcher Wucht erschaffen hat, und für die ersten hundert Seiten funktioniert das erstaunlich gut. Die Straßen Barcelonas leben, die politischen Intrigen knistern, und die großen Themen seiner Romane sind sofort wieder präsent: Macht, Loyalität, Familie und die Frage, wie viel Menschlichkeit in Zeiten permanenter Gewalt überhaupt möglich bleibt.

Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto häufiger beschlich mich ein Gedanke: Dieser Roman hätte seinem Autor deutlich öfter widersprechen müssen. Falcones erzählt mit bewundernswerter Detailfreude, verliert dabei aber zunehmend das Gespür dafür, wann eine Szene ihren Zweck erfüllt hat. Viele Passagen wirken, als seien sie weniger aus erzählerischer Notwendigkeit entstanden als aus der Überzeugung, dass historische Fülle automatisch literarischen Mehrwert erzeugt. Das tut sie nicht.

Dabei liegt die eigentliche Stärke des Romans ganz woanders. Nicht in den Feldzügen, nicht in den politischen Machtspielen und schon gar nicht in den langen historischen Exkursen. Interessant wird das Buch immer dann, wenn Falcones seine Figuren in den Mittelpunkt rückt. Besonders die Frauenfiguren besitzen eine emotionale Kraft, die den Roman immer wieder aus seinen Längen herauszieht. Ihre Kämpfe, ihre Verluste und ihr Widerstand gegen die Grenzen ihrer Zeit wirken oft lebendiger als die großen historischen Ereignisse, die sie umgeben.

Was mich während der Lektüre immer wieder beeindruckt hat, ist Falcones' Fähigkeit, Geschichte sinnlich erfahrbar zu machen. Man spürt den Staub der Straßen, die Enge der Paläste, die Unsicherheit einer Epoche im Wandel. Nur reicht Atmosphäre allein auf Dauer nicht aus. Ein Roman von dieser Länge braucht einen erzählerischen Sog. Und genau dieser Sog reißt immer wieder ab. Zu oft kreist die Handlung um sich selbst, zu oft werden Konflikte verlängert, die längst ihre stärkste Wirkung entfaltet haben.

Am Ende bleibt für mich ein Buch, das seine besten Momente gerade dann hat, wenn es aufhört, ein großes Historienepos sein zu wollen, und stattdessen von Menschen erzählt. Das Monument der Hoffnung ist ambitioniert, sorgfältig recherchiert und stellenweise ausgesprochen bewegend. Gleichzeitig ist es ein Roman, der sich in seiner eigenen Größe verfängt. Ich habe ihn mit Respekt beendet, aber nicht mit Begeisterung. Und das ist vielleicht die größte Enttäuschung: Man erkennt auf nahezu jeder Seite das Können des Autors, ohne jemals das Gefühl zu haben, sein bestes Werk in den Händen zu halten.

Das Monument der Hoffnung von Ildefonso Falcones Das Monument der Hoffnung von Ildefonso Falcones Reviewed by Darkybald on Freitag, Juni 19, 2026 Rating: 5

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